Bundesliga

Nur die Unterschrift fehlt: Rodriguez bleibt ein Wolf

Wolfsburg: Weltmeister Buchwald revidiert Kritik von einst

Nur die Unterschrift fehlt: Rodriguez bleibt ein Wolf

Neuer Vertrag bis 2019: Ricardo Rodriguez bleibt dem VfL Wolfsburg treu.

Neuer Vertrag bis 2019: Ricardo Rodriguez bleibt dem VfL Wolfsburg treu. imago

Er ist gefragt als Experte. Guido Buchwald gewann 1990 mit Deutschland den Weltmeistertitel, schaltete im Endspiel von Rom keinen Geringeren als Diego Maradona aus. Im Januar 2013 analysierte der Ex-Profi die Aussichten von Schweizer Fußballern in der Bundesliga. Damals stellte er Ricardo Rodriguez nach dessen ersten zwölf Monaten beim VfL Wolfsburg kein gutes Zeugnis aus. Buchwald sagte: "Bei ihm bin ich skeptisch. Ich glaube nicht, dass er sich in der Bundesliga durchsetzt."

Sätze, die dem Profi gar nicht schmeckten. Nun, fast zwei Jahre später, reagierte der VfL-Spieler, dessen Marktwert mittlerweile bei rund 30 Millionen Euro liegt. Scherzhaft spekulierte Rodriguez zuletzt im Schweizer Blick, ob Buchwald damals vielleicht "zu viel Promille" gehabt habe, schließlich hatte der Weltmeister das Interview auf einer Skipiste in Arosa gegeben. Buchwald aber war damals wie heute ganz nüchtern. Dem kicker erklärt er seine Sichtweise: "Das war damals mein Eindruck seiner Anfangszeit in Wolfsburg. Das war noch nicht so gut, da war er häufig an Gegentoren beteiligt."

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Spielersteckbrief R. Rodriguez
R. Rodriguez

Rodriguez Ricardo

Wenn er Deutscher wäre, würde er mit Sicherheit in der Nationalmannschaft spielen.

Guido Buchwald über Ricardo Rodriguez

In der Tat musste sich Rodriguez, im Januar 2012 für 7,5 Millionen Euro vom FC Zürich nach Wolfsburg gewechselt, erst einmal an die Bundesliga gewöhnen. Unter dem damaligen Trainer Felix Magath war die VfL-Defensive alles andere als sattelfest. Doch Rodriguez entwickelte sich rasant, machte vor allem in den nun zwei Jahren unter Trainer Dieter Hecking einen gewaltigen Sprung. Das erkennt auch Buchwald an. "Ricardo Rodriguez hat eine tolle Entwicklung genommen, dazu kann ich nur gratulieren." Der 53-Jährige ist sogar überzeugt, dass Rodriguez auch hierzulande niemanden fürchten muss. "Wenn er Deutscher wäre, würde er mit Sicherheit in der Nationalmannschaft spielen."

Ausstiegsklausel zwischen 25 und 30 Millionen Euro

Der Wolfsburger, der auch über chilenische und spanische Wurzeln verfügt, spielt jedoch für die Schweiz (28 Länderspiele) und voraussichtlich auch in den nächsten Jahren noch für den VfL. Die Verhandlungen über seinen neuen Vertrag verliefen erfolgreich, bis zum Trainingsauftakt am 5. Januar soll die Unterschrift unter den neuen Kontrakt bis 2019 erfolgen. Ob Rodriguez auch so lange bleibt, ist jedoch nicht klar. Eine Ausstiegsklausel (zwischen 25 und 30 Millionen Euro) ermöglicht ihm einen vorzeitigen Abschied.

Thomas Hiete

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