Champions League

Mats Hummels nach 1:1 gegen PSV: "Null Prozent Elfmeter"

BVB-Verteidiger stellt VAR infrage

"Null Prozent Elfmeter": Hummels' klare Ansagen

Konnte die Elfmeterentscheidung bei der PSV nicht fassten: BVB-Verteidiger Mats Hummels.

Konnte die Elfmeterentscheidung bei der PSV nicht fassten: BVB-Verteidiger Mats Hummels. IMAGO/Steinbrenner

1:0 geführt, doch nicht gewonnen - wegen eines Elfmeters, der nicht gegeben hätte werden dürfen. So lässt sich das 1:1 von Borussia Dortmund im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei der PSV Eindhoven für die Schwarz-Gelben wohl zusammenfassen.

Nico Schlotterbeck sprach bei Prime Video bereits von einer sehr fragwürdigen Entscheidung, nach der Grätsche, bei der Mats Hummels erst den Ball gespielt und dann Malik Tillman getroffen hatte, auf den Punkt zu zeigen. "Für mich ist das keiner", stellte Schlotterbeck klar und nahm Schiedsrichter Srdjan Jovanovic noch in Schutz.

Zum Spiel

Hummels tat dies keineswegs. Der Routinier, der mit seinem Einsatz einen BVB-Rekord eingestellt hatte, erklärte sofort: "Das ist null Prozent Elfmeter für mich, null!" Mit seiner Brandrede hatte der deutsche Nationalspieler damit erst angefangen.

Der 35-jährige Hummels meinte im Anschluss, dass er nicht wisse, wie die Entscheidung zustande kommen konnte. "Ich grätsche rein, ich spiele ganz klar und deutlich den Ball zuerst, verändere die Bahn und erwische ihn danach noch minimal." Doch: "Wir sind im Fußball. Tut mir leid, das ist null Prozent ein Elfmeter", wiederholte der Mann aus der Jugend des FC Bayern. "Der Tillman (FCB-Leihgabe, d. Red.) hat sich totgelacht auf dem Platz, der Bakayoko hat sich totgelacht, die haben mich alle angegrinst, minutenlang."

Der Tillman hat sich totgelacht, der Bakayoko hat sich totgelacht, die haben mich alle angegrinst, minutenlang.

Mats Hummels

Im Gegensatz zu Schlotterbeck wollte Hummels den, beziehungsweise "die Schiedsrichter aktuell nicht verstehen". Dass der ehemalige Referee Wolfgang Stark zur Szene etwas anderer Meinung war ("Mit dem Nachziehbein trifft er Tillman"), sah Hummels nicht ein und unterbrach zwischenzeitlich: "Nee, bitte - das ist Profifußball."

Stark wollte eigentlich sagen, dass der VAR nun einmal nicht eingreifen konnte, es sei im Endeffekt ein "Kann-Elfmeter" gewesen. Eben wegen des Nachziehbeins samt "klarem Kontakt". Hummels hielt dagegen und betonte: "Das ist eine Erklärung, die nur aus dem Regelbuch kommen kann und nicht aus dem Profifußball. Nachziehbein, nach dem ich drei Minuten vorher den Ball gespielt habe, also ... bei aller Liebe."

Was Hummels alles an Schiedsrichtern und dem VAR aufregt

Während Hummels befand, dass "den Elfmeter kein Verteidiger auf der Welt gibt" und sich für Profifußballer bei der Entscheidungsfindung stark machte, konnte er sich kaum zurückhalten und zählte auf: "Die Rote von mir gegen Ajax, das aberkannte Tor von Leipzig gegen Real: Wir geben Elfmeter für Situationen, für die wir im Mittelfeld keinen Freistoß geben mittlerweile. Wir geben Handspiele, die wir im Mittelkreis nicht pfeifen, aber das sind Elfmeter."

Hummels schloss: "Wir sind auf einem völlig falschen Weg in dieser Hinsicht." Der VAR habe die Unparteiischen "schlechter gemacht. Früher fand ich die Schiedsrichter wesentlich besser. Ich habe das Gefühl, mittlerweile treffen sie eine Entscheidung, um sie dann überprüfen zu lassen - aber, tut mir leid, das ist kein Elfmeter", wiederholte Hummels abermals, "das kann keiner sein. Der Tillmann fällt einfach nur nachträglich, weil er weiß, er hat die Situation verdattelt. Grinst danach fünf Minuten lang rum und kriegt einen Elfmeter, im Achtelfinale der Champions League. Da muss man auch von den Schiedsrichtern allerhöchstes Niveau erwarten."

Spiel laut Hummels nicht gut - "Sehr schlagbares Eindhoven"

Der "zweite lächerliche Elfmeter nach dem Paris-Spiel", war letzten Endes aber nicht allein schuld am Remis. Hummels war nicht sonderlich zufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft, "wir hätten viel mehr Ruhe am Ball haben müssen und wir haben uns zu leicht von der Atmosphäre anstecken lassen". Immerhin: "Zu Hause sieht es anders aus, aber ich habe hier heute ein sehr schlagbares Eindhoven gesehen. Ich glaube, dass eine Mannschaft, die mit dem Ball kontrollierter, strategischer und prominenter auftreten kann, gewonnen hätte."

mje

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