Bundesliga

Alexander Nübel kritisiert BVB: "Keiner wollte in die Box"

Schalkes Torwart analysiert Dortmunds Derby-Auftritt

Nübel kritisiert BVB: "Keiner wollte in die Box"

Keine Gefahr: Schalkes Keeper Alexander Nübel packt sicher vor Dortmunds Ashraf Hakimi zu.

Keine Gefahr: Schalkes Keeper Alexander Nübel packt sicher vor Dortmunds Ashraf Hakimi zu. imago images

Nur achtmal schoss der BVB gegen Schalke aufs Tor. Gegen Inter waren es sogar nur fünf Abschlüsse. Zur Einordnung: Von allen Bundesliga-Mannschaften, die bis zum Abendspiel am Samstag zum Einsatz kamen, hatte nur Union Berlin (6 gegen Bayern) seltener aufs Tor geschossen. Dann kommt schon Hertha mit 13 Versuchen.

Es war keiner im Strafraum, der das Ding hätte reinmachen können.

Schalkes Keeper Alexander Nübel über Gegner Dortmund

"Ich glaube, dass man schon sagen muss, dass wir mehr nach vorne machen müssen", analysierte Dortmunds Kapitän Marco Reus nüchtern bei "Sky". "Man sieht, dass uns die Leichtigkeit und das Spielerische, was uns auszeichnet, fehlt." Der vor allem im eigenen Ballbesitz fahrige Auftritt liege laut Reus nicht nur im eigenen Spiel begründet: "Das war trotzdem ein Gegner, der auch einen Plan hat. Wir sind hier nicht auf der Playstation."

Immer wieder unterband Schalke schon früh die Angriffe der Dortmunder, die sich selten vor das Schalker Tor kombinieren konnten. Und wenn es dann doch funktionierte, fand sich kein Abnehmer in der Mitte. Schalkes Keeper Nübel, der beste Sicht auf die im Keim erstickten Dortmunder Angriffe hatte, beschrieb die besten Angriffe des Rivalen so: "Die waren ein, zwei Mal durchgekommen, aber da war keiner im Strafraum, der das Ding hätte reinmachen können."

Dortmund fehlt die Strafraumpräsenz

Der von Lucien Favre als zentraler Angreifer positionierte Mario Götze war zwar hin und wieder spielerisch in die wenigen Angriffe mit eingebunden, doch für Präsenz innerhalb des Strafraums konnte er kaum sorgen. Kam mal eine Flanke in den Sechzehner, hatten Salif Sané und Benjamin Stambouli gegen den 1,76-Meter großen Götze leichtes Spiel. Und auch bei den flach vorgetragenen Angriffen hielt sich der 27-Jährige in der Regel fern der vordersten Linie auf.

Ohne Paco Alcacer fehlte dem BVB merkbar ein Angreifer mit Instinkt. Einen, der zwar nicht viele Ballkontakte hat, sich aber immer wieder lauernd zwischen den gegnerischen Innenverteidigern bewegt und Strafraumpräsenz hat. "Es war schwierig für Dortmund heute, ein Tor zu schießen, weil keiner in die Box wollte", erkannte auch Nübel. Die derzeitige Harmlosigkeit allein an Götze festzumachen, wäre jedoch überzogen. Zumal bei Inter Julian Brandt als zentraler Angreifer agierte und Götze das gesamte Spiel auf der Bank saß. Weder Reus, Ashraf Hakimi, noch der eingewechselte Thorgan Hazard brachten Unordnung in den Schalker Defensivverbund. Lediglich Jadon Sancho, dessen Spiel ebenfalls fehlerbehaftet war, hatte einige gefährliche Aktionen.

Hitz stellt Glück-Theorie auf

Dass der BVB immerhin einen Punkt mit nach Hause nahm, war zum einen dem Glück - Schalke traf zweimal Aluminium - und zum anderen dem gut aufgelegten Keeper Marwin Hitz zu verdanken. Der Schweizer, der kurzfristig für den erkrankten Roman Bürki ins Team gerutscht war, hielt seinen Kasten sauber und strahlte Sicherheit aus. "Das Quäntchen Glück, das Schalke in den 50:50-Aktionen und den Zweikämpfen hatte, wo sie immer den Ball gewonnen haben, hat ihnen vor dem Tor gefehlt", sagte der Keeper, der sich letztlich "mit dem Punkt zufrieden" gab.

In der Schlussviertelstunde intensivierte der BVB die Angriffsbemühungen zwar, ohne jedoch zu einem gefährlichen Abschluss zu kommen. Das leichte Aufbäumen kam schlichtweg zu spät.

mxb