3. Liga

Noch einmal Dreisamstadion: Letztes Profispiel für Flum

Der 34-jährige Kapitän des SC II beendet seine Karriere und wird Trainer

Noch einmal Dreisamstadion: Letztes Profispiel für Flum

Ende eines langen Kapitels: Johannes Flum.

Ende eines langen Kapitels: Johannes Flum. IMAGO/Eibner

Im August 2008 hat Johannes Flum im Dreisamstadion sein erstes Heimspiel als Profi des SC Freiburg gemacht, in der 2. Bundesliga gegen 1860 München (2:1, SC-Torschützen Günes und Ghviandidze per Eigentor, Flum bekam die kicker-Note 3), im Jahr darauf folgte das Debüt in der Bundesliga gegen den Hamburger SV (1:1, Torschütze Bechmann, Flum mit der Note 2,5). Insgesamt hat der gebürtige Südbadener 131 Mal in der Bundesliga und 108 Mal in der 2. Bundesliga gespielt, für den Sport-Club, für Eintracht Frankfurt und den FC St. Pauli. Nach Freiburg kehrte er in seiner Karriere gleich zweimal zurück, und dort beendet er sie nun auch.

Alles begann im Jahr 2001

Vorschau

Im Sommer 2001 kam Flum als 13-Jähriger in die Freiburger Fußballschule, und war damals einer der Kleinsten, wie sich SC-Trainer Christian Streich erinnert. "Mit 19 war er dann einer der Größten, er ist in die Höhe geschossen." Da war aber zwischenzeitlich erst mal Schluss für ihn beim Sport-Club. Nach seinem letzten Jahr in der U 19 des SC ging er für zwei Jahre zum SC Pfullendorf und spielte Regionalliga. Verabschiedet hatte sich Flumi, wie ihn alle beim Sport-Club nennen, mit dem Gewinn des DFB-Junioren-Pokals 2006, den er zusammen mit Trainer Streich holte. Auch Sandrino Braun-Schumacher, mit dem er in seinen letzten beiden Saisons beim SC wieder zusammen spielte, gehörte damals zum Team.

"Er hat lange Wege über den Schwarzwald zu uns ins Training auf sich genommen", erzählt Streich über den aus Waldshut-Tiengen am Hochrhein stammenden Flum, "es ist eine tolle Geschichte mit ihm, er hat sich auch sehr viel erarbeitet, hat sehr gekämpft um die ganzen Bundesligaspiele, die er gemacht hat." Die meisten davon sammelte er in den Jahren von 2008 bis 2013, nachdem er aus Pfullendorf nach Freiburg zurückgekehrt war. Danach wechselte er für vier Jahre zu Eintracht Frankfurt, kämpfte sich dort nach einer schweren Knieverletzung zurück auf den Platz, und spielte von 2017 bis 2020 beim FC St. Pauli.

Rückkehr aus dem Norden

Aus dem Norden ging es dann wieder in die Heimat. Flum wurde 2020 als Führungsspieler für die zweite Mannschaft geholt und stieg mit ihr in die 3. Liga auf. So kam für ihn noch mal eine neue Liga hinzu, in der er zwar weiterhin der Kapitän der U 23 war, aber nur noch zu 15 meist kurzen Einsätzen kam. Trotzdem habe er "jeden Tag mit Hunger und Leidenschaft auf dem Platz eine Vorbildfunktion übernommen", sagt SC-II-Trainer Thomas Stamm. Dass er nun seine Karriere beendet, sei "menschlich und sportlich ein großer Verlust, aber er hat diese Entscheidung gut überlegt und es ist schön, dass wir ihn im Verein behalten können".

Flum wird zur kommenden Saison Co-Trainer in der U 16 beim Sport-Club. Streich ist "überzeugt, dass er ein sehr guter Jugendtrainer wird, weil er ganz viel mitbringt, weil er gerne mit Jugendlichen arbeitet und weil er ein Gespür für sie hat". Vorher steht aber noch ein letztes Profi-Spiel für den 34-Jährigen auf dem Programm, und das passenderweise im Dreisamstadion. Wohl auch deshalb wurden für die Partie gegen Saarbrücken rund 2000 Tickets verkauft, obwohl es sportlich um nichts mehr geht. Insgesamt werden bei der U 23 heute zehn Spieler verabschiedet - aber nur Flum wird die Abschiedspräsente und warmen Worte schon vor dem Anpfiff bekommen.

Daniela Frahm

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