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Guardiola verlängert - jetzt träumt Manchester City von Messi

Guardiolas Verlängerung und die Folgen

Noch 43 Tage: Jetzt träumt ManCity von Messi

Finden sie in Manchester noch einmal zusammen? Pep Guardiola und Lionel Messi.

Finden sie in Manchester noch einmal zusammen? Pep Guardiola und Lionel Messi. picture alliance (2)

Um der nächste Präsident des FC Barcelona zu werden, lässt Victor Font seit Wochen in seinem Wahlkampf keinen Traum der Barça-Fans aus. Einer, der ohnehin nicht besonders realistisch erschien (worauf es im Wahlkampf aber ja nicht immer ankommt), ist am Donnerstag endgültig geplatzt.

Pep Guardiola wird nicht nach Barcelona zurückkehren und damit schon mal nicht derjenige sein, der Lionel Messi vom Bleiben überzeugen soll. Der Katalane verlängerte stattdessen seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei Manchester City um zwei Jahre bis 2023 - und könnte damit sogar zur Bedrohung für Font und dessen Pläne werden.

Ab Januar darf Messi offiziell mit ManCity verhandeln

Denn kaum war die Unterschrift am Donnerstag publik geworden, "trendete" der Name Messi in Manchester. Die Ausgangslage für ManCity und seine Fans ist ja auch zu verlockend: Ab dem 1. Januar, also schon in 43 Tagen, darf Messi offiziell und ohne Barças Erlaubnis mit anderen Klubs sprechen, weil sein Vertrag im Sommer ausläuft. Und wer in der kommenden Saison City-Trainer ist, weiß er jetzt.

Dass ManCity schon in diesem Sommer um Messi gebuhlt hatte, gilt als offenes Geheimnis; am Ende forcierte der 33-Jährige des brüchigen Burgfriedens willen einen Wechsel nicht. Der Ärger über die Vorgänge bei seinem bisher einzigen Profiklub ist aber noch lange nicht verraucht. Wagt er bei Intimus Guardiola tatsächlich noch mal ein ganz neues Kapitel? Mit Geschäftsführer Ferran Soriano und Sportdirektor Txiki Begiristain fühlt sich ManCity ja nicht nur wegen Guardiola ein bisschen wie das "alte" Barça an.

Guardiola unterschrieb für seinen Boss - "das war der Hauptgrund"

Umgekehrt würden sich die ManCity-Bosse einen solchen Coup jedenfalls kaum entgehen lassen und dafür sicher auch ihre Politik, nur junge Spieler zu verpflichten, mit Vergnügen aussetzen. Gehört also auch Messi zu der "Reise", von der Klubboss Khaldoon Al Mubarak anlässlich von Guardiolas Verlängerung sprach?

Auf jeden Fall soll der Champions-League-Titel dazugehören, auch wenn der ebenso wenig wie Messi in ManCitys Pressemitteilung am Donnerstag Erwähnung fand. In vier Jahren in England ist Guardiola im wichtigsten europäischen Wettbewerb nicht übers Viertelfinale hinausgekommen.

Andere Trainer hätte das den Job kosten können, ManCity aber scheint keinerlei Vertrauen verloren zu haben. Er ist und bleibt die zentrale Figur in einem "Klub, der für Guardiola gebaut ist" ("Guardian"). Und dass er selbst sagt, er habe "für unseren Boss" unterschrieben ("Das war der Hauptgrund"), offenbart, wer hier wen von einer gemeinsamen Zukunft überzeugte. "Wir hatten lange Gespräche in dieser Woche und haben beides diskutiert - weiterzumachen oder nicht", so Guardiola. Al Mubarak habe ihn "überzeugt, dass wir fortführen müssen, was wir in den unglaublichen letzten vier Jahren angefangen haben".

Guardiola winkt Platz 2 in ManCitys Historie - wird er dann Nationaltrainer?

Bleibt Guardiola bis 2022, gäbe es mit Les McDowall (1950 bis 1963) nur noch einen ManCity-Trainer, der länger im Amt war. Spekuliert wird, dass sich der heute 49-Jährige danach einer Nationalmannschaft widmen könnte, wobei es diese Gerüchte vor Jahren schon mal mit Blick auf die WM 2022 gegeben hatte. Guardiola war WM-Botschafter für Katar.

Die Barça-Gerüchte, die Guardiola selbst nie genährt hatte, gehören dagegen bis auf Weiteres der Vergangenheit an. Font hat sich ohnehin bereits umorientiert. Am Mittwoch bezeichnete er Xavi als "bestmöglichen" Trainer für Barcelona.

jpe

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