Bundesliga

Niedergeschlagenes Gladbach: "Man weiß die Zeichen zu deuten"

Sommer und Trainer Farke sprechen über das 1:5

Niedergeschlagenes Gladbach: "Man weiß die Zeichen zu deuten"

Hat fünf Gegentore hinnehmen müssen und einige Male den Kopf geschüttelt: Yann Sommer (hier mit Patrick Herrmann).

Hat fünf Gegentore hinnehmen müssen und einige Male den Kopf geschüttelt: Yann Sommer (hier mit Patrick Herrmann). IMAGO/Eibner

Allein drei Gegentore in den ersten 13 Minuten hatten am Samstagabend im Bremer Weserstadion schon klargemacht, dass die Borussia aus Mönchengladbach keinen guten Tag erwischt hatte. Als unter anderem nach einem Doppelpack von Torgarant Niclas Füllkrug auch noch Unglücksrabe Ramy Bensebaini ein kurioses Eigentor unterlaufen war, war die Messe schon nach Abschnitt eins gelesen.

Am Ende stand unter anderem nach etwas Ergebniskosmetik durch Marcus Thuram ein klares 1:5 zu Buche - und ein Rückschlag nach bis dato gutem Bundesliga-Saisonstart.

"Wir hatten noch über Nacht einige Geschichten, die nicht vorteilhaft waren"

Trainer Daniel Farke ordnete die Niederlage im Anschluss gegenüber "Sky" ein: "Wenn man länger in dem Geschäft dabei ist, weiß man die Zeichen zu deuten. Wir hatten viele Spieler, die spät nach Länderspielen zurückgekehrt sind. Das ist nicht so einfach. Wir hatten noch über Nacht einige Geschichten, die nicht vorteilhaft waren: Nico Elvedi hat mit einer gebrochenen Nase gespielt, Yann Sommer hat sich die ganze Nacht über übergeben und Bensebaini hat Sprunggelenkprobleme."

Eine Ausrede, die der im Sommer gekommene Farke hier anbrachte? "Wenn ich das so aufzähle, klingt es nach Selbstmitleid. Die Jungs haben gespielt - und wenn sie spielen, müssen sie auch abliefern. Ansonsten darf ich sie nicht aufstellen."

"Ich bin weit davon entfernt, Bensebaini scharf zu kritisieren"

Das Positive jedenfalls aus seiner Sicht: "Es gibt den alten Spruch: 'Lieber einmal 0:5 verlieren, als fünfmal 0:1'. Aber das wäre zu billig. Wir hätten das Spiel gerne gewonnen. Dennoch haben wir es bisher gut gemacht." Und zwar alle im Kollektiv, so wie alle im Kollektiv eben an diesem Samstagabend an der Weser sportlich versagt haben - und nicht jemand allein wie etwa Bensebaini, der in den ersten 45 Minuten oft bei den Gegentreffer beteiligt war: "Ich bin weit davon entfernt, Bensebaini scharf zu kritisieren, er hat bisher überragend gespielt, hatte nun einen gebrauchten Tag. Es ist wichtig, einen Strich darunter zu machen und dann kommt Köln." Und zwar schon am kommenden Samstag (15.30 Uhr), wo es im Derby gegen den Dortmund-Bezwinger wieder besser laufen soll.

Was laut Führungsspieler Yann Sommer auch nicht schwer sein dürfte: "Wir waren die ersten 15 Minuten komplett nicht anwesend. Es ist schwierig, eine Erklärung zu finden für die ersten 15 Minuten. So, wie wir aufgetreten sind, waren wir einfach nicht da. Wir müssen alle sauer über unsere Leistung sein. Einfach unerklärlich, wie wir am Anfang aufgetreten sind und uns das Leben extrem schwer machen." Und dennoch erkannte auch Sommer schnell: "Wir sind bis jetzt in der Saison gut unterwegs gewesen. Jetzt immer noch, aber es ist ein großer Dämpfer. Wir wissen genau, was es braucht, damit wir an eine Topleistung rankommen."

mag

Bilder zur Partie Werder Bremen - Bor. Mönchengladbach