EA SPORTS FC 24

FC 24 Title Update 11 erntet scharfe Kritik

Neue Animationen und PlayStyle-Abschwächung im Fokus

"Nichts davon gemerkt": Title Update 11 für FC 24 erntet Kritik

Hatte sich vom aktuellen Patch mehr erhofft: Jonas 'Jonny' Wirth vom SC Paderborn.

Hatte sich vom aktuellen Patch mehr erhofft: Jonas 'Jonny' Wirth vom SC Paderborn. Apollo GG/Lasse Weigang

Darf man Marokkos eNationalcoach Bassy Saad glauben, hatte EA SPORTS FC 24 vor Title Update 11 ein echtes Problem. Nicht weniger als die "langweiligste Meta aller Zeiten" attestierte er dem Spiel, das aufgrund einiger unverhältnismäßig starker PlayStyles besonders im eSport extrem flankenlastig geworden war.

Spiel fühlt sich an, als sei "gar nichts gemacht worden"

Entsprechend groß war die Vorfreude auf die jüngsten Aktualisierung aus dem Hause Electronic Arts. "Ich war sehr glücklich, als ich in den Patch Notes gesehen habe, dass auch PlayStyles abgeschwächt werden", äußerte sich etwa Umut Gültekin auf einer Presserunde vor dem Finale der VBL Club Championship, musste jedoch festhalten: "Ich wurde leider etwas enttäuscht, als ich das Spiel anschließend zum ersten Mal gespielt habe." Für den Leipziger fühle es sich an, als ob "gar nichts gemacht worden ist und nur irgendwas in die Patch Notes geschrieben wurde. Ich spüre keinen Unterschied."

Speziell hinsichtlich der Flanken-Meta sei dies ein Problem. Der PlayStyle "In der Luft", der Karten besonders gut bei hohen Bällen macht, sei "immer noch viel zu stark". "Das sieht man nicht nur in der VBL, sondern auch in anderen Wettbewerben", so Gültekin, der exemplarisch die FC Pro Open nannte: "Da hat auch nur jeder auf Haaland geflankt und abgelegt." Für den amtieren FIFAe Club World Cup Champion "nicht ansehnlich und kaum zu verteidigen".

Zuspruch erhielt der RBLZ-Profi von Paderborns Jonas Wirth: "Als ich die Patch Notes gesehen habe, hatte ich mich auch gefreut. Aber im Spiel habe ich nichts davon gemerkt." Wie bereits Gültekin verwies auch 'Jonny' auf die Schwierigkeiten, ein Gegenmittel für die Kombination aus Hereingaben und dem "In der Luft"-PlayStyle zu finden: "Es kommt beim Verteidigen meistens nur noch aufs Beten an, wenn die Flanke reinfliegt und Klose den Ball ablegt." Entsprechend klar fiel sein Fazit zu Title Update 11 aus: "Ich hätte mir gewünscht, dass das noch deutlicher abgeschwächt wird."

Zusätzliche Animationen sind "verrückt"

Doch nicht nur im eSport sorgt der frische Frühlingswind für Ärger. Content Creator 'Inception FC' äußerte sich etwa in einem ausführlichen YouTube-Video über den neuesten FC-24-Patch - an dem er kein gutes Haar ließ. Für den YouTuber und Streamer läge dies jedoch weniger an den PlaySytles als an den zusätzlichen Animationen, die EA SPORTS mit Title Update 11 einführte. "Euer Gameplay ist bereits inkonsistent und ihr fügt mehr Animationen zu eurem Spiel hinzu, obwohl ihr wisst, dass es dieses Problem gibt?", richtete er sich fragend an EA SPORTS.

Tatsächlich trifft 'Inception FC' damit einen Nerv. Bereits vor den hinzugefügten Animationen hatte die Engine von FC 24 und den vorangegangenen FIFA-Titeln immer wieder Probleme, die Ergebnisse des Algorithmus' korrekt darzustellen. Die Folge: Bälle, die Avatare durchdringen, unnatürliche Kollisionen und Bewegungsabläufe, die jeden echten Fußballer in die Notaufnahme zwingen würden. Diesen fehlerhaften Apparat nun mit weiteren Animationen zu überladen, hält der Influencer für "verrückt".

"Dann bricht die Physik des Spielers" - so können Bugs entstehen

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"Man muss wie eine Ratte spielen", befand der US-Amerikaner daher und meint damit, dass nun jede Meta-Mechanik ausgenutzt werden müsse, um siegreich sein zu können. Darunter auch Flanken, welche Gültekin und Wirth bemängeln, die gegenüber schnellem Kurzpassspiel und Dribblings aber aufgrund der zusätzlichen Animationen verlässlicher seien - speziell, da die neuen Bewegungsabläufe behäbiger daherkämen und zusätzliche Ballberührungen und Zwischenschritte mit sich brächten.

Man muss wie eine Ratte spielen.

'Inception FC' Über das FC-24-Gameplay nach Title Update 11

Als Negativbeispiel führt 'Inception FC' aber auch die Abwehrarbeit an. "Man muss wahnsinnig auf die KI der Defensive setzen. Verteidiger manuell zu benutzen, ist Geschichte", moniert er aufgrund der neuen Animationen. Auch höchstbewertete Items würden sich "wie Bronze-Spieler" anfühlen. "Ich bin wortwörtlich am Stottern, weil mir die Worte fehlen. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es fühlt sich grauenhaft an, dieses Spiel zu spielen."

Ganz so weit gingen Gültekin und Wirth in ihrer Bewertung nicht. Tatsächlich besteht aber die Möglichkeit, dass die zusätzlichen Animationen auch hinsichtlich des eSports ein Thema werden. Schließlich können durch ein und denselben Input am Controller diverse verschiedene Bewegungsabläufe ausgelöst werden, denen stetig weitere Alternativen hinzugefügt werden. Ob ein Zweikampf erfolgreich ist, ein Pass ankommt oder ein Schuss sein Ziel findet - all das wird durch eine Erweiterung der Animationen weniger abhängig von dem Input an sich. Und somit auch weniger abhängig vom Spieler, der diesen Input gibt.

mja

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