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"Nicht unerwartet" - G2-Boss prangert Schalkes eSport-Konzept an

'ocelote' über potenziellen LEC-Startplatzverkauf

"Nicht unerwartet" - G2-Boss prangert Schalkes eSport-Konzept an

G2 Esports-Gründer und Geschäftsführer Carlos 'ocelote' Rodriguez scheut nie vor klaren Worten zurück.

G2 Esports-Gründer und Geschäftsführer Carlos 'ocelote' Rodriguez scheut nie vor klaren Worten zurück. lolesports

Die Öffentlichkeit rätselt seit mehreren Monaten: Muss Schalke sich aus der LEC verabschieden? Nach Angaben von Chief Gaming Officer Tim Reichert steht der Verkauf des Platzes noch nicht fest. Die Entscheidung soll in knapp einer Woche gefällt werden. Aufgrund des Abstiegs der Fußballmannschaft in die 2. Bundesliga und der finanziellen Schieflage des FC Schalke 04 scheint dieser Schritt aber fast schon unumgänglich.

Auch G2 Esports-Chef 'ocelote' gab sich im Interview mit kicker eSport wenig überrascht: "Ich glaube nicht, dass dieses Ergebnis unerwartet ist. Wenn du deine eSport-Initiativen als 'Nebengedanken' oder als Marketinginstrument betrachtest, um dein Hauptgeschäft zu fördern, rücken diese natürlich in den Hintergrund, sobald dein Hauptgeschäft leidet."

Alleinstellungsmerkmal und Schwäche

Reichert selbst hatte bereits Anfang des Jahres geäußert, dass der Fußball als Kerngeschäft des Vereins "eine höhere Wichtigkeit habe". Damit unterscheidet sich Schalkes LEC-Team von der Liga-Konkurrenz. Ob G2 Esports, Fnatic oder SK Gaming - bei den Organisationen hat der eSport höchste Priorität. Zwar stellt sich auch bei ihnen immer wieder die Frage, wie Millionengehälter und Ausgaben finanziert werden sollen. Solange dem eSport aber weiterhin ein enormes Wachstum zugesprochen wird, droht ihnen kaum der Verkauf. Das Investitionspotenzial einer LEC-Mannschaft zeigt auch der Fall Schalke. Nach einem Bericht der "Bild" könne Königsblau 30 Millionen Euro für den Platz kassieren.

Boomendes eSport-Business

Im Jahr 2019 hatte Schalke der LEC-Platz noch gerade mal acht Millionen Euro gekostet, entsprechend groß ist der potenzielle Gewinn. Als Geschäftsmann und Boss von G2 Esports sieht auch 'ocelote' die Vorteile: "Ich glaube, die gute Nachricht ist, dass sie wahrscheinlich eine solide Anlageperformance von 250 oder 300 Prozent erzielen werden. Wenn überhaupt, zeigt es, dass wir gute Arbeit leisten, um die LEC für Investoren und Vermarkter gleichermaßen attraktiv zu machen."

Über derlei Themen haben die Geschäftsführer der LEC und Investoren in der Vergangenheit schon häufig diskutiert. Auch beim BMW Esports Boost 2021 am 28. Juni steht wieder das Business im Mittelpunkt. Dort sprechen mit G2 Esports und Fnatic auch die beiden europäischen eSport-Riesen. Und ob Schalke seinen LEC-Platz bis dahin verkauft hat oder ihn doch retten kann - Thema werden die Knappen dort sicher sein.

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Christian Mittweg