Bundesliga

"Nicht plötzlich zu Null": Schuberts neue Balance

Gladbach hat Raffael noch nicht abgeschrieben

"Nicht plötzlich zu Null": Schuberts neue Balance

Hat sein Team neu justiert: BMG-Coach Andre Schubert

Hat sein Team neu justiert: BMG-Coach Andre Schubert imago

Es wurde in den vergangenen Monaten oft und es wurde lang diskutiert über die "Balance" in Borussias Spielweise. In den meisten Fällen, wenn der Offensivstil Schubert'scher Prägung mit zu vielen Lücken im eigenen Deckungsverband einherging und den Gegnern das Toreschießen einfach gemacht wurde. Wenn das Wort "Balance" zuletzt in den Analysen fiel, geschah dies immer öfter in einem positiven Zusammenhang. Weil die Mannschaft ihre Offensivpower durchbrachte ohne an Stabilität im hinteren Bereich zu verlieren. Das 5:0 gegen Hertha BSC am Sonntag kann dafür als Paradebeispiel herangezogen werden.

"Wir hatten eine unglaubliche Ausgewogenheit zwischen Defensive und Offensive, das hat mich beim Berlin-Spiel am meisten beeindruckt", lobte Sportdirektor Max Eberl. Und auch Trainer Andre Schubert brachte am Donnerstag noch einmal seine Freude über die Souveränität in der Defensive zum Ausdruck, denn er wertet dies als Zeichen einer Weiterentwicklung. "Ich bin schon seit einigen Wochen sehr zufrieden mit unserer Defensivarbeit. Wir haben ja nicht plötzlich zu Null gespielt. Wir haben schon in anderen Rückrundenspielen, auch auswärts, nicht viele Chancen zugelassen. Selbst auf Schalke. Dort hat wohl selten eine Mannschaft so wenig zugelassen wie wir", betonte Schubert.

Extra-Lob für Dahoud

Alleine an der Umstellung von Vierer- auf Dreierkette will der Coach die Fortschritte nicht festmachen. "Das hat auch mit den Spielern vor der Kette zu tun, es fängt schon in der vordersten Linie an", sagte Schubert und führte weiter aus: "Ein Raffael oder Lars Stindl machen das defensiv sehr gut. Mittlerweile aber auch Spieler wie Thorgan Hazard. Und was mir an Mo Dahoud in den zurückliegenden Spielen gut gefallen hat, das waren gar nicht seine tollen Pässe und seine Kabinettstückchen, die er hin und wieder zeigt - sondern wie er sich in den Zweikämpfen verhält oder wie er Bälle behauptet."

Insgesamt, so Schuberts Fazit, sei "die Rückwärtsbewegung besser geworden - und wird auch in Ingolstadt wieder gefragt sein. Wir müssen schauen, dass wir die Ausgewogenheit wieder hinbekommen."

Raffael ist noch nicht abgeschrieben

Offiziell fehlen den Borussen am Samstag nur Alvaro Dominguez (Reha nach Rückenoperation) und Nico Schulz (im Aufbautraining nach Kreuzbandriss). Sehr wahrscheinlich muss erneut auch Raffael wegen seines Muskelfaserrisses im Oberschenkel passen, doch ganz abschreiben möchten die Fohlen ihren Top-Scorer noch nicht. Raffaels Einsatz sei "fraglich", heißt es bei der Borussia.

Jan Lustig