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15.04.2019, 11:37

Sieg in Augusta als bisherige Krönung seiner "zweiten" Karriere

Der Tiger brüllt wieder: Woods' Weg zurück auf den Golf-Olymp

"Ein großes 'Gut gemacht' von mir für Tiger Woods. Ich freue mich sehr für ihn und den Golfsport. Das ist einfach fantastisch!!!" Golf-Legende Jack Nicklaus war nur einer von vielen, die am Sonntag ihre Freude über Tiger Woods' Triumph beim ersten großen Major Turnier 2019 im Augusta National Golf Club kundtaten und eine Karriere priesen, die zwischenzeitlich ganz knapp vor dem Aus stand.

Tiger Woods
Er brüllt wieder: Tiger Woods krönte sich zum fünften Mal zum Champion in Augusta.
© Getty ImagesZoomansicht

Der passionierte Golfer und US-Präsident Donald Trump bezeichnete Woods als "wahren Champion", dessen Vorgänger, Barack Obama, schrieb: "Zurückzukommen und das Masters nach all den Höhen und Tiefen zu gewinnen, zeugt von Exzellenz, Charakterstärke und Entschlossenheit." Tennis-Ikone Serena Williams sei "buchstäblich in Tränen ausgebrochen".

Doch nicht nur die Augen der 37-jährigen Williams blieben nicht trocken. Tiger Woods selbst konnte sich nach seinem Triumph die ein oder andere Träne nicht verkneifen. Schließlich schloss sich für ihn am Sonntag gleich neben dem 18. Grün des Augusta National Golf Clubs ein Kreis.

Der Tiger und seine Familie

Nach dem fünften Masters-Triumph und dem 15. Major-Sieg nahm der Superstar seine Tochter Sam (11) und seinen Sohn Charlie (10) sowie seine Mutter Kultida in die Arme. Nun sei er selbst Vater zweier Kinder, entgegnete Woods im Rahmen des Siegerinterviews mit tränenerstickter Stimme und erinnerte an eine Szene, die vor 22 Jahren geschehen war: An genau der gleichen Stelle war er seinem Vater, Trainer und Förderer Earl Woods um den Hals gefallen. Der erste Masters-Sieg 1997 leitete die einzigartige Karriere des berühmtesten Golfspielers der Geschichte ein.

Tiger Woods
Den Sohn im Arm, die Mutter freut sich ebenfalls: Tiger Woods mit Sohn Charlie (verdeckt).
© Getty ImagesZoomansicht

Woods' Vater starb im Jahr 2006. Kurz darauf bekam die Laufbahn des Modellathleten einen Knick, stand gar vor dem abrupten Ende. Noch vor zwei Jahren war überhaupt nicht klar, ob die langjährige Nummer eins der Welt ihre schon bis dato so unbeschreibliche Golf-Karriere fortsetzen könne. Hatte Woods im Jahr 2009 mit diversen Problemen außerhalb des Golfsports zu kämpfen, startete seine körperliche Leidenszeit 2014: Im April musste sich der Profi damals am Rücken operieren lassen und konnte dadurch erstmals in seiner Karriere nicht beim Masters abschlagen. Im Laufe der nächsten Jahre folgten an selber Stelle die Operationen zwei (September 2015), drei (Oktober 2015) und vier (April 2017).

Absoluter Tiefpunkt im Mai 2017

Doch nicht nur die anhaltenden Rückenprobleme schienen ein Fortsetzen der Karriere in weite Ferne rücken zu lassen: Ende Mai 2017 wurde Woods wegen Drogenmissbrauchs am Steuer festgenommen - die Bilder des schwer gezeichneten Sportlers gingen um die Welt. "Es war keine lustige Zeit", erinnert sich Woods. "Es waren harte Jahre. Aber ich war in der Lage, wieder zu laufen. Ich war wieder in der Lage, am Leben teilzunehmen."

Golf sei nicht mehr Teil seiner Zukunft gewesen, offenbarte der im US-Bundesstaat Kalifornien geborene Golfer. "Ich wusste, dass ich wieder ein Teil dieses Spiels sein werde, aber selbst spielen? Das konnte ich nicht einmal mit meinem Sohn Charlie. Ich konnte nicht einmal im Garten putten."

Der Champion ist wieder zurück

Patrick Reid und Tiger Woods
Jackettübergabe: Vorjahressieger Patrick Reid mit dem neuen Champion Tiger Woods.
© Getty Images

Zwei Jahre später ist Woods nun wieder ein Champion. Der Gewinner des wohl prestigeträchtigsten und vielleicht wichtigsten Major-Turniers. 14 Jahre liegen zwischen seinem letzten Triumph in Augusta und dem Sieg vom vergangenen Sonntag. Mit 43 Jahren, drei Monaten und 15 Tagen ist Woods übrigens der zweitälteste Spieler, der ein grünes Jackett gewinnen konnte. Nur ein gewisser Jack Nicklaus war mit 46 Jahren, zwei Monaten und 23 Tagen älter.

Der sechsmalige Masters-Champion Nicklaus hat nach seinem letzten Masters-Titel im Jahr 1986 nie mehr ein anderes Major auf der PGA-Tour gewinnen können. Die Frage ist nun, ob Woods, zweifelsohne einer der talentiertesten Akteure seiner Zunft, zum größten Spieler der Geschichte aufsteigen kann. Hat sich der Tiger in Augusta ein letztes Mal die Krone aufgesetzt oder legt er jetzt erst so richtig los und greift auch die von Nicklaus einst aufgestellte Bestmarke von 18 Major-Titeln an? Bei bislang 15 gewonnenen Major-Turnieren fehlen Woods derer nur noch drei. Denkbar ist es auf jeden Fall - schließlich brüllt er nun endlich wieder, der Tiger.

kög

 

kicker

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