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03.06.2010, 12:21

Reform: Mehrere Lösungen für die "Pleiteliga"

Jens Rose fordert Verschlankung

Weil das Amtsgericht Tübingen am vergangenen Dienstag das Insolvenzverfahren eröffnete, kann der SSV Reutlingen in der nächsten Saison wenigstens in der Oberliga antreten. Darum zittern indes noch die insolventen Klubs Tennis Borussia Berlin und 1. FC Eintracht Bamberg. Rot-Weiss Essen steht vor der Zahlungsunfähigkeit. Nie war die Regionalliga mehr Pleiteliga.

Georg-Melches-Stadion in Essen
Rollt der Ball auch in der nächsten Saison im Georg-Melches-Stadion in Essen?
© imagoZoomansicht

Von Reform wird überall gesprochen. Doch über das Wie gehen die Meinungen auseinander. Für Wirbel hatten Anfang Mai bekannt gewordene Pläne von DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Vize Hermann Korfmacher gesorgt, die Zahl der bisher drei Staffeln auf bis zu sechs zu erhöhen (der kicker berichtete).

Doch Zufriedenheit herrscht angesichts dieses Vorschlags nicht. Die Profi-Reserven fürchten um die Qualität der Nachwuchsförderung, und auch den anderen Vereinen passen diese Gedankenspiele nicht. "Das wäre der GAU für die Traditionsvereine", sagt Jens Rose, Vorstandsvorsitzender des KSV Hessen Kassel: "Was es braucht, ist eine Verschlankung."

Bei Kritik alleine soll es nicht bleiben. Kassel und andere Vereine wie Darmstadt, Weiden, Elversberg und Lotte haben sich mit dem Ziel zusammengetan, beim DFB-Bundestag im Oktober einen Antrag einzubringen. Die Grundrichtung dabei ist klar: eine zweigleisige Regionalliga und eine eigene Reserverunde für die U-23-Teams. "Das wäre eine vernünftige Lösung", sagt Wolfgang Knöß, Geschäftsführer des SV Darmstadt 98.

Den einzelnen Vereinen blieben mehr TV-Gelder, man hofft auf größere mediale Beachtung. Im Gegensatz dazu würden die Pläne mit sechs Staffeln neben der ungewöhnlichen Aufstiegsregelung über eine Relegation auch in Sachen der ohnehin geringen Fernsehgelder Probleme bereiten, weil der Gesamtbetrag für die 4. Liga dann durch mehr Mannschaften geteilt werden müsste.Von einer eigenen Runde sind die Lizenzvereine nicht begeistert, weil ein echter Wettbewerb mit gestandenen Spielern dann nicht mehr ohne Weiteres möglich ist.

Die DFL, die die Erst- und Zweitligisten vertritt und auch Reformvorhaben zustimmen müsste, sieht die Sache gelassen. Intern spricht man von einer Privatmeinung Zwanzigers, die geäußert worden sei. Abwarten heißt die Devise.

Dass sich etwas tun muss, steht aber fest. "Das System muss durchlässiger werden", fordert Jürgen Stebani, Vorsitzender des Spielausschusses des Norddeutschen Fußballverbandes. Derzeit wird nach dem negativen Echo auf Zwanzigers und Korfmachers Gedankenspiele offenbar mit einer Vier-Staffel-Lösung ohne Reserverunde geliebäugelt. In Verbindung mit moderateren Zulassungsrichtlinien könnte dieser Kompromiss für die Vereine recht budgetschonend verwirklicht werden. Gleichzeitig bliebe für die Reserven die Leistungsstärke erhalten. Das Grundproblem, die Gestaltung der Nahtstelle zwischen Amateur- und Profifußball, wäre damit allerdings wieder nicht auf Dauer gelöst.

Markus Riedl

 

kicker

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