Die Nummer 1 hat im Duell mit ter Stegen vorgelegt

Neuer ohne Zweifel: "Darauf gewartet, mich auszuzeichnen"

Nationalelf - 25.03. 16:15

Die Rollenverteilung war auch in der Mixed Zone der Amsterdamer Arena klar. Marc-André ter Stegen hatte wie die übrigen Reservisten den direkten Weg zum Mannschaftsbus gewählt, während Manuel Neuer Rede und Antwort stand. Entscheidend aber waren die 90 vorangegangenen Minuten - der Kapitän hatte vor den Worten Taten präsentiert. Und damit vorgelegt im Torhüter-Duell.

Aus Amsterdam berichten Oliver Hartmann und Sebastian Wolff

Der eine sitzt auf der Bank, der andere kann sich im Ernstfall bewähren: Marc-André ter Stegen und Manuel Neuer. © imago

Die für seine Verhältnisse wackligen ersten Monate nach der langen Verletzungspause und die gleichzeitig überragenden Vorstellungen des Rivalen hatten die Torhüter-Hierarchie aufgeweicht. Zunächst für die Öffentlichkeit. Und zuletzt auch für den Bundestrainer. Joachim Löw hat seiner Nummer 1 zum Start in das neue Länderspieljahr zwar das Vertrauen ausgesprochen, ter Stegen aber Bewährungs-Chancen und einen Konkurrenzkampf versprochen.

Der erste Härtetest aber gehörte dem Weltmeister. Und dieser hielt der Situation beim 3:2 gegen die Niederlande am Sonntagabend stand, teilweise sogar höchst eindrucksvoll. "Er hat die Antwort auf dem Platz gegeben", urteilt Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff und sagt: "Wir haben die Dinge außerhalb der täglichen Berichterstattung betrachtet. Wir wissen um die Stärke von Manu und es freut mich sehr, dass er die in vielen Aktionen zeigen konnte."

Vor allem gegen Ryan Babel zeigte der 32-Jährige zweimal Großtaten und bestätigte damit sowohl die Entscheidung als auch diese Einschätzung von Löw: "Er kann mit dieser Situation sehr gut umgehen, Manuel ist fokussiert und klar." Neuer freut sich dementsprechend nicht nur über einen "Sieg, der für uns alle sehr wichtig ist."

"Ich habe bisher eine gute Rückrunde gespielt, egal was geschrieben wurde."

Manuel Neuer

Sondern auch über einen ersten Sieg gegen die Zweifel: "Ich habe ein bisschen darauf gewartet, dass irgendwann die Sachen kommen, wo ich mich auszeichnen kann." Weil er selbst keine Zweifel hat: "Ich habe bisher eine gute Rückrunde gespielt, egal was geschrieben wurde."

Dementsprechend gelassen blickt er dem Torwart-Duell entgegen. Und versichert, dass dies keine Belastungsprobe für das Binnenklima wird: "Es geht nicht um Marc und auch nicht um mich. Grundsätzlich ist unser Verhältnis mit allen Torhütern gut. Wir verstehen uns gut und es ist ein gesunder Konkurrenzkampf."

Einer, in dem er die Chance genutzt hat, vorzulegen.

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