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25.03.2019, 00:27

Kommentar

Löw und Neuer geben die richtigen Antworten

Mit dem Sieg in Amsterdam hat die DFB-Elf den ersten Schritt in eine verheißungsvollere Zukunft gemacht. In einer großartigen ersten Halbzeit setzen vor allem der Bundestrainer und sein Kapitän besondere Akzente. Ein Kommentar von kicker-Chefreporter Karlheinz Wild.

Joachim Löw dirigiert, Manuel Neuer pariert
Durften sich in Amsterdam besonders als Sieger fühlen: Joachim Löw und Manuel Neuer.
© imago (2)Zoomansicht

Dieser Start in die Qualifikation zur EM 2020 konnte sich sehen lassen. Der späte Treffer zum Sieg in Amsterdam verdichtete den vorherigen Vortrag der deutschen Nationalmannschaft auf eine Sequenz und letztlich einen Moment: Es war ein Treffer des Willens wie auch einer feinen Kombination über die linke Flanke mit Ilkay Gündogan und Marco Reus, der auf den in den Strafraum vorgestürmten Nico Schulz legte, Rechtsschuss des Linksverteidigers, 3:2.

Diesen Auswärtserfolg bei den starken Niederländern, die die deutschen Nachbarn am 13. Oktober 2018 noch mit einem 3:0 aus der Johan-Cruyff-Arena gefegt hatten, hatte sich die neuformierte und stark verjüngte deutsche Delegation durchaus verdient, auch wenn das Spielglück dieses Mal mehr auf deutscher Seite war.

Neuer erfüllt weiterhin oberste Leistungsansprüche

Denn Manuel Neuer verhinderte mit zwei Topparaden gegen den aus nächster Nähe schießenden Ryan Babel (25./27.) den 1:1-Ausgleich und steuerte damit seinen unmissverständlichen Beitrag zur jüngsten Debatte um die richtige Nummer 1 im deutschen Tor - er oder doch besser Marc-André ter Stegen - bei: Der Kapitän erfüllt weiterhin oberste Leistungsansprüche, sonst wäre die DFB-Auswahl nicht mit einem "zu null" in die Pause gegangen. Dabei hatte der so dribbelstarke, umtriebige 1:0-Torschütze Leroy Sané die Riesengelegenheit zum 3:0 allein vor Oranje-Keeper Jasper Cillessen noch ungenutzt gelassen (40.).

Es wäre die Veredelung einer großartigen ersten Halbzeit gewesen. In diesem Spielabschnitt gefiel die deutsche Mannschaft mit einer höchst diszipliniert und von hinten bis vorne durch alle Reihen hindurch engagiert umgesetzten Taktik. Die Sprinter Sané und Serge Gnabry, beide mit raffinierten Schüssen Torschützen, nutzten die vertikalen Räume in der niederländischen Defensive, unterstützt vom lauffreudigen Leon Goretzka. Dieses Trio störte in vorderster Linie den Aufbau aus der niederländischen Vierkette heraus, zwei der drei machten im Wechsel lange Wege nach hinten, einer hielt vorne die Stellung. So ergab sich eine engmaschige Defensive vor dem deutschen Tor.

Löw schickt sein Team mit einer gewieften Strategie in diese wichtige Partie

Es war eine kluge Strategie, die sich Joachim Löw da ausgedacht hatte. Der Bundestrainer schuf damit die Basis für diesen Sieg, seine Spieler setzten den Plan individuell und kollektiv um. Jeder brachte sich ein, mit größter Leidenschaft, rennend, kämpfend, grätschend. Vor allem als nach dem Wechsel und dem frühen 1:2-Anschluss die Mannschaft um Bondscoach Ronald Koeman vehement attackierte und die deutsche Elf in der eigenen Hälfte festsetzte, waren die so genannten, lange Zeit verpönten deutschen Tugenden gefragt.

kicker-Chefreporter Karlheinz Wild.
kicker-Chefreporter Karlheinz Wild.

So durften sich nicht nur die nach dem Schlusspfiff zum Teamjubel zusammeneilenden Spieler um Kapitän Neuer an diesem Abend als Sieger fühlen, sondern auch der nach der missratenen WM und dem Abstieg aus der A-Staffel der Nations League zu Recht heftig angezweifelte Bundestrainer. Löw gab wie Neuer die richtige Antwort, er hat es geschafft, diese junge Mannschaft hinter sich zu vereinen, und sie mit einer gewieften Strategie in diese für die Zukunft sehr wichtige Partie geschickt. Denn dieser Auswärtssieg bei einem starken Gegner wird das Selbstvertrauen stärken und die gesamte Entwicklung befördern.

Ein erster Schritt in eine verheißungsvollere Zukunft ist gemacht.

Karlheinz Wild

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© Twitter: @equipedefrance

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71 Leserkommentare

BorisPasternak
Beitrag melden
27.03.2019 | 00:18

Fakt ist, um es kurz zu machen....

... Löw hat mit seinem Trainerstab eine Radikalanalyse gemacht und offensichtlich die richtigen Schlüsse [...]
iron-sahler
Beitrag melden
26.03.2019 | 22:37

Da ist schon viel typisch Deutsches hier...

Vor dem Spiel waren sich irgendwie alle einig, dass Holland eine klasse Mannschaft hat, die tollen Fußball [...]
HannesBalla
Beitrag melden
26.03.2019 | 12:33

@ Chat baker:
Natürlich haben Sie Recht, Rüdiger ist in die PL gewechselt. Aber Chelsea reisst ja au[...]
_Markelix
Beitrag melden
26.03.2019 | 12:33

Arroganz des Trainers (in Taktikfragen)

Vorweg: Die taktische Einstellung in der ersten Halbzeit war phantastisch; und das Spiel unserer Mannschaft [...]
BorisPasternak
Beitrag melden
26.03.2019 | 12:31

Ich gehe schwer davon aus, dass Löw und sein Trainerstab so professionell sind.....

dass sie hier nicht mitlesen. So viel Unsinn auf einem Haufen gibt es nicht oft zu lesen.

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