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13.05.2019, 13:54

Nominierter Fußball-Botschafter 2019

Michael Weiß im Porträt

Zum siebten Mal wird im Mai der Preis für den Deutschen Fußball Botschafter vergeben. Einer der Kandidaten in der Hauptkategorie "Trainer 2019" ist Michael Weiss - ein Porträt.

Michael Weiss
Nominierter Fußball-Botschafter 2019: Michael Weiß.
© imagoimagesZoomansicht

In Deutschland ist Michael Weiß quasi ein unbeschriebenes Blatt. Und dennoch steht er auf einer Stufe mit Jürgen Klinsmann. "Ich bin der einzige neben dem Weltmeister von 1990", schmunzelt der gebürtige Pfälzer, "der schon zum zweiten Mal zu den drei Nominierten für den Fußball-Botschafter gehört."

Seit Januar 2017 ist der hünenhafte, athletische Coach Nationaltrainer in der Mongolei. Zugegeben, nicht der Nabel der Fußballwelt, schließlich haben die Nachfahren von Dschingis Khan sportlich eigentlich andere Prioritäten. In dem Land, das zwischen Russland und China liegt und flächenmäßig viermal so groß wie Deutschland ist und weniger Einwohner als die Hauptstadt Berlin zählt, gab's olympische Medaillen bis dato nur in den Kampfsportarten Ringen, Judo und Boxen sowie im Schießen. Der Fußball führt in dem Staat von Nomaden eigentlich eher ein Schattendasein.

Der 54-jährige Michael Weiß ist nicht nur für die Nationalmannschaft zuständig, er kümmert sich auch um alle U-Teams, die Trainer-Ausbildung und um die Verbesserung der Strukturen des Verbandes. Auch wegen der klimatischen Verhältnisse in der Mongolei sind die Aktivitäten beschränkt auf die Monate zwischen April und Oktober - danach zwingt die Kälte die Fußballer zum Futsal.

Ochsentour oder Privileg

Ein Fulltime-Job unter nicht immer optimalen Bedingungen. Gerade mal gut 500 Seniorenspieler stehen Weiß für die Nationalmannschaft zur Verfügung, auch wenn die meisten in der Hauptstadt Ulaanbaatar ansässig sind - in den Weiten der Provinz gibt's nur wenige Klubs, die in den zwei Ligen der Mongolei spielen. Michael Weiß, der sich seine ersten Sporen als Trainer in Japan (1997 bis 2004) verdiente, dann als Co-Trainer unter Eckhard Krautzun in der U-20-Auswahl Chinas tätig war, bevor er als Technischer Direktor in Ruanda anheuerte. Von 2011 bis 2014 war er Nationaltrainer der Philippinen, bevor er im Klubfußball bei Otelul Galati (Rumänien) und Vital'O FC (Burundi) arbeitete.

Eine Ochsentour? "Kann man so sehen", gesteht Weiß, "oder man kann sich glücklich schätzen, im Fußball seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Als Nationaltrainer hat man schon ein gewisses Prestige, selbst wenn es auch nur in der Mongolei ist. Man muss immer alles geben, als wenn man Barcelona oder einen anderen Topklub trainiert. Das habe ich immer so gemacht. Es macht Spaß, wenn man sieht, wie sich die Jungs hier entwickeln. Natürlich hat das in der öffentlichen Wahrnehmung einen anderen Stellenwert, aber ich bin zufrieden".

Auch wenn die Fortschritte, wie in der Mongolei, gering erscheinen mögen. Seit seinem Amtsantritt hat Weiß sein Team in der FIFA-Weltrangliste von Rang 198 auf Platz 187 geführt. "Im Vergleich zu dem, was ich in den Philippinen geleistet habe, ist das hier die Sisyphusarbeit schlechthin. Ich bin nicht der Messias, aber ich muss jeden Tag die Ärmel aufkrempeln und Gas geben. Aber damit muss man pragmatisch umgehen. Und diplomatisch. Man muss akzeptieren, dass die Verantwortlichen auch hier ihren Nationalstolz haben", kennt der Coach die Befindlichkeiten im Land.

Brunei vor der Brust

Im Juni stehen wieder Qualifikationsspiele für die WM 2022 in Katar an. Gegen das Team aus Brunei. Und Weltbürger Weiß, dessen Familie im japanischen Fukuoka lebt, schätzt die Chancen auf das Erreichen der 1. Hauptrunde in Asien als gut ein. "Die kommen als Muslime einen Tag nach Beendigung des Ramadans zu uns", kalkuliert Weiß, "das müssten wir eigentlich schaffen. Wenn wir die Hürde nehmen, wären wir in einer von acht Fünfergruppen. Dann kämen andere Kaliber auf uns zu. Aber da wollen wir ja auch hin."

Wenn die beiden Qualifikationsspiele erfolgreich ausgehen sollten, verlängert sich der Vertrag in der Mongolei automatisch. Michael Weiß sieht seinen Trainerjob mit Pragmatismus. "Natürlich traue ich mir zu, auch andere und bessere Mannschaften zu trainieren", sagt er ganz nüchtern, "aber das kann man sich nicht immer aussuchen. Manchmal hängt es mit dem Erfolg zusammen, manchmal auch mit Beziehungen oder auch dem Zufall zusammen. Hier müsste auch wesentlich mehr in den Fußball investiert werden. Zudem haben wir das Handicap der langen Wintermonate." Immerhin: Auf eine Stufe mit Sonnyboy Jürgen Klinsmann hat es Michael Weiß schon geschafft...

Hardy Hasselbruch

 

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