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15.04.2019, 08:35

Der lange Kampf um Gerechtigkeit

Hillsborough - eine Chronologie seit 1989

Mit der Hillsborough-Katastrophe vom 15. April 1989 begann auch der lange Kampf der Angehörigen um Gerechtigkeit für die 96 Opfer. Eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse...

Memorial an der Anfield Road
In Anfield allgegenwärtig: Das Memorial für die Opfer der Hillsborough-Katastrophe.
© imago

15. April 1989: Beim FA-Cup-Halbfinale zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest kommt es im Hillsborough-Stadion von Sheffield Wednesday zur Katastrophe. In völlig überfüllten Bereichen des eingezäunten Liverpool-Blocks kommt es zur Katastrophe, in deren Folge 96 Menschen sterben. Die Polizei weist "alkoholisierten Fans" der Reds die Schuld zu, die "Sun" behauptet, diese hätten Tote bestohlen und die Arbeit der Beamten behindert.

Der Taylor-Report

15. August 1989: Lord Justice Taylor nennt in seinem vorläufigen Untersuchungsbericht schwere Fehler der Polizei als Hauptursache und kritisiert diese dafür, den Liverpool-Fans die Schuld gegeben zu haben. In der Folge des Reports, dessen finale Version am 19. Januar 1990 veröffentlich wird, schaffen der britische Fußball sowie UEFA und FIFA in ihren Wettbewerben Stehplätze ab.

Erste Untersuchung - Jury urteilt auf "Tod durch Unfall"

18. April 1990: Die erste Untersuchung der Vorfälle in Sheffield beginnt. Die Polizei von South Yorkshire beharrt darauf, dass betrunkene Fans, die zu spät und ohne Ticket angekommen seien, verantwortlich gewesen wären.

28. März 1991: Die Jury urteilt auf "Tod durch Unfall" und legt den Todeszeitpunkt von 95 Opfern kategorisch auf 15.15 Uhr fest (das 96. Opfer stirbt im März 1993 nach langem Kampf im Krankenhaus). Gegen dieses Urteil kämpfen die Familien der Opfer fast zwei Jahrzehnte an.

29. Oktober 1991: Der am Spieltag diensthabende Polizeikommandant David Duckenfield geht vorzeitig in den Ruhestand, er leide an Depressionen und dem Post-Traumatischen Stress-Syndrom. Eine disziplinarische Untersuchung wird deshalb gestoppt.

Rufe nach "Justice for the 96" - Dokumente vorzeitig offengelegt

15. April 2009: 30.000 Menschen nehmen an der Gedenkfeier zum 20. Jahrestag teil. Staatssekretär Andy Burnham schallen wütende "Justice for the 96"-Rufe entgegen - aus Enttäuschung darüber, dass auch die Labour-Regierung sich jahrelang passiv verhalten hat. Der Einsatz von Burnham und weiteren Abgeordneten sowie einer 156.000 Unterschriften umfassenden Online-Petition helfen daraufhin, dass die Regierung alle unter Verschluss gehaltenen Dokumente vorzeitig offenlegt. Eigentlich wäre das erst nach 30 Jahren möglich gewesen.

Premierminister Cameron entschuldigt sich "im Namen des ganzen Landes"

12. September 2012: Ein im Januar 2010 eingesetztes unabhängiges Gremium legt über 400.000 Seiten offizieller Dokumente vor und erklärt: 41 der 96 Toten hätten gerettet werden können, wenn im Stadion die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet worden wären. Polizei-Organisationen hätten belastende Aussagen und Beweise gefälscht und vertuscht und versucht, die Opfer als betrunkene Randalierer darzustellen. Premierminister David Cameron entschuldigt sich "im Namen des ganzen Landes".

Urteil "Tod durch Unfall" aufgehoben - Neue Untersuchung beginnt

19. Dezember 2012: Der High Court in London hebt das Urteil "Tod durch Unfall" auf.

31. März 2014: Eine neue, umfassende gerichtliche Untersuchung beginnt in Warrington. Der Fall jedes einzelnen Opfers wird komplett neu aufgerollt. Es wird der mit Abstand am längsten von einer Jury verhandelte Fall der britischen Justiz-Geschichte.

Kein Unfall: 96 Opfer wurden "rechtswidrig getötet"

26. April 2016: Die Jury verkündet ihr Urteil: Die 96 Opfer von Sheffield wurden "rechtswidrig getötet". Eine Fehleinschätzung der Polizei und nicht - wie jahrelang behauptet - das Fehlverhalten der Zuschauer war Schuld an der Tragödie, die kein Unfall war. Das Gericht betonte, alle 96 Fußball-Fans seien komplett ohne eigenes Verschulden getötet worden. "Fehler in der polizeilichen Planung" waren demnach die Ursache der Tragödie. Der Einsatzleiter habe die Tragödie "verursacht" oder zumindest "dazu beigetragen". Vor dem Gericht spielen sich bewegende Szenen ab. Angehörige fallen sich nach dem Urteil unter Tränen in die Arme, Familien singen gemeinsam "You'll never walk alone" an.

Anklage wegen grob fahrlässigen Totschlags in 95 Fällen

28. Juni 2017: Mehr als 28 Jahre nach Hillsborough wird Anklage gegen sechs Personen erhoben, darunter vier Polizeibeamte. Sie müssen sich wegen ihrer Rolle bei der Katastrophe bzw. ihrer Lügen bei der folgenden Verschleierungsaktion verantworten. Duckenfield wird wegen grob fahrlässigen Totschlags in 95 Fällen angeklagt. Sein Versagen, an jenem Tag Verantwortung zu übernehmen, so die Staatsanwaltschaft, "war außerordentlich schlecht und trug maßgeblich zu dem Tod jedes einzelnen der 96 Menschen bei, die so tragisch und unnötig ihr Leben verloren haben".

Trotz 29 Stunden Beratung: Jury erreicht kein Duckenfield-Urteil

3. April 2019: Die Jury im Prozess gegen den mittlerweile 74-jährigen Duckenfield schafft es nach 29 Stunden langer Beratung nicht, sich auf ein Urteil zu einigen. Der Angeklagte hatte alle Vorwürfe abgestritten. Die Staatsanwaltschaft kündigte ein Wiederaufnahmeverfahren an. Graham Mackrell (69), ehemaliger Sicherheitsbeauftragter von Sheffield Wednesday, wird wegen Nichteinhaltens der Sicherheitsvorschriften für schuldig befunden. Das Strafmaß wurde noch nicht festgelegt.

ski

 

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