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13.05.2019, 13:56

Nominierte Fußball-Botschafterin 2019

Petra Landers im Porträt

Zum siebten Mal wird im Mai der Preis für den Deutschen Fußball Botschafter vergeben. Als Kandidat in der Hauptkategorie "Trainer 2019" ist Petra Landers nominiert - ein Porträt.

Petra Landers
Nominierte Fußball-Botschafterin 2019: Petra Landers.
© imagoimagesZoomansicht

"Ich habe schon gewonnen!", kommentiert Petra Landers mit der ihr eigenen Leichtigkeit die Nominierung für den deutschen Fußball-Botschafter 2019. Der Sport lässt sie nicht los. Die heute 57-Jährige gehört zu den Pionierinnen des Frauen-Fußballs in Deutschland, schloss sich schon als 13-Jährige mit einer Ausnahmegenehmigung den Damen des TuS Harpen in Bochum an, um später Teil des Erfolgsteams der SSG Bergisch Gladbach 09 und Nationalspielerin zu werden. Mit dem Klub gewann Landers 1981 die Weltmeisterschaft (es gab damals noch keine offizielle Nationalmannschaft), 1989 folgte die Europameisterschaft für das inzwischen installierte Frauenteam des DFB.

Ihre Leidenschaft für den Fußball hat sie sich bis heute bewahrt. Nicht auf der Leistungsebene, sondern überall dort, wo Mädchen und Frauen gern miteinander spielen möchten. Sie ist keine Trainerin, sondern engagiert sich in Workshops, "das ist es, was mich wirklich glücklich macht. Eine tolle Sache fürs Herz". In Berlin lernte sie 2010 bei einem dieser Workshops ein Frauen-Team aus Sambia kennen, das mit leuchtenden Augen und singend auf den Platz kam. "Da kam bei mir der große Wunsch auf, dass ich das Team gern in Afrika besuchen möchte", sagt die Frau, die ihre Brötchen in einer Großtagespflegestelle in Bochum verdient, "in der Pampers League", wie sie lacht.

Auf eigene Kosten und in ihrem wohl verdienten Urlaub hat sich Petra Landers 2014 dann nach erstmals Afrika aufgemacht. Trainierte eine Woche lang mit acht Mannschaften auch aus sozialen Randgruppen und stellte fest: "Was Schöneres gibt es gar nicht", erinnert sie sich, "da spielte barfuß gegen Fußballschuh. So wie ich es auch erlebt hatte in den Anfängen." Da wurde bei ihr alles wieder aufgeweckt. Dieser Spaß am Spiel. Just for fun! "Die Vereine haben gar nichts", stellt Landers fest, "und die Mädchen haben auch gar nichts!"

Mit der Hilfe von Street Football World hat sie jetzt seit einem Jahr häufiger die Möglichkeit, in Sambia zu helfen. Vorher war es eine Frage des eigenen Geldbeutels. Die Organisation, wie auch Discover Football, unterstützen sie bei ihren Workshops. Neben Sambia und dem Libanon steht in diesem Jahr auch Vietnam auf dem Plan. Ein Problem: Da der Urlaub für diese Unternehmungen gar nicht mehr reicht, muss Petra Landers sehen, dass sie ihre Urlaubsvertretung in der Tagespflegestelle in Bochum selber bezahlen muss.

Als Opfer will Petra Landers ihr Engagement nicht werten. Es ist vielmehr die Freude, die Lust auf die Begegnung mit den Menschen auf den anderen Kontinenten. "Ich fahre dort ja nicht als Touristin hin. Ich lebe dort nicht im Hotel, sondern bei den normalen Leuten. In den Familien - egal, welche Schicht es ist. Die vielen Kinder kennen mich schon alle. Und für mich ist das ganz großes Kino!", schildert Landers den Zugang zu anderen Kulturen, zu einer anderen Welt. Wie in Chawama, einem Armenviertel in der Hauptstadt Lusaka. "Dort", weiß die 57-Jährige, "dort tanke ich auch wieder Energie, wenn ich mich hier kaputt fühle. Diese Herzlichkeit, das Willkommen Sein, ist das Besondere. Deshalb habe ich auch das Ziel, irgendwann nach Sambia auszuwandern. Um dort vor Ort noch besser helfen zu können."

Kicken am Kilimandscharo

In die Schlagzeilen kam sie auch mit einer ganz anderen Aktion: Petra Landers gehörte zu den teilnehmenden Fußballspielerinnen aus 20 Ländern, die - im Rahmen der Initiative "Equal Playing Field" - für mehr Gleichstellung von Mädchen und Frauen im Sport warb und am 25. Juni 2017 unter Leitung von offiziellen FIFA-Schiedsrichterinnen im Krater des Kilimandscharo in einer Höhe von 5729 Metern ein Fußballspiel bestritt. "Dafür habe ich noch einmal alles gegeben", beschreibt sie ihre Motivation, "ich bin wieder ins Training eingestiegen. Ich bin mit einer Gewichtsweste gelaufen, nachher kam noch eine Maske hinzu, um die Höhe zu simulieren. Da habe ich nur gedacht: Wow, wie cool ist das denn? Aber man muss sich Ziele setzen, dann kann man auch etwas erreichen. Und dies versuche ich auch den Mädchen mitzugeben." Vollgepumpt mit Adrenalin schaffte sie den siebentägigen Aufstieg zum Kilimandscharo, obwohl sie zuvor nie geklettert war, und spielte dann auch noch 35 Minuten!

Fußball als Mission? "Auf jeden Fall", gesteht sie, "ich möchte meine ganzen Erfahrungen weiter transportieren. Und vieles, was mir in meiner Laufbahn gefehlt hat, das gebe ich den Mädchen mit. Mir fehlte früher oft die Wertschätzung und Anerkennung, auch von meinen Eltern. Ich wurde nie gelobt, dass ich Nationalspielerin war. Heute bin ich mit den Mädchen in Sambia auf Augenhöhe. Nur so kann ich ihnen Fußball vermitteln."

Hardy Hasselbruch

 

kicker

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