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16.05.2019, 16:58

Der TSG-Coach über seinen Start, seine Amtszeit, seinen Abschied

Nagelsmann plaudert aus dem Nähkästchen

Ein Spiel noch, dann ist die Ära Nagelsmann in Hoffenheim Geschichte. Vieles macht der 31-Jährige, der zum Ligarivalen RB Leipzig wechselt, zum letzten Mal in diesen Tagen, so lud er am Donnerstag zur letzten Pressekonferenz vor dem letzten Ligaspiel mit der TSG am Samstag in Mainz. Eine Gelegenheit, bei der Nagelsmann ein bisschen aus dem Nähkästchen plauderte. Zum Beispiel über den Hintergrund, seines bereits ein Jahr zuvor erklärten ...

Plaudert aus dem Nähkästchen: Hoffenheims scheidender Coach Julian Nagelsmann.
Plaudert aus dem Nähkästchen: Hoffenheims scheidender Coach Julian Nagelsmann.
© imago imagesZoomansicht

... Wechsel nach Leipzig: "Wenn es keinerlei Gerüchte gegeben hätte und Nachfragen, ob ich zu Dortmund Tottenham oder sonstwohin wechsele, dann hätte ich das nicht zwingend für notwendig befunden, es so früh zu machen. Ich habe das zum Wohle des Vereins und der Mannschaft getan, damit wir in Ruhe arbeiten können. Theoretisch hätte ich erst gestern verkünden können, ich gehe übrigens nach Leipzig. Bis zum 15. Mai hätte ich spätestens den Aufhebungsvertrag unterschreiben müssen. Das war das einzige Limit, das ich hatte. Natürlich war mir bewusst, dass es ein gewisses Risiko birgt, aber ich bin gerne bereit, Risiko einzugehen, wenn es für die gesamte Gruppe besser ist. Es war mir wichtig, dem Klub die Chance zu geben, frühzeitig zu planen und allen Klarheit zu geben, was im nächsten Jahr passiert. Ich würde das auch wieder so machen."

... seinen Abschied: "Der Vorteil des frühen Abschieds ist, es staffelt sich ein bisschen, man kann sich drauf vorbereiten. Natürlich werde ich am Sonntag traurig sein, wenn ich zum letzten Mal vom Hof fahre, der Abschied wird versüßt, sollten wir die Europa League erreichen, er wird aber auch nicht bitterböse, wenn wir das nicht erreichen, es war eine unglaubliche Zeit, die wir zusammen erlebt haben."

... Abschiedsworte an die Mannschaft: "Das wird auch davon abhängen, wie es ausgeht. Das Schönste ist in meinen Augen, dich mit Menschen abzugeben, wo du so sein kannst, wie du bist. Das war bei dieser Mannschaft so. Heute sagte ich zum Beispiel zu unserem Torhüter Alexander Stolz 'So verschwitzt sehe ich echt scheiße aus'. Seine Antwort: 'Dann schwitzt du also immer.' So was sagt kaum ein Trainer zu einem Spieler und kein Spieler zu seinem Trainer. Ich hatte nie das Gefühl, ich muss schauspielern. Ich konnte verrückt sein, nachdenklich, ernst, locker, fokussiert, inhalts- und erfolgsgetrieben, es war immer sehr angenehm. Das ist das größte Kompliment, dass ich dieser Mannschaft machen kann, das werde ich ihnen auch sagen."

... Spielerentwicklung: "Nico Schulz ist ein tolles Beispiel, der sich aus einer nicht wirklich tragenden Rolle in Gladbach zu einer tragenden Rolle bei der TSG und in der Nationalmannschaft entwickelt hat. Oder Benni Hübner, der uns sehr viel Stabilität verleihen kann, Kevin Vogt, der in Köln auf dem Abstellgleis war, mit dem wir mit viel Weitsicht etwas Tolles geplant und entwickelt haben. Da kann man sehr viele Spieler nennen, die sich deutlich verbessert haben, Kerem Demirbay ebenso wie Andrej Kramaric, ich könnte noch mehr nennen."

... Manager Alexander Rosen: "Das Besondere ist, dass wir uns schon ewig kennen und auch eine menschliche Basis haben. Wir haben zuletzt auch einen Ausflug gemacht zwei Tage, bei dem wir viel gelacht haben. Es ist immer eine Gratwanderung. Wir haben ein sehr gutes Gleichgewicht hinbekommen zwischen Spielern, die der Trainer unbedingt will und trotzdem zum Klub passen, und Spielern, die der Klub unbedingt will und auch zum Trainer passen. Das war schon etwas Außergewöhnliches. Wir haben auch viele Spieler hergelockt, die nicht nur die Option Hoffenheim hatten. Weil wir so aufgetreten sind, wie wir sind."

... Sein größtes Vermächtnis: "Wir haben einen Kader geschaffen, der rein theoretisch ohne Probleme 200 Millionen einbringen könnte, und dem Klub Bundesligafußball wahrscheinlich über Jahre garantiert. Ein Vermächtnis, das deutlich schwerer wiegt, als eine Champions-League-Teilnahme, nicht aus emotionaler, aber wirtschaftlicher Sicht, das Größte, das wir erreicht haben, darauf bin ich auch am meisten stolz."

... ein Sabbatical irgendwann: "Es gab Momente, in denen ich darüber nachgedacht habe, irgendwann mal eines zu machen. Das kommt in der Trainerkarriere meistens von ganz alleine, dass man mal eines einstreuen muss. Vielleicht wird es Momente geben, in denen ich durchschnaufen muss, aber jeder, der mit mir tagtäglich zu tun hat, ist eher gestresst von meiner Energie. Ich bin sehr selten müde und habe nicht das Gefühl, ein Jahr Pause bringt mich extrem nach vorne. Eher die Menschen, die mit mir zu tun haben, nach hinten."

Aufgezeichnet von Michael Pfeifer

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Alleine aus der nationalen Vermarktung der Medienrechte wurden in dieser Saison insgesamt 1,117 Milliarden Euro an die 36 Vereine der Bundesliga und der 2. Bundesliga verteilt. Welche Summe jeder Verein bekommt, steht vor dem Anpfiff einer Spielzeit fest. Folgende TV-Gelder (in Millionen Euro) aus der nationalen Vermarktung der DFL bekamen die Klubs in dieser Saison.
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weitere Infos zu Nagelsmann

Vorname:Julian
Nachname:Nagelsmann
Nation: Deutschland
Verein:TSG Hoffenheim


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