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12.05.2019, 14:31

Drei Finanzierungs-Bausteine für den geplanten Neubau

Hertha will Arena-Geldgeber offenlegen

Bundesligist Hertha BSC will die Finanzierung des geplanten Baus einer neuen Fußball-Arena offenlegen. Zugleich wirbt Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller in einem Interview in der Berliner Morgenpost (Sonntags-Ausgabe) vehement für die Pläne des Klubs, die bislang in den Reihen der Berliner Landespolitik eher auf Skepsis und Ablehnung stoßen.

Der Berliner Olympiastadion
Spätestens ab 2025 soll die legendäre blaue Tartan-Bahn bei Hertha-Spielen der Vergangenheit angehören.
© imago imagesZoomansicht

"Wir müssen unsere Argumente noch intensiver vortragen und ein Bewusstsein dafür schaffen, was entscheidende Elemente im engen Wettbewerbsumfeld des heutigen Fußballs sind", erklärt Schiller. "Das Thema Stadion ist ein wichtiger Faktor. Ich hoffe, dass die Politik die mittelfristige Bestandssicherung eines Fußballvereins, aber auch eines mittelständischen Unternehmens in dieser Stadt als Aufgabe versteht. Wir sprechen über 150 Millionen Euro Jahresumsatz und mehr als 1000 von uns abhängige Arbeitsplätze."

Preetz: Andere Bundesligisten erhalten mehr Unterstützung

Bereits zu Wochenbeginn hatte Michael Preetz, Herthas Geschäftsführer Sport, in einem kicker-Interview angekündigt, den Druck auf die Politik zu erhöhen, und mangelnde Unterstützung beklagt: "Das Bewusstsein dafür zu wecken ist unsere Aufgabe. Es zu verstehen ist allerdings die Aufgabe der Politik - und da kann die Politik sicher noch nachbessern. Die Unterstützung, die andere Bundesliga-Klubs durch ihre Städte erhalten, ist jedenfalls größer als unsere Unterstützung in Berlin. Das Fußball-Feeling ist in Berlin leider nicht so ausgeprägt wie in anderen Städten. Das setzt sich bis in die Politik fort."

Hertha will nach Ablauf des Mietvertrages 2025 aus dem Olympiastadion, wo der Klub seit 1963 spielt, ausziehen. Zuletzt hatte Hertha im Ringen um den Wunsch-Standort der neuen Arena auf dem Gelände des Olympiaparks an der Rominter Allee einen empfindlichen Rückschlag kassiert. Die Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 hatte am Ende des ersten Quartals die Verhandlungen über einen Verkauf des Grundstücks, das Hertha benötigt und auf dem aktuell sechs Wohnhäuser mit insgesamt 24 Wohnungen stehen, für beendet erklärt. Schiller bekräftigt trotz dieses Rückschlags im Interview in der Berliner Morgenpost:

Wenn es in den nächsten 50 Jahren noch hochklassigen Fußball in Berlin geben soll, brauchen wir ein neues Stadion.Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller

Zugleich kündigt er an, die Finanzierung des Projekts, das zwischen 200 und 250 Millionen Euro kosten und komplett privat finanziert werden soll, transparent zu gestalten. Wenn es so weit sei, werde man die Finanzierung "total offenlegen", zudem "könnte die Struktur (der Finanzierung, Anm. d. Red.) den Abgeordneten übrigens bereits bekannt sein. Die Unterlagen liegen zur Einsicht im Datenraum des Abgeordnetenhauses." Schiller erklärt, dass es drei Finanzierungs-Bausteine geben werde: Eigenkapital "in geringeren Tranchen", eine Anleihe, "die wir als Hertha KG emittieren wollen", und Bankdarlehen, "entweder von einer Bank oder einem Konsortium". Im Moment sei Hertha "in einer Ausschreibung für diese Finanzierung - wir haben drei konkrete Finanzierungsalternativen, die wir prüfen". An der Integrität der potenziellen Geldgeber lässt Herthas Finanz-Boss keinen Zweifel: "Das sind Adressen, mit denen wir uns national und international sehen lassen können." Man rede "über deutsche und internationale Banken. Und die Anleihe wird öffentlich sein, jeder kann sehen, was da drin steht."

Politische Entscheidung noch dieses Jahr

Bei der anstehenden Mitgliederversammlung am 19. Mai will der Klub das Votum der Basis einholen - und danach auf eine zügige Entscheidung der Berliner Politik drängen. Über den ausgegebenen Zeitplan, der eine Arena-Eröffnung für Juli 2025 vorsieht, hatte Preetz zuletzt mit Blick auf die weiterhin ungelöste Standort-Frage gesagt: "Es ist nicht so, dass der Zeitplan unmöglich ist, aber er wird natürlich immer ambitionierter." Schiller unterstreicht: "Als reine Bauzeit sind dreieinhalb Jahre veranschlagt. Deshalb brauchen wir in diesem Jahr eine politische Entscheidung, damit wir den Wettbewerb für das Stadion hinkriegen und die Vergabe organisieren können." Die von Preetz im kicker erstmals öffentlich thematisierte Option einer Übergangslösung greift derweil auch Schiller auf und erklärt: "Temporäre Stadien haben andere Genehmigungsvoraussetzungen als ein festes Stadion. Aber unsere Priorität ist ein Neubau an der Rominter Allee."

dpa/str

 
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Stadionkapazität: 74.475

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