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22.04.2019, 12:56

Freiburg: Die schmerzhafte Seite des konstruktiven Ansatzes

Streich: "...dann kriegen wir halt den Sack voll"

Der SC Freiburg ist in einer schmerzhaften Dauerschleife gefangen. Die Mannschaft von Christian Streich spielt konstruktiv Fußball, lässt jedoch jegliche Effizienz im Torabschluss vermissen - ganz anders als der Gegner. Borussia Dortmund verpasst dem SC mit einem 4:0 die nächste Abreibung. Für die letzten drei SC-Partien stehen 1:11 Tore und null Punkte zu Buche.

Christian Streich
Zum Wegschauen: Christian Streich und sein Team wurden vom BVB abgestraft.
© picture allianceZoomansicht

"Das ist Wahnsinn, aber das ist die Bundesliga", haderte Streich mit dem Ablauf der letzten 270 Spielminuten seines Teams. "Wir haben probiert, Fußball zu spielen und das auch getan. Dortmund war sehr effizient und wir waren null effizient, wie schon in Mainz und Bremen", resümierte der Freiburger Trainer, der einmal mehr erkennen musste, dass seinen Profis die entscheidende Qualität abging: Das Toreschießen.

Vor allem nach dem frühen Rückstand, als Marco Reus, Raphael Guerreiro und Mario Götze einen zu passiven Freiburger Defensivverbund sezierten, agierten die Hausherren mutig und kamen über eine gute Raumaufteilung zu Torchancen. Drei gute Gelegenheiten waren es binnen vier Minuten. Aber zunächst wurde Vincenzo Grifo im Strafraum gerade noch von Julian Weigl geblockt, dann entschärfte Roman Bürki einen satten Fernschuss Luca Waldschmidts und Florian Niederlechner setzte einen Kopfball über das Tor.

Die Weisheit, dass du irgendwann einen oder mehrere Gegentreffer kassierst, wenn du vorne deine Möglichkeiten nicht nutzt, ist wohl so alt wie das Spiel selbst. Vor allem, wenn ein Gegner über eine hohe individuelle Qualität verfügt. "Ab und zu werden wir abgestraft. Wenn wir nicht die Qualität zeigen können und eine ungünstige Spielentwicklung haben, dann kriegen wir halt den Sack voll", hat Streich festgestellt. Zuletzt war das zweimal der Fall, beim 0:5 in Mainz und nun gegen Dortmund.

Dank Stuttgart: Ziel fast erreicht

Die drei Niederlagen in Folge führen dennoch nicht zu einer Abkehr vom Freiburger Plan, mit einem fußballerischen Ansatz zum Erfolg kommen zu wollen. "Sollen wir warten, wenn es 0:1 im eigenen Stadion steht und uns mit zehn Mann hinten reinstellen?", fragte Streich rhetorisch: "Nein, das machen wir nicht, darauf haben wir keine Lust." Diese Freiheit nimmt sich Streich heraus, weil sie ureigener Teil des Freiburger Weges ist. Aber natürlich heiligte auch schon im Breisgau der Zweck die Mittel. Aktuell ist das aber nicht nötig, weil der Sport-Club durch die erneute Stuttgarter Niederlage sein oberstes Ziel, die Zulassung zu einer weiteren Bundesliga-Saison, so gut wie erreicht hat.

Die bisherigen 32 Punkte hat die Streich-Elf überwiegend dank eines konstruktiven Ansatzes erreicht, der aktuell allerdings ordentlich auf die Stimmung drückt. Angesichts der nächsten Aufgabe beim Tabellendritten Leipzig und der anhaltenden Personalprobleme ist diese schmerzhafte "Sack-voll-Periode" wohl noch nicht zu Ende.

Carsten Schröter-Lorenz

Bundesliga, 2018/19, 30. Spieltag
SC Freiburg - Borussia Dortmund 0:4
SC Freiburg - Borussia Dortmund 0:4
Pläuschchen

BVB-Trainer Lucien Favre (l.) und Freiburgs Coach Christian Streich unterhalten sich vor Spielbeginn.
© imago

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Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Bayern München79:2970
 
2Borussia Dortmund72:3669
 
3RB Leipzig57:2361
 
4Eintracht Frankfurt58:3553
 
5Bor. Mönchengladbach49:3751
 
6TSG Hoffenheim65:4150
 
7Bayer 04 Leverkusen53:4848
 
8Werder Bremen52:4246
 
9VfL Wolfsburg48:4546
 
10Fortuna Düsseldorf40:5937
 
11Hertha BSC41:4836
 
121. FSV Mainz 0537:5136
 
13SC Freiburg39:5432
 
14FC Augsburg46:5531
 
15FC Schalke 0432:5227
 
16VfB Stuttgart27:6721
 
171. FC Nürnberg24:5618
 
18Hannover 9625:6615

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