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21.04.2019, 15:19

Der VfB-Sportvorstand zum Trainerwechsel und zur Arbeitsverweigerung der Profis

Hitzlsperger: "Keine Lippenbekenntnisse mehr"

Am Tag nach der Arbeitsverweigerung war wieder Arbeit angesagt. Die Profis, die beim jämmerlichen 0:6 in Augsburg durchgespielt hatten, liefen ein paar Runden um die Trainingsplätze und verschwanden im Kraftraum. Während sich der Sportvorstand neben dem Platz zur Entwicklung beim VfB Stuttgart äußerte.

Thomas Hitzlsperger
Im Mittelpunkt: Thomas Hitzlsperger nahm am Sonntag zur Situation beim VfB Stellung.
© imagoZoomansicht

Ausgewechselte, Reservisten und Tribünenhocker wurden vom neuen Trainer Nico Willig und dessen Co-Trainern Francisco Paco Vaz und Tobias Rathgeb angeleitet. Während sich der Sportvorstand neben dem Platz zur Entwicklung beim VfB Stuttgart äußerte. Thomas Hitzlsperger sprach über ...

... die Entlassung von Trainer Markus Weinzierl: Ich hatte ja schon gesagt, dass ich mir das Ganze nochmal durch den Kopf lassen müsste, habe dann mit Kollegen gesprochen und das Spiel kurz aufgearbeitet. Es war folgerichtig diese Entscheidung zu treffen, die ich abschließend Markus mitgeteilt habe.

... das Gespräch mit Markus Weinzierl: Natürlich war das ein schwieriges Gespräch. Wir haben unsere Sichtweisen noch einmal ausgetauscht. Mir ist es schwergefallen, weil ich ihn sehr, sehr schätze. Aber ich habe ihm auch mitgeteilt, dass es für uns keine Alternative gab. Es war ein ganz, ganz schwieriger Tag, den ich weder mir noch Markus nochmal wünsche. Ich wusste, als ich den Job angetreten habe, dass das irgendwann solche Entscheidungen kommen werden. Das wird mir in Zukunft sicher wieder passieren. Aber ich will das nicht zu oft machen müssen.

... Kontinuität: Ich sehe in Kontinuität die höhere Wahrscheinlichkeit von Erfolg. Also möchte ich das auch. Aber wenn ich erkenne, dass es in einer Konstellation nicht weitergeht, muss ich handeln. Das werde ich auch tun.

... zur Jobgarantie für Weinzierl: Ich habe wiederholt erklärt, dass es mein absoluter Wunsch ist, das gemeinsam durchzuziehen. Es ist nicht verwunderlich, dass das irgendwann mit dem Begriff Jobgarantie tituliert wurde. Ich habe Markus offen gesagt: Ich möchte Kontinuität im Verein. Wenn ich aber merke, dass diese Kontinuität zu einer Gefahr für den Erfolg des Vereins würde, dann müsse ich das überdenken. Das war in Augsburg der Fall.

... die vielfältigen Probleme der Mannschaft: Klar kann man, wenn man so 0:6 verliert, nicht nur einen Einzelnen dafür verantwortlich machen. Das wäre zu einfach. Die Entscheidung hatte auch nicht allein mit dem Spiel in Augsburg zu tun. Wir kamen zu der Überzeugung, dass wir angesichts der Entwicklung nicht den Klassenerhalt schaffen würden, wenn wir so weitermachten. Es ist aber auch klar, dass die Spieler brutal enttäuscht haben.

... seine Ansprache an die Mannschaft: Ich habe auch alleine mit der Mannschaft gesprochen, wollte nicht einfach so weitermachen, nur mit einem neuen Trainer. Es war mir ein Bedürfnis, der Mannschaft zu erklären, dass das in Augsburg ganz, ganz schwach war. Ich wollte hören, wie es die Spieler selbst sehen. Dass sich die Jungs selbst erklären, wieso so etwas passieren konnte. Alle sagen immer, wir wollen nicht absteigen. Aber ich habe nicht gesehen, dass das wirklich alle ernsthaft vermeiden wollen. Keine Lippenbekenntnisse mehr. Man muss auf dem Platz sehen, dass sie wirklich in der Liga bleiben wollen. Das habe ich sehr vermisst bei allen.

... zum Kampf um den Klassenerhalt: Das Schöne ist, dass wir weiterhin die Möglichkeit haben, den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen. Selbst über die Relegation. Es muss jetzt keiner jammern, dass alles schlecht wäre und wir keine Chance hätten. Wir haben noch alle Möglichkeiten.

... die Erwartungen an Nico Willig: Ich erwarte, was ich in den vergangenen zwei Jahren bei ihm erlebt habe. Ich habe gesehen, was er mit der U 17 geschafft hat, was er jetzt mit der U 19 erfolgreich erarbeitet. Seine Arbeitsweise, seine Art der Ansprache, sein Wissen - wenn er all das bei den Profis einbringen kann, bin ich sehr zuversichtlich, dass er erfolgreich sein kann.

... die Erwartung an die Spieler: Wir haben die Chance, alles zu korrigieren. Man hat beim FCA gesehen, was durch einen Trainerwechsel passieren kann. Ich hoffe, dass wir eine ähnliche Wirkung erzielen können, dass andere Emotionen wieder dabei sind, dass auf dem Platz die Qualität zum Tragen kommt, die zweifelsfrei vorhanden ist. Auch wenn wir sie zu selten gesehen haben.

... die Entscheidung für eine interne und keine externe Lösung: Ich kenne ihn, kenne seine Arbeitsweise und glaube, dass er genau das der Mannschaft bringen kann, was sie braucht. Zum Beispiel, wie wir wieder mehr Torchancen herausspielen können. Wir müssen daran arbeiten, wieder offensiv zu denken, dass wir wieder mutiger nach vorne gehen. Wir müssen mehr ins letzte Drittel kommen, müssen Chancen erzwingen wollen. Alle anderen vermeintlichen Kandidaten kenne ich nicht so gut. Ich verlasse mich lieber auf das, was ich weiß, was ich kenne. Damit ist mir viel wohler.

... das Risiko, einen jungen, unerfahrenen Trainer zu nehmen: Ich habe ihn gefragt, ob er sich das zutraut, wie er die Sache angehen will, was er dazu denkt. Da ist er sehr klar. Was heißt Risiko? Wir haben nie eine Garantie. Auch nicht, wenn ein Trainer schon dreimal einen Abstieg verhindert hat. Jeder Klub ist immer eine neue Situation. Er braucht jedenfalls keine Eingewöhnungszeit.

... den Trainer und Menschen Willig: Die U 19 spielt erstklassigen Fußball, steht an erster Stelle der Junioren-Bundesliga und im Pokalfinale. Daran kann man schon mal sehen, was er erreicht hat. Ich bin selbst gespannt, was mich erwartet. Seine Arbeitsweise hat mich jedenfalls überzeugt. Jetzt trifft er auf Profis, die gerade sehr negative Erfahrungen machen, wofür sie auch selbst verantwortlich sind, und muss dafür sorgen, dass die Jungs wieder bestmögliche Leistung bringen können. Das traue ich ihm zu.

... die Perspektive des neuen Trainerteams: Es gibt eine klare Abmachung bis zum Ende der Saison, nicht darüber hinaus. So wollen es beide Seiten.

... seine erste Zwischenbilanz als Sportvorstand: Die ersten Tage und Wochen waren sehr schwierig. Ich möchte aber nicht sagen, dass ich es bereue. Überhaupt nicht, weil ich auch die Möglichkeiten, das Potenzial, die Größe des Vereins sehe. Dieser Klub ist etwas ganz besonderes, wie nur ganz wenige Klubs in Deutschland. Das Tagesgeschäft mit seiner Kurzfristigkeit ist eine extreme Belastung. Für viele Menschen, das spüre ich jeden Tag.

... seine Arbeitsweise: Wir müssen Ruhe bewahren. Wenn wir uns jetzt dirigieren lassen von der Angst, dann steckt das an. Ich bin von dem Wunsch beseelt, Stärke und Ruhe auszustrahlen. Nur dann haben wir die Möglichkeit, Erfolg zu haben. Wenn wir kopflos rumrennen, haben wir gar keine Chance.

... die Zukunft: Drei Trainer in einer Saison geht nicht, das ist nicht mein Ziel und nur der aktuellen Situation geschuldet. Ich bin erst ein paar Wochen da und habe es zu akzeptieren, aber ich will das nicht mehr in dieser Häufigkeit erleben.

Aufgezeichnet von George Moissidis

Bundesliga, 2018/19, 30. Spieltag
FC Augsburg - VfB Stuttgart 6:0
FC Augsburg - VfB Stuttgart 6:0
Fokussiert

FCA-Coach Martin Schmidt vor dem schwäbischen Duell.
© imago

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