Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
21.04.2019, 10:36

Der Kommentar von George Moissidis

Gegen den Abstieg? Gegen den Trainer!

Wie er gekommen war, so ging er auch. Aufrecht durch den Haupteingang. Bei aller Niedergeschlagenheit verließ Markus Weinzierl noch nachts nach der Rückreise aus Augsburg Stuttgart. So, wie es sich in seinen Augen gehört. Mit moderaten Worten statt quietschenden Reifen verließ der Trainer das Klubgelände, nachdem er sich sogar geduldig von auf Erklärungen wartenden Fans verabschiedet hatte.

Hat die Mann
Kampflos, emotionslos, lustlos: Der VfB-Kader krankt bis in die Wurzeln.
© imagoZoomansicht

Weinzierl musste, wie viele andere vor ihm, einsehen, dass Stuttgart eben etwas ganz Besonderes ist: besonders traditionsbehaftet, besonders traditionsbewusst, besonders traditionell, wenn es um das schnelle Ende der Haltbarkeit von Trainern geht. Mit dem 44-Jährigen räumte der 16. Chefcoach in knapp zwölf Jahren seinen Spind in Bad Cannstatt.

Zufall? Sicher nicht, weil nachvollziehbar, nachdem Weinzierl partout die Wende zum Guten nicht hinbekommen hat, die Angst vor einem direkten Abstieg größer als die Hoffnung auf den direkten Klassenerhalt gewachsen ist und die Leistungen immer desolater geworden sind. Alles Faktoren, die im Verantwortungsbereich des früheren Augsburgers liegen, der ausgerechnet in seiner alten Heimat seine schmerzlichste Niederlage einstecken, eine regelrechte Demütigung erdulden musste.

Im Winter hatte der 44-Jährige noch nach Verstärkungen gerufen. Schnelle Außen, die er in Zuber und Esswein bekam. Die gerade mal die größte Not linderten. Vor allem aber bat er einen spielstarken Sechser und einen torgefährlichen Stürmer, die er beide nicht bekam. Stattdessen wurden 11,5 Millionen Euro in Innenverteidiger Kabak gesteckt, der zwar zugegeben eine wirkliche Bereicherung darstellt. Der allerdings Finanzen band, die man anderweitig sinnvoller hätte einsetzen können. Heute weiß man, dass das Zentrum und der Angriff die größten Schwachstellen der Mannschaft sind, die auch in Augsburg, gegen einen defensiv offenen Kontrahenten, aus den sich bietenden Großchancen mal wieder null Profit schlagen konnte.

George Moissidis
kicker-Redakteur George Moissidis über den Trainerwechsel in Stuttgart.
© kicker

Eines hatte sich Markus Weinzierl schon vor Monaten geschworen: Er werde nicht kampflos seinen Platz räumen. Dies besorgten jetzt seine Spieler für ihn: kampflos, emotionslos, lustlos ließen sich die Stuttgarter vom FCA regelrecht vorführen. Womit sie einmal mehr selbst unterstrichen, dass dieser Kader bis in die Wurzeln krankt. Auch wenn sich die Spieler dagegen verwehren: Diese Vorstellung, die den Begriff Leistung nicht annähernd verdient hat, lässt kaum einen anderen Schluss zu, als dass hier eine Mannschaft (zu großen Teilen) nicht gegen den Gegner oder den Abstieg, sondern gegen ihren Chefcoach gespielt hat.

Die Probleme in dieser Ansammlung nicht ganz einfacher Charaktere, die sich - bis auf wenige Ausnahmen - stets die Nächsten sind, sind so mannigfaltig, dass auch Weinzierls Nachfolger neben Trainergeschick vor allem Glück und ganz besonders das Wohlwollen seiner neuen Spieler brauchen wird, um erfolgreich sein zu können. Anders wird auch Nico Willig nicht glücklich werden.

 
Seite versenden
zum Thema

Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Bayern München79:2970
 
2Borussia Dortmund72:3669
 
3RB Leipzig57:2361
 
4Eintracht Frankfurt58:3553
 
5Bor. Mönchengladbach49:3751
 
6TSG Hoffenheim65:4150
 
7Bayer 04 Leverkusen53:4848
 
8Werder Bremen52:4246
 
9VfL Wolfsburg48:4546
 
10Fortuna Düsseldorf40:5937
 
11Hertha BSC41:4836
 
121. FSV Mainz 0537:5136
 
13SC Freiburg39:5432
 
14FC Augsburg46:5531
 
15FC Schalke 0432:5227
 
16VfB Stuttgart27:6721
 
171. FC Nürnberg24:5618
 
18Hannover 9625:6615

DIE GANZE WELT DER KICKER APPS!
Informieren Sie sich über unser vielfältiges App Angebot:
Smart TV Tippspiel kicker MeinVerein Voice & VR eMagazine