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19.04.2019, 10:33

Weiser mit neuer Rolle - klares Zeichen für Alario und Paulinho

Boszs "heimlicher" Systemwechsel

Nach der Verletzung von Karim Bellarabi hatte Peter Bosz mehrere Möglichkeiten, den Ausfall des rechten Flügelstürmers aufzufangen. Der Leverkusener Trainer wählte dafür die extremste Variante.

Peter Bosz und Mitchell Weiser
Haben die letzte Partie genau aufgearbeitet: Bayer-Coach Peter Bosz und Mitchell Weiser.
© picture allianceZoomansicht

Die Nachbereitung des 1:0-Erfolges in Stuttgart erfolgte für Mitchell Weiser und Leon Bailey im Speziellen. Peter Bosz gab dem Duo Rückmeldung darüber, wie sie ihren Job erledigt hatten, der etwas abgewandelt war. Schließlich spielten beide, zumindest bei Leverkusener Ballbesitz, allein auf ihren Seiten.

Die Ursache dafür liegt in der Muskelsehnenverletzung, die sich Karim Bellarabi vor zwei Wochen zuzog und die das Saisonaus für den Flügelstürmer bedeutet. Dieser Umstand hat dazu geführt, dass Bosz von seinem Lieblingssystem 4-3-3 abgewichen ist oder es zumindest massiv modifiziert hat und bei Ballbesitz in einem asymmetrischen 3-6-1 mit einer Dreierkette (Tah, Sven Bender, Wendell), vier im Zentrum agierenden Spielern (Baumgartlinger, Aranguiz, Brandt, Havertz), einer Spitze (Volland) und eben den zwei erwähnten Außenbahnspielern agieren ließ, von denen Weiser etwas defensiver, Bailey etwas offensiver ausgerichtet war.

Weiser übt Selbstkritik

"Natürlich ist es jetzt ohne Karim etwas anders für mich. Aber es kommt mir entgegen", sagt Weiser, dem in Stuttgart aber eine Facette seines Spiels nicht gefiel. "Ich hatte offensiv schon meine Aktionen, aber der letzte Pass ist nicht gekommen. Ich habe das auch mit dem Trainer analysiert. Und mir ist es dann auch selber aufgefallen, dass ich mehr Ruhe haben muss vor der letzten Aktion. Einmal hätte ich sogar selber schießen müssen", übt der Rechtsfuß Selbstkritik, der zu seiner abgewandelten Rolle wie Bailey Feedback vom Bosz in einem Sechs-Augen-Gespräch bekam. Weiser: "Der Trainer hat mit beiden Außen, Leon und mir, gesprochen, weil er vor dem Spiel etwas von uns gefordert hatte und darüber reden wollte, wie wir das umgesetzt haben. Und dabei ist das zur Sprache gekommen."

Weiser hätte in der Tat mehr Akzente setzen können, suchte aber nicht zwingend die direkten Duelle, um sich am Flügel in eine noch bessere Position zu bringen. "Ich fand nicht, dass ich Aktionen abgebrochen habe", sagt der 24-Jährige, erklärt aber auch: "Natürlich bin ich kein richtiger Stürmer und trotzdem immer noch eher Verteidiger. Unser Spiel braucht dann auch eine gewisse Ballsicherheit. Die versuche ich auch reinzubringen. Wenn ich dann immer offensiv Eins-gegen-eins gehe, ist das Risiko auch etwas größer, dass ich schnell wieder den Ball verliere. In den drei Spielen zuvor hat uns das das Genick gebrochen."

In Stuttgart hingegen stand bei Bayer die Null. Nach zuvor vier Ligaspielen mit insgesamt 13 Gegentreffern, behielt Leverkusen mal wieder eine weiße Weste. In zwölf Bundesligapartien unter Bosz war dies das dritte Mal. Und somit kein gewohntes Erlebnis. "In Stuttgart haben wir es defensiv endlich mal gut hinbekommen", zeigt sich Weiser, der bei gegnerischen Ballbesitz in einer Viererabwehrkette verteidigte, entsprechend erleichtert, "das tut uns hinten auch ziemlich gut."

Ob diese Variante auch gegen Nürnberg greift? Im Spiel beim VfB sorgte sie offensiv zwar für viel Personal und Ballsicherheit im Zentrum, doch die Bedrohung in die Tiefe über die Außen und die Torgefahr war dafür eingeschränkt. "Gegen Stuttgart war es ein guter Plan. Mal sehen, wie es gegen Nürnberg sein wird", sagt Weiser zu dem "heimlichen" Systemwechsel.

Klares Zeichen für Alario und Paulinho

Dass Bosz auf diese Variante zurückgriff, stellte für Spieler wie Paulinho (18) und Lucas Alario (26) eine klare Bewertung ihres (derzeitigen) Standings dar. Schließlich hätte Bosz mit dem brasilianischen Flügelspieler Paulinho einen Eins-zu-eins-Ersatz für Bellarabi aufbieten können. Oder aber den argentinischen Mittelstürmer Alario beginnen lassen und dafür Kevin Volland aus der Sturmmitte auf den ihm vertrauten rechten Flügel verschieben können. Doch der Trainer verbog lieber sein Spielsystem als auf Paulinho oder Alario in der Startelf zu setzen. Und dass, obwohl Boszs im 4-3-3 entwickelte Spielidee dadurch prägende Elemente verlor. Bleibt abzuwarten, ob Leverkusens "heimlicher" Systemwechsel mit der Rückkehr von Rechtsverteidiger Lars Bender auch im Heimspiel gegen Nürnberg weiter Bestand hat.

Stephan von Nocks

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18Hannover 9625:6615

weitere Infos zu Bosz

Vorname:Peter
Nachname:Bosz
Nation: Niederlande
Verein:Bayer 04 Leverkusen


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