Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
18.04.2019, 19:20

"Wenn Du Spiele gewinnst, sind alle da"

Doll fordert mehr Respekt vor Trainern

Nach mehr als zehn Jahren Abstinenz kehrte Thomas Doll Ende Januar in die Bundesliga zurück und löste Andre Breitenreiter als Cheftrainer bei Hannover 96 ab. Nach seiner Entlassung bei Borussia Dortmund 2008 arbeitete Doll als Trainer in der Türkei, in Saudi Arabien und in Ungarn. "In der Zwischenzeit hat sich hier schon einiges geändert, vor allem die Medienlandschaft", hat der 53-Jährige nach zweieinhalb erfolglosen Monaten in der niedersächsischen Landeshauptstadt festgestellt.

Thomas Doll
"Mit den Trainern wird manchmal schon respektlos umgegangen": Thomas Doll.
© imagoZoomansicht

Doll missfällt in erster Linie der Umgang mit den Fußballtrainern in Deutschland. "Ich sehe mich nicht in der Opferrolle. Wir Trainer werden an Resultaten gemessen. Und dessen bin ich mir auch bewusst", betont der 96-Coach. "Aber mit den Trainern wird manchmal schon respektlos umgegangen. Mittlerweile ist es ja schon so weit, dass sich Spieler schon öffentlich über die Taktik äußern dürfen."

Doll kritisierte auch, dass Trainer mitten in der Saison erfahren, dass sie am Ende der Spielzeit den Verein verlassen müssen. "Dann stellt man sich auch oft die Frage: Verliert man nicht sein Gesicht vor der Mannschaft und der Öffentlichkeit?", sagte Doll - und spielte damit auch auf den nächsten Gegner Hertha BSC an, bei dem die Hannoveraner am Sonntag um 18 Uhr antreten müssen. Und der 96-Coach bekam auch noch die Kurve zu Niko Kovac, mit dem er von 1999 bis 2001 beim HSV zusammen gespielt hat. "Er ist ein junger Trainer und macht einen klasse Job. Aber er muss Woche für Woche beantworten, ob er denn der richtige Mann ist."

Die Trainer werden nicht richtig geschützt - und das sei bedenklich, meint Doll. "In England und Italien ist man als Trainer noch der Chef. Da herrscht ein ganz anderer Respekt." Er gehe davon aus, dass er auch im Namen vieler Kollegen spricht, die das aber nicht öffentlich äußern mögen, erklärte Doll. "Ich habe nichts gegen Deutschland", sagte der Ex-Profi, "aber diese Schadenfreude habe ich in vielen anderen Ländern nicht so gespürt. Und das sollte sich hier wieder ändern. Das haben wir in Deutschland nicht nötig." Dolls Fazit: "Wenn Du Spiele gewinnst, sind alle da. Und wenn Du Spiele verlierst, sind viele nicht mehr da." Das dürfte allerdings kein deutsches Phänomen sein.

Gunnar Meggers

 
Seite versenden
zum Thema

weitere Infos zu Doll

Vorname:Thomas
Nachname:Doll
Nation: Deutschland
Verein:Hannover 96


DIE GANZE WELT DER KICKER APPS!
Informieren Sie sich über unser vielfältiges App Angebot:
Smart TV Tippspiel kicker MeinVerein Voice & VR eMagazine