Bremen: Der Kapitän formuliert klare Ambitionen

Kruse: Europa als Bedingung?

Bundesliga - 18.03. 11:37

Im Mittelpunkt stand Max Kruse beim 3:1 in Leverkusen in allererster Linie dank seiner überragenden Leistung: Zwei Tore geschossen, eines vorbereitet, dazu über 90 Minuten immens laufstarker Dreh- und Angelpunkt des Werder-Spiels. Der Kapitän als Vorbild durch und durch. Für Aufsehen sorgte Kruse allerdings auch nach Abpfiff.

Bleibt er oder bleibt er nicht? Werder Bremens Kapitän Max Kruse. © imago

Mit Aussagen zu seiner Zukunft, die sich in verschiedene Richtungen interpretieren ließen. Auch dahingehend, dass die Qualifikation für die Europa League Bedingung für seine Vertragsverlängerung sein könnte.

An diesem Dienstag wird Kruse 31 Jahre alt, und er macht klar, welche Perspektive er sich für die Spätphase seiner Karriere wünscht. Wörtlich erklärte der Ex-Nationalspieler: "Ich habe ja nie gesagt, dass Bremen ein schlechtes Pflaster ist. Ich habe aber auch gesagt, dass ich mich mit der Situation erst beschäftige, wenn wir absehen können, wie es bei uns weitergeht nächstes Jahr. Weil ich schon den Anspruch habe, auch wieder international zu spielen. Solange das möglich ist, spricht natürlich auch nichts dagegen, uns darüber zu unterhalten, ob es hier weitergeht oder nicht." Das klingt durchaus so, als ob Kruse zumindest andere Optionen in Betracht ziehen würde, sollte Werder das sehr ambitioniert gewählte Saisonziel Europa verpassen.

Kruse: "Wir haben ja auch noch über den Pokal die Chance"

Wäre das also ein Ausschlusskriterium für Kruse? "Ausschlusskriterium würde ich nicht sagen", antwortet der Profi. Aber: Mit einem Verbleib an der Weser ohne internationales Geschäft "habe ich mich noch nicht so richtig beschäftigt". Bedeuten kann das letztlich alles Mögliche. Vor allem, dass Werder auf eine Entscheidung seines Schlüsselspielers womöglich noch ziemlich lange warten muss. "Wir haben ja auch noch über den Pokal die Chance", orakelt Kruse. Das Finale in Berlin steigt freilich erst am 25. Mai. Etwas früher wäre Klarheit dann schon wünschenswert. Immerhin kündigt Kruse an: "Gespräche mit Frank Baumann und Flo Kohfeldt wird es in den nächsten Wochen sicher geben."

Die Verantwortlichen bleiben derweil optimistisch, den Anführer halten zu können. Trotz oder vielmehr gerade wegen seiner aktuell bestechenden Form, wie Baumann argumentiert: "Max könnte anderswo sicher mehr verdienen. Das war auch in den letzten Jahren schon so. Aber ich glaube, es geht ihm nicht mehr um den letzten Cent. Sondern um eine Entwicklung und die Rolle, die er dabei spielen kann. Deshalb glaube ich, dass sich unsere Chancen auf eine Verlängerung verbessern, wenn es bei uns und ihm weiterhin so gut läuft."

Kohfeldt: "Die Ambition, international zu spielen, habe ich ja auch"

Ins selbe Horn stößt Kohfeldt: "Ich habe immer gesagt: Max kann ein Gesicht dafür werden, was hier vielleicht beginnt. Wenn man ihn in Leverkusen beobachtet hat, wie er sich gefreut hat, wie er bei den Fans war - ich bin der Meinung, dass ein anderer Klub schon sehr, sehr gute Argumente haben muss, um ihm diese Perspektive zu nehmen. Ich glaube auch, dass Max sehr genau weiß, was er an dem Umfeld hat, welche Freiheiten er hier auch hat. Und er gibt es ja auch komplett wieder. Deshalb bin ich sehr optimistisch, dass er bleiben wird." Dazu fügt der Fußballlehrer lächelnd an: "Die Ambition, international zu spielen, habe ich ja auch." Der einzige feine Unterschied: Dem Trainer Kohfeldt bleibt dafür voraussichtlich noch deutlich länger Zeit als dem Spieler Kruse.

Thiemo Müller

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