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16.03.2019, 22:10

Kurzer Elfmeter-Disput am Pult - auch Dardai wird deutlich

Favre wird laut: "Einfach nur dumm - dumm!"

95 heiße Minuten haben die Emotionen auch am Seitenrand hochkochen lassen nach dem 2:3 zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund. Die beiden Trainer Pal Dardai und Lucien Favre ließen sich zu einer kurzen, intensiven Diskussion hinreißen - wenngleich sich der BVB-Coach dabei eher über das Thema Handspiel echauffierte und wie einst schon einmal die Regelmacher als fußballfremd bezeichnete.

Pal Dardai (links) und Lucien Favre
Hatten einige Worte Richtung Schiedsrichter zu sagen: Hertha-Coach Pal Dardai (links) und BVB-Trainer Lucien Favre.
© imagoZoomansicht

Dass der Vergleich zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund (2:3, Matchwinner Marco Reus) am Samstagabend den Beinamen "Topspiel" verdient hatte, gab Geburtstagskind Pal Dardai (43) unumwunden gegenüber "Sky" zu: "Das war ein toller Abend. Wir haben eine sehr gute Halbzeit gespielt, sind dann aber schlecht aus der Pause gekommen und haben das unnötige Tor zum 2:2 gekriegt. Wir haben uns in der Folge aber geschüttelt und sind wieder besser geworden. Am Ende hat Dortmund dann auch verdient gewonnen, was natürlich bitter für unsere Fans ist."

Fertig war der Hertha-Trainer damit aber noch lange nicht, schließlich fühlte er sich in einer speziellen Szene vom Schiedsrichtergespann im Stich gelassen - und das zu Recht! Denn in der 59. Minute beim Stand von 2:2 wurde der steil geschickte Ondrej Duda von seiner linken Seite von Abdou Diallo attackiert, klar getroffen, gestoßen und zu Boden gebracht. Auch der Ball war hier nicht im Spiel, was folgerichtig und auch nach Videobeweis eigentlich zu einem Elfmeter hätte führen müssen. Stattdessen lief das Spiel weiter - und als die Kugel im Aus war, hatten offenbar auch die Videoassistenten in Köln nichts zu bemängeln.

Das ist eine ganz klare Berührung und das ist nicht in Ordnung. Das ist schon eine kleine Beeinflussung für die 'kleine Hertha'.Pal Dardai über den nichtgegebenen Elfmeter

"Das ist doch ein Elfmeter!", so Dardai im Anschluss deutlich. "Der Gegner schubst Duda ohne Ballberührung weg. Sorry, das ist eine ganz klare Berührung und das ist nicht in Ordnung. Das ist schon eine Beeinflussung für die 'kleine Hertha'. Und das hat man unter der Woche bei der Champions League schon ganz anders gesehen." Sein Schlussplädoyer: "Lassen wir das, das war ein toller Abend, wir haben einfach kein Glück in letzter Zeit und am Ende 2:3 verloren. Und nochmals zum Elfmeter: Das ist nicht in Ordnung, Leute!"

Favre stößt dazu - und findet sein eigenes Thema

Über "Leute" hatte schließlich auch der ans "Sky"-Pult geschrittene Lucien Favre zu reden - aber erst, nachdem sich beide Trainer kurz nochmals bei einem kleinen, kurzen und stets freundlichen Disput über den Elfmeter ausgelassen hatten. Favres Meinung zur Duda-Szene: "Das ist zu wenig für mich, zu wenig. Das ist doch ganz klar zu wenig." Dardais finale Antwort dazu: "Es reicht heute mit den Schiedsrichtern, lassen wir das sein."

Wer hat das erfunden? Diese Leute haben keine Ahnung von Fußball.Lucien Favre über Handspiel

Favre indes war hier erst warmgelaufen, er öffnete auf einmal ein anderes Fass aus Minute 35, als sein Schützling Julian Weigl bei einem Schuss aus nächster Nähe die im Regelwerk bekanntlich nicht existente "Schutzhand" hochgerissen und den Ball im Anschluss klar mit dem Arm abgelenkt hatte. Sicherlich ein Elfmeter, den man so geben kann. Das wollte Favre auch gar nicht bestreiten, er griff lieber direkt das grundsätzlich gültige Regelwerk in Bezug auf Handspiel im Ganzen auf: "Wenn du Fußball gespielt hast, dann ist diese Regel einfach nur dumm - dumm! Wer hat das erfunden? Diese Leute haben keine Ahnung von Fußball. Als Fußballer kannst du das nicht akzeptieren."

Favre 2019 wie Favre 2014

Damit erinnerte Favre an sich selbst aus dem Jahre 2014, als er sich am 5. Oktober als damaliger Gladbach-Coach (1:1 gegen Mainz) ebenfalls über einen Handelfmeter gegen sein Team mit einer deutlichen Ansprache aufgeregt hatte. Der Wortlaut: "Ich weiß nicht, wo diese Regel herkommt. Das ist ein Skandal. Das hilft dem Fußball nicht. Ich weiß nicht, wer mehr Tore will, wer bezahlt, wer dirigiert und so. Sie wollen mehr Tore - und das ist kein Fußball, sorry. So ist der Fußball auf keinem guten Weg. Das ist absurd."

mag

Bundesliga, 2018/19, 26. Spieltag
Hertha BSC - Borussia Dortmund 2:3
Hertha BSC - Borussia Dortmund 2:3
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BVB-Coach Lucien Favre vor der Partie.
© Getty Images

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Vorname:Pal
Nachname:Dardai
Nation: Ungarn
Verein:Hertha BSC

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Vorname:Lucien
Nachname:Favre
Nation: Schweiz
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Nachname:Duda
Nation: Slowakei
Verein:Hertha BSC
Geboren am:05.12.1994

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Vorname:Manuel
Nachname:Akanji
Nation: Schweiz
Verein:Borussia Dortmund
Geboren am:19.07.1995

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Vorname:Marco
Nachname:Reus
Nation: Deutschland
Verein:Borussia Dortmund
Geboren am:31.05.1989

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1Bayern München68:2760
 
2Borussia Dortmund64:3060
 
3RB Leipzig44:2049
 
4Bor. Mönchengladbach45:3147
 
5Eintracht Frankfurt51:3046
 
6Bayer 04 Leverkusen47:4042
 
7VfL Wolfsburg44:3942
 
8Werder Bremen46:3839
 
9TSG Hoffenheim50:3838
 
10Hertha BSC40:3935
 
11SC Freiburg37:4231
 
12Fortuna Düsseldorf33:5031
 
131. FSV Mainz 0527:4530
 
14FC Augsburg37:4725
 
15FC Schalke 0427:4423
 
16VfB Stuttgart26:5620
 
17Hannover 9624:6114
 
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