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05.01.2019, 14:39

Nürnberg: Trainer will keine Alibis

Köllner: "Es wird ein paar Opfer geben"

Michael Köllner verschwendet keine Zeit, um an der schwierigen Mission Klassenerhalt zu tüfteln. Einen Tag nach der leicht verspäteten Ankunft im Trainingslager in Andalusien mit einer Einheit am Abend, versammelte er seine Mannschaft am Samstag ab 9.30 Uhr wieder für zweieinhalb Stunden auf dem Platz. Ein Schwerpunkt neben der körperlichen Arbeit: Die Mittelfeldraute.


Aus Nürnbergs Trainingslager in Benahavis berichtet Frank Linkesch

Club-Trainer Michael Köllner
"Wir müssen unberechenbar bleiben": Club-Trainer Michael Köllner.
© imagoZoomansicht

"Die Abläufe in einer Raute werden wir präzisieren, wir haben in der Liga gute Erfahrungen damit gemacht", sagte der Trainer im Pressegespräch vor dem Mittagessen. Die Idee dahinter: Mit Yuya Kubo und Matheus Pereira besitzt Köllner zwei potenzielle Zehner, vor allem der Japaner könnte zentral sein Können am besten zur Geltung bringen. Derzeit scheint Pereira die Nase vorn zu haben, allerdings kann der Brasilianer auch außen spielen. Vor der Raute könnte Köllner mit zwei Spitzen agieren, etwa Mikael Ishak und dem schnellen Virgil Misidjan. Testen möchte Köllner die Raute am Montag gegen den niederländischen Erstligisten PEC Zwolle, zum Rückrundenauftakt gegen Hertha BSC plant er jedoch anders, "weil Hertha meistens mit einer Fünferkette agiert". So oder so, für Köllner gilt: "Wir können es uns nicht leisten, 90 Minuten in einem System auszuharren, dafür reicht die Qualität des Kaders nicht aus. Wir müssen unberechenbar bleiben."

Apropos Qualität: Während Konkurrenten wie Hannover personell nachrüsten und in Form von Trainer André Breitenreiter weitere Verstärkung fordern, hält sich Köllner diesbezüglich zurück. "Ich bin Realist. Was soll ich mich mit Dingen beschäftigen, die ich nicht verändern kann? Oder etwas öffentlich fordern, das sich nicht umsetzen lässt? Da könnte ich mir höchstens ein Alibi verschaffen, es würde mich aber zu viel Energie kosten."

Stattdessen möchte Köllner aus dem 31-Mann-Aufgebot des Trainingslagers einen engeren Kader herauskristallisieren, 16 bis 18 Mann, die es richten sollen. "Es wird ein paar Opfer geben", kündigt er daher an, also Spieler, die ihre Wochenenden künftig häufiger in zivil statt im Trikot verbringen.

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