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02.05.2018, 17:05

Frankfurt: Kovacs Abgang schockte die Spieler

Trotz Vertrages bis 2020: Boateng lässt Zukunft offen

Bricht nach Niko Kovac auch Kevin-Prince Boateng im Sommer seine Zelte in Frankfurt ab? Der 31-Jährige bekannte sich in einem Mediengespräch am Mittwoch auch nach mehreren Nachfragen nicht über die Saison hinaus zur Eintracht. "Ich konzentriere mich auf die Spiele und nicht darauf, ob ich hierbleibe oder nicht", sagte der Mittelfeldspieler.

Kevin-Prince Boateng vor Rückkehr gegen den Hamburger SV
Kevin-Prince Boateng vor Rückkehr gegen den Hamburger SV
© imagoZoomansicht

Natürlich muss man aufpassen, nicht zu viel in Boatengs Aussagen hineinzuinterpretieren. Er hat mit keiner Silbe gesagt, dass er die Eintracht verlassen wird. Hellhörig wird man bei seinen Ausführungen allerdings schon. "Ich sehe das Spiel am Samstag, und das ist das einzige, was ich im Kopf habe. Das sind die letzten Spiele, ich will Vollgas geben, alles andere darf mich nicht beschäftigen, weil ich mich nur darauf konzentriere", antwortete er auf die Frage, ob er bei der Eintracht bleiben wird. Als er auf seinen bis zum 30. Juni 2020 gültigen Vertrag angesprochen wurde, erklärte er: "Ich konzentriere mich auf die Spiele und nicht darauf, ob ich hierbleibe oder nicht. Ich bin ein Spieler von Eintracht Frankfurt und habe noch zwei Jahre Vertrag - warum soll ich mich auf etwas anderes konzentrieren?"

Im weiteren Verlauf des Gesprächs wurde Boateng gefragt, ob der Kovac-Wechsel einen Domino-Effekt in Form weiterer Abgänge auslösen könnte. Seine Antwort: "Ich beschäftige mich damit nicht. Wenn einer geht, zwei gehen oder drei gehen, das interessiert uns heute nicht, daran dürfen wir auch gar nicht denken. Wir schwören uns auf die nächsten Spiele ein und haben gar keine Zeit darüber nachzudenken, wer nächstes Jahr irgendwo hingeht. Im Urlaub hast du genug Zeit, darüber nachzudenken. Wir sind nicht im Urlaub, wir müssen arbeiten. Fix ist nur, dass der Trainer weggeht."

Ich konzentriere mich auf die Spiele und nicht darauf, ob ich hierbleibe oder nichtKevin-Prince Boateng

Klar ist, dass Boateng nicht zuletzt auch wegen Kovac nach Frankfurt wechselte. Beide kennen sich noch aus gemeinsamen Spielerzeiten bei Hertha BSC und harmonieren gut miteinander. "Wir wissen, dass der ganze Erfolg zu 90 Prozent Niko Kovac ist. Deswegen ist das eine wichtige Personalie im Verein", sagt Boateng, der Verständnis für den Ärger der Fans aufbringt: "Es ist klar, dass die Leute enttäuscht und sauer sind, aber wir haben noch so schöne Spiele vor uns, deswegen will ich lieber das Positive in den Vordergrund stellen als etwas Negatives." Die Nachricht vom Abgang des Coaches sei "natürlich ein Schock für jeden" gewesen, als Ausrede für die jüngsten schwachen Leistungen und Niederlagen will Boateng das Theater um Kovac aber nicht anführen: "Wir sind Profis. Es darf nicht sein, dass so eine Nachricht eine ganze Mannschaft umwirft und wir kein Spiel mehr gewinnen. Wir müssen damit schnell klarkommen. Das darf eine Mannschaft nicht durchrütteln, und wenn es passiert, müssen wir dagegen vorgehen."

Nach zwei Spielen Zwangspause wegen einer Oberschenkelblessur wird Boateng gegen den Hamburger SV auf den Platz zurückkehren. "Ich fühle mich gut, habe keine Schmerzen mehr und freue mich, dass ich wieder dabei sein kann", sagt Boateng. Er führt aus: "Die Stimmung ist ganz gut, die Jungs fühlen sich gut, wir haben Spaß und geben wieder Vollgas, weil uns das in den letzten Spielen ein bisschen gefehlt hat. Wir haben es versäumt, weiter am Limit zu spielen. Wir haben uns eine kleine Pause gegönnt, die wir uns als Eintracht Frankfurt nicht gönnen dürfen. Dann schluckt man viele Tore und verliert die Spiele. Das wollen wir am Samstag besser machen, wir wollen wieder aggressiver sein und weniger Chancen zulassen. Das war unsere Stärke."

"Natürlich wollen wir nächstes Jahr in Europa spielen"

Mit seiner Mentalität könnte Boateng gegen den HSV ein wichtiger Faktor werden. Einen weiteren zahnlosen Auftritt wie in München würde er seinen Mitspielern nicht durchgehen lassen. "Ich werde probieren, die Jungs zusammenzuhalten und sie daran erinnern, was wir positiv gemacht haben. Wir wollen Gas geben und sind sehr motiviert, weil wir etwas zurückgeben müssen. Die Fans haben zu uns gehalten, obwohl wir nicht gut gespielt haben. Wir haben noch viel vor, wir wollen natürlich oben stehenbleiben, und das heißt, dass wir gewinnen müssen. Wir haben alles in unserer eigenen Hand. Natürlich wollen wir nächstes Jahr in Europa spielen."

Die Aufgeregtheiten seit dem bekanntgewordenen Abgang von Kovac sind ihm ein Dorn im Auge. Boateng ruft zu mehr Besonnenheit auf. "Wir sollten alle mal ruhig bleiben. Keiner hätte gedacht, dass wir mit Eintracht Frankfurt dort stehen, wo wir jetzt stehen und diese Möglichkeiten haben. Ich selber habe das auch nicht gedacht. Wir stehen da oben, das ist eine überragende Saison. Wenn man mal ein paar Spiele verliert, müssen alle ganz locker bleiben und nach vorne gucken. Wir haben drei Spiele, darunter ein Riesen-Finale, und alles in der Hand. Noch positiver kann so eine Saison für uns nicht sein", meint Boateng. Auf diese Worte müssen nun allerdings auch Taten folgen.

Julian Franzke

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weitere Infos zu K.-P. Boateng

Vorname:Kevin-Prince
Nachname:Boateng
Nation: Deutschland
  Ghana
Verein:FC Barcelona
Geboren am:06.03.1987

weitere Infos zu Kovac

Vorname:Niko
Nachname:Kovac
Nation: Kroatien
Verein:Bayern München


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