Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
18.03.2011, 15:53

Vertrag bis 2013 - Einigung mit Schalke

Magath: "Ich war sofort Feuer und Flamme"

Eigentlich war alles wie in der vergangenen Woche: Da saß Felix Magath an einem Freitag vor einer großen Journalisten-Schar auf einer Pressekonferenz, rührte in seinem Tee und sprach zumindest am Rande über den Gegner vom Wochenende. Nur dass sich neben Kleidung - grüne Krawatte statt blauer Trainingsanzug - nebenbei auch der Arbeitgeber geändert hatte: Der VfL Wolfsburg präsentierte Magath als neuen "Leitwolf", der Einblicke in seine Gemütslage und seinen Reisekoffer gewährte.

Felix Magath bei seiner Vorstellung beim VfL Wolfsburg
Alles dabei - auch ein Rezept gegen den Abstieg? Felix Magath bei seiner Vorstellung in Wolfsburg.
© Getty ImagesZoomansicht

Bis Mittwoch noch Trainer-Manager auf Schalke mit glamourösen Champions-League-Abenden im Terminkalender, nun plötzlich wieder sportlicher Alleinherrscher in Wolfsburg inklusive muffiger Tabellenkeller-Luft und großer Abstiegsangst: Magath setzte dem ohnehin in irrem Tempo rotierenden Trainer-Karussell am Mittwoch die Krone auf, der kicker hatte den Sensations-Deal enthüllt. "Er war plötzlich frei. Solche Geschichten gibt es nur im Fußball", versuchte Wolfsburgs Aufsichtsratsvorsitzender Francisco Garcia die neueste Wendung zu erklären: "Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Die Verpflichtung von Felix Magath ist eine solche Maßnahme."

Ich bin glücklich, der Chef ist zurück.VfL-Stürmer Grafite, Torschützenkönig in Magaths erster Wolfsburg-Ära

Bis 2013 hat der 57-jährige Fußballlehrer bei den "Wölfen" unterschrieben, auch für die Zweite Liga ist der Vertrag gültig. Denn: "Es kommt nicht nur darauf an, wo wir am Ende der Saison stehen. Wichtig ist, was in zwei Jahren ist", sagte ein sichtlich gelöster Magath bei seiner Vorstellung am Freitag. "Es ist schwierig, wenn man zu so einem späten Zeitpunkt in der Saison eine Mannschaft übernimmt. Die Zeit ist knapp", bekannte er: "Ich will sofort mit der Arbeit beginnen. Auch wenn ich nicht richtig vorbereitet bin. Ich habe nie andere Socken und Unterhosen dabei. Ich hätte auch den einen oder anderen freien Tag gebrauchen können. Aber die Situation ist halt brisant."

Wie in seiner ersten Amtszeit, die Magath vor exakt 662 Tagen nach zwei Jahren mit dem Meistertitel 2009 glorreich beendete, stattete ihn der VfL mit großer Machtfülle aus. Magath ist einer von drei Geschäftsführern und zudem verantwortlich für den Bereich Sport. "Ich war sofort Feuer und Flamme und wäre zu keinem anderen Verein gegangen", betonte Magath, der Bernd Hollerbach als Assistenten mitbringt. Die Rolle von Vorgänger Pierre Littbarski ist dagegen noch ungeklärt.

Gütliche Einigung mit Schalke

Zu einer Zeit auf Schalke wollte Magath am Freitag wenig sagen. "Für mich persönlich ist das abgeschlossen. Aber ich habe noch Anwälte, die sich damit beschäftigen." Die Juristen vermeldeten am Abend einen überraschenden Erfolg mit einer gütlichen Einigung. "Die gegenseitigen Vorwürfe sind vom Tisch", hieß es in einer gemeinsamen Pesseerklärung, die Magath über seinen Medienanwalt Ralf Höcker am Freitagabend veröffentlichen ließ.

Schon am Sonntag (17.30 Uhr) wartet mit dem Gastspiel bei seinem Ex-Verein VfB Stuttgart eine echte Bewährungsprobe auf Magath. "Der VfB ist im Aufwind, doch wir sind bereit", blickte er voraus und kündigte gleichzeitig viele Einzelgespräche an. Mit Keeper Diego Benaglio, Sascha Riether, Marcel Schäfer, Josué oder Grafite kennt Magath einen Teil der Wolfsburger Mannschaft noch bestens.

Wir können unsere Vorbereitung praktisch in die Tonne treten.VfB-Coach Bruno Labbadia

Anderenorts war man weniger begeistert über den plötzlichen Magath-Wechsel. "Das ist sicherlich nicht so ideal für uns", klagte VfB-Coach Bruno Labbadia vor dem Aufeinandertreffen am Sonntag: "Felix Magath kennt Wolfsburg und wird Feuer reinbringen. Die Mannschaft wird jetzt besonders motiviert sein. Wir schieben die Favoritenrolle nach Wolfsburg, jetzt wo Magath dort Trainer ist."

"Die Welt ist verrückt": Van Gaal fordert ein Transferfenster für Trainer

Nachdenklichere Töne schlug Louis van Gaal in München an: "Die Welt ist verrückt. Es kann doch nicht sein, dass das passieren kann", wunderte sich der Bayern-Coach über die ungeahnten Entwicklungen auf dem Bundesliga-Trainermarkt, zu denen auch das neuerliche Engagement von Ex-Hoffenheim-Coach Ralf Rangnick auf Schalke zählt. Van Gaals Vorschlag: "Es gibt auch ein Transferfenster für Spieler, ich denke, dass das auch für Trainer gelten müsste. Es ist doch nicht normal, dass Magath erst bei Schalke war und jetzt in Wolfsburg ist, und Rangnick bei Hoffenheim und jetzt bei Schalke. Das ist ja Wettbewerbsverzerrung."

 
Seite versenden
zum Thema

weitere Infos zu Magath

Vorname:Felix
Nachname:Magath
Nation: Deutschland


DIE GANZE WELT DER KICKER APPS!
Informieren Sie sich über unser vielfältiges App Angebot:
Smart TV Tippspiel kicker MeinVerein Voice & VR eMagazine