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26.01.2010, 15:17

Wolfsburg: Interimslösung mit viel Erfahrung

Köstner: Nr. 95 gegen den HSV

Lorenz-Günther Köstner ist ein erfahrener Fußball-Trainer. Seit der Saison 1989/90 ist der gebürtige Oberfranke im Profifußball zu Hause, seine erste Trainerstation trat er schon 1981 beim FC Bayern Hof an. 30 Jahre nach seinem Engagement beim SC Freiburg wird Köstner einen Tag vor seinem 58. Geburtstag auf die große Bundesliga-Bühne zurückkehren - am Freitag beim Hamburger SV, als Interimslösung für den entlassenen Wolfsburger Coach Armin Veh.

Fußball, Bundesliga: Lorenz-Günther Köstner
Soll die Wölfe stabilisieren: Lorenz-Günther Köstner als Interimslösung nach der Veh-Beurlaubung.
© imagoZoomansicht

Es wird dann Köstners 95. Bundesligaspiel als Trainer sein. "Als Dieter Hoeneß anrief, habe ich nicht lange überlegt oder nachgefragt. Es ist meine verdammte Pflicht, die Aufgabe ohne Angst anzugehen. Ein Feigling war ich noch nie", sagte der Amateur-Coach des VfL, der gerade erst mit den jungen Wölfen im Trainisglager am Gardasee angekommen war. Unter Umständen sogar bleiben. "Es ist auch eine Chance für ihn, als Trainer ein Zeichen zu setzen", sagte Geschäftsführer Dieter Hoeneß, der seinem alten Weggefährten aus Stuttgarter Zeiten möglicherweise zumindest bis zum Sommer das Vertrauen schenkt: "Dann ist die Trainer-Auswahl und auch die Wahrscheinlichkeit, sich für den Richtigen zu entscheiden, größer. Einige Trainer stehen ja jetzt noch unter Vertrag."

Überrraschungs-Aufsteiger und Meistermacher

Die vorangegangenen 94 Bundesligaspiele erlebte er mit dem 1. FC Köln und der SpVgg Unterhaching, die er in der Saison 1998/99 in die Beletage des deutschen Fußballs führte. Von vielen wurde der Münchner Vorort-Klub als Bundesliga-Aufsteiger belächelt, doch Köstner hielt die SpVgg in der Klasse. Was leicht untertrieben ist - hinter Werder Bremen und vor Borussia Dortmund und dem FC Schalke wurden die Hachinger mit 44 Punkten Tabellenzehnter. Ihr letztes Spiel in dieser Saison gewann die Köstner-Elf 2:0 gegen Leverkusen - und machte die Bayern so zum Meister.

Der Abstieg mit der SpVgg Unterhaching, für die Köstner insgesamt sechs Jahre arbeitete, kam erst in der folgenden Spielzeit und endete wieder mit einem denkwürdigen letzten Spieltag. 3:5 verlor die SpVgg auf Schalke, durfte mit ansehen, wie die Königsblauen vier Minuten die Meisterschaft feierten und dann ins Tal der Tränen abstürzten.

Fußball, Lorenz-Günther Köstner als Unterhachinger Trainer
Mit der SpVgg Unterhaching stieg Lorenz-Günther Köstner in die Bundesliga auf, machte Bayern zum Meister und erlebte Schalkes Vier-Minuten-Meisterfeier hautnah mit.
© imagoZoomansicht

Auch Köstners andere Bundesligastation war alles andere als langweilig. Vom 1. Oktober 1997 bis zum 30. Juni 1998 hatte er das sportliche Sagen beim Geißbock-Klub. Zum Einstand gab es als Neururer-Nachfolger einen 2:1-Sieg in Rostock - damals schoss noch Toni Polster für den FC die Tore. Den Abstieg verhinderte er in der Domstadt aber nicht.

In der Zweiten Bundesliga, in der Köstner schon 272 Spiele als Trainer erlebte, betreute er neben dem SC Freiburg und Unterhaching auch Hessen Kassel, die Stuttgarter Kickers, den Karlsruher SC und Rot-Weiss Essen. Bei den Badenern wirkte er etwas mehr als zwei Jahre, doch seine Bilanz mit dem KSC blieb negativ (78 Zweitligapartien: 24 Siege, 24 Unentschieden, 30 Niederlagen). Noch unschöner verlief die Stippvisite in Essen, wo er Ende der Vorrunde 2005 einstieg und nur bis zum Saisonende durchhielt (22 Zweitligaspiele: 6 Siege, 8 Unentschieden, 8 Niederlagen). Mit einem 0:3 in Duisburg stieg Essen wieder ab.

Zuvor leistete Köstner seinen Beitrag am Fußball-"Wunder" Hoffenheim als Nachfolger des heutigen Bundestrainer-Assistenten Hansi Flick, auch wenn er den aufstrebenden Regionalligisten nur in der Rückrunde 2005/06 trainierte - und das auch nur bis zum 33. Spieltag, als er nach einem 1:2 gegen die Amateure des VfB Stuttgart gehen musste - der Nachfolger Ralf Rangnick kam aus Schalke und führte die TSG in die Bundesliga.

Meister und UEFA-Cup-Sieger 1975

Fußball; Lorenz-Günther Köstner
Lorenz-Günther Köstner im Gladbacher Dress, mit der Borussia wurde er 1975 Meister.
© imago

Auf Köstners Visitenkarte steht als größter Erfolg die deutsche Meisterschaft mit dem VfB, die er 1992 als Assistent von Cheftrainer Christoph Daum gewann. Als Spieler absolvierte er 91 Erstligaspiele und 86 Zweitligaspiele für Borussia Mönchengladbach, Bayer Uerdingen sowie Arminia Bielefeld. 1975 jubelte er mit Borussias Fohlen-Elf über die deutsche Meisterschaft und den Triumph im UEFA-Cup. Zum Titel steuerte er damals an der Seite von Berti Vogts, Jupp Heynckes und Allan Simonsen 18 Bundesligaspiele und ein Tor bei. Im Europapokal spielte der zentrale Mittelfeldspieler in dieser Saison sechsmal, in den beiden Finalspielen gegen Twente Enschede wurde er allerdings nicht eingesetzt.

Hammerharte Aufgaben

Zuletzt arbeitete Köstner seit dem 1. Januar 2009 für die Amateure des VfL Wolfsburg. Sollte sich die Trainersuche bei den Niedersachsen noch etwas hinziehen, warten auf Köstner in der Liga nach dem HSV die ebenso dicken Brocken FC Bayern, Leverkusen, Schalke. Zudem geht es in der Europa League gegen den spanischen Klub FC Villarreal.

Als Dauerlösung gilt Köstner beim Meister nicht. "Der Plan ist, dass Lorenz-Günther Köstner erfolgreiche Arbeit macht und dann wieder unsere zweite Mannschaft übernimmt. Aber im Fußball gab es schon alles. Wir wollen uns alle Handlungsoptionen offenhalten", sagte Hoeneß am Dienstag und betonte, noch mit keinem Trainerkandidaten "konkrete" Gespräche geführt zu haben: "Ich finde es auch merkwürdig, wenn man morgens einen Trainer freistellt und am Abend schon den Nachfolger präsentiert."

 

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