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24.03.2019, 17:34

"Die Mannschaft macht es mir einfach"

Rochadenmeister Thioune: Der Coup mit Tigges

Seit nunmehr acht Jahren ist der VfL Osnabrück Bestandteil der 3. Liga, mancher Beobachter möchte den Klub vermutlich schon als Liga-Inventar verbuchen - nach dem 3:1-Sieg über den 1. FC Kaiserslautern erscheint der Traum vom Aufstieg aber nicht mehr abwegig. Acht Spieltage vor dem Saisonende beträgt der Vorsprung auf Platz drei insgesamt neun Punkte. Großen Anteil am Erfolg hat auch Trainer Daniel Thioune, der gegen Lautern einmal mehr sein feines Gespür bewies.

Daniel Thioune
Daumen nach oben: Daniel Thioune beweist in Personalfragen feines Gespür.
© imagoZoomansicht

"Ich weiß es nicht", antwortete VfL-Coach Thioune unumwunden am Mikrofon von "Magenta Sport" auf die Frage, wie sich sein goldenes Näschen erklären ließe. Wieder einmal beeinflusste der 44-Jährige den Spielausgang mit einer seiner Personalentscheidungen wesentlich. Dabei agiert Thioune keineswegs nach dem Motto: "Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn." Im Gegenteil, genau einen Wechsel nahm der ehemalige Mittelfeldspieler in der Startaufstellung vor - es sollte der entscheidende werden.

"Wir haben kurz gesprochen, ich habe ihm gesagt, es gibt keinen schöneren Ort für das erste Saisontor. Das hat er sich dann gleich zweimal vorgenommen", erklärte Thioune. Gemeint war Matchwinner Steffen Tigges. Der hochaufgeschossene Linksfuß durfte anstelle des angeschlagenen Zehn-Tore-Stürmers Marcos Alvarez beginnen, doch das Osnabrücker Eigengewächs machte das Fehlen des Unterschiedsspielers Alvarez binnen weniger Minuten vergessen.

Ich musste eigentlich nur noch 'Danke' sagen.Steffen Tigges

"Wir spielen den Konter super nach vorne, und dann habe ich es im Anschluss relativ einfach, den Ball ins Tor zu schieben", kommentierte der 20-Jährige sein erstes Saisontor. Dem Konter war eine Lauterer Ecke vorausgegangen, die der VfL innerhalb weniger Sekunden in einem blitzartigen Gegenangriff verwandelte (14.). Sieben Zeigerumdrehungen später musste Tigges erneut "nur Danke sagen". Nach einem ruhenden Ball stand der viermalige U-20-Nationalspieler goldrichtig.

Steffen Tigges
Matchwinner: Steffen Tigges traf beim 3:1-Sieg in Kaiserslautern doppelt.
© imagoZoomansicht

Nachdem Tigges saisonübergreifend in 41 Partien ohne eigenen Treffer geblieben war, wusste er nach seinem Doppelpack gar nicht, wohin mit der ganzen Freude: "Es ist ein brutal geiles Gefühl, die Stimmung hier überwältigt einen fast - normal kennt man solche Stadien nur aus der ersten oder zweiten Liga."

Konkurrenzkampf als Erfolgsmittel

Anschließend versuchte sich Tigges Trainer dann doch noch an einer Erklärung für seine zündenden Personalrochaden. "Die Mannschaft macht es mir auch leicht, wenn man sieht, welche Spieler heute auf der Bank gesessen sind, sie tragen das als Mannschaft mit", so Thioune. Unter anderem blieben Kapitän Marc Heider oder eben Alvarez zunächst nur in der Zuschauerrolle. "Ich könnte reden, dass wir einen breiten Kader haben, aber ich bediene es auch." Was Vielerorts gepredigt wird, lebt der gebürtige Niedersachse vor: Thioune setzt auf seinen kompletten Kader - und hat damit immer wieder Erfolg. Von den 27 Akteuren im Kader setzte der VfL-Coach bis auf den dritten Keeper Laurenz Beckenmeyer und die beiden Nachwuchskräfte Simon Haubrock und Furkan Zorba alle Spieler in der laufenden Runde ein.

Eines der vielen Beispiele: Etienne Amenyido. Der Sommer-Zugang hatte in der Hinrunde vergeblich auf seinen Durchbruch gewartet. Nach guten Trainingsleistungen gab Thioune dem 21-Jährigen am 24. Spieltag gegen Münster eine Bewährungschance, die der Stürmer nutzte. Seitdem zählt Amenyido zum Stammpersonal.

Wir schreiben unsere eigene Geschichte und jeder schreibt sein eigenes Kapitel.Daniel Thioune

Amenyidos Werdegang ist auch seinem Kollegen Tigges nicht verborgen geblieben: "Man bekommt Chancen, man muss diese aber auch nutzen, weil bei uns die Leistungsdichte sehr groß ist. Auf der Bank sitzen sieben Spieler, die auch unbedingt spielen wollen." Mit seinen zwei Toren hat Tigges den Anfang zu mehr Spielzeiten gemacht - und sich zusätzlich ein Kapitel im Osnabrücker Jahresbuch gesichert (Thioune: "Wir schreiben unsere eigene Geschichte und jeder schreibt sein eigenes Kapitel.").

Wer weiß, vielleicht erhält das Buch am Saisonende einen goldenen Umschlag. Die Historie würde dafür sprechen: In den letzten zehn Jahren stieg das Team, das die 3. Liga nach dem 30. Spieltag anführte, immer auf.

tow

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weitere Infos zu St. Tigges

Vorname:Steffen
Nachname:Tigges
Nation: Deutschland
Verein:VfL Osnabrück
Geboren am:31.07.1998

weitere Infos zu Thioune

Vorname:Daniel
Nachname:Thioune
Nation: Deutschland
Verein:VfL Osnabrück


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