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16.05.2019, 00:43

Draisaitls Geniestreich - Leichte Entwarnung bei Seider

"Habe gedacht: Eine gute Aktion muss ich zustande bringen"

Die WM in der Slowakei läuft für die deutsche Mannschaft zumindest rein ergebnistechnisch weiterhin absolut perfekt. Nach dem beinahe schon historischen vierten Sieg im vierten Spiel hat das DEB-Team die zwei großen Turnierziele, die vorzeitige Olympia-Qualifikation für Peking 2022 sowie die Viertelfinalteilnahme, bereits so gut wie erreicht.

Leon Draisaitl (li.), Marc Michaelis (2.v.re.)
Leon Draisaitl (li.) bei seinem Siegtreffer, auch Marc Michaelis (2.v.re.) traf.
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"Ich kann unsere Jungs für den Fight nur loben. Wir haben im Schlussabschnitt einen Schub bekommen und sind dann stark zurückgekommen", freute sich Bundestrainer Toni Söderholm nach der Partie in Kosice und lobte auch die Slowaken, die "das Spiel für uns sehr schwer gemacht" hätten. Kurios: Ein derart erfolgreicher Start in ein WM-Turnier einer deutschen Mannschaft ist fast ein Jahrhundert her: 1930 siegte das deutsche Team letztmals zum Auftakt viermal in Serie - und wurde am Ende Vizeweltmeister. Das letzte Mal vier Siege nacheinander waren dem DEB-Team 1992 gelungen, damals noch im letzten Jahr der Tschechoslowakei. Die letzten beide Siege errang das deutsche Team dabei - nach zwei Erfolgen in Prag - im slowakischen Bratislava.

Die Gastgeber, die nach der bitteren 5:6-Niederlage 1,8 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit gegen Kanada am Montag einen Tag mehr frei gehabt hatten als das deutsche Teams (4:1 gegen Frankreich am Dienstag), hatten insgesamt mehr vom Spiel. Und drehten die Partie nach gut einer halben Stunde mit einem Doppelpack innerhalb von 85 Sekunden zunächst. Doch in der Schlussphase wurde Söderholm und sein Trainerstab für ihren Mut belohnt. Denn bereits fast drei Minuten vor der Schlusssirene hatte der Coach Keeper Mathias Niederberger aus seinem Tor geholt. Nachdem Co-Trainer Steven Reinprecht während einer Auszeit noch kurz taktische Anweisungen gegeben hatte, schlug Markus Eisenschmid 112 Sekunden vor der Schlusssirene mit einer akkuraten Direktabnahme zum 2:2 ab.

Draisaitl: Zwischen Traumtor und Selbstkritik

Was folgte, war ein Geniestreich von Leon Draisaitl, der in der Partie bis dahin eher unauffällig agiert hatte: Der 50-Tore-Mann in der abgelaufenen NHL-Saison für die Edmonton Oilers überwand rund 30 Sekunden vor der sich anbahnenden Overtime die neutrale Zone und benutzte dann mit Erik Cernak ausgerechnet den bislang stärksten slowakischen Abwehrspieler - in der NHL bei Tampa Bay unter Vertrag - als "Sichtschutz". Mit einem nahezu ansatzlosen und knallharten Schuss ins kurze Eck überwand der 23-Jährige Superstar so den verdutzten Marek Ciliak im slowakischen Tor - und sorgte 27 Sekunden vor der Schlusssirene für kollektiven Jubel beim deutschen Team.

"Ich habe in dem ganzen Spiel nichts wirklich Gutes hinbekommen. Da habe ich gedacht: Eine gute Aktion muss ich noch zustande bringen", sagte Draisaitl selbstkritisch - und sprach seinen Teamkollegen zugleich großes Lob aus: "Das waren vier überragende Mannschaftsleistungen. Es fühlt sich großartig an, Teil dieser Mannschaft zu sein."

Abwehrspieler Yannic Seidenberg blickte derweil bereits voraus und fordert Konzentration auf die kommenden Partien ab Samstag gegen die Gruppen-Favoriten Kanada, USA und Finnland: "Vier Siege sind schön, aber das Turnier ist noch nicht zu Ende. Nur an einem Sahnetag können wir auch die Großen schlagen."

Nach bösem Check: Leichte Entwarnung bei Seider

Allerdings musste das deutsche Team den prestigeträchtigen Erfolg womöglich teuer bezahlen. Denn nach einem Check gegen die Bande von Ladislav Nagy blieb Toptalent Moritz Seider in der 54. Minute erst auf dem Eis liegen und musste dann stark angeschlagen vom Eis in die Kabine begleitet werden. Nach der Partie gab der DEB via Twitter leichte Entwarnung: So sei Seider zwar nach dem Check benommen gewesen, fühle sich aber bereits wieder "okay". Genauere Untersuchungen, die Aufschluss über eine Verletzung geben könnten, sollen allerdings erst noch erfolgen.

"Das wäre jetzt ein bitterer Ausfall. Moritz hat wirklich super gespielt bisher", meinte Verteidiger Korbinian Holzer. Der 18-Jährige Seider überzeugte bei seiner ersten A-WM bislang nicht nur aufgrund seiner zwei erzielten Treffer. Mit NHL-Keeper Philipp Grubauer (muskuläre Probleme) hatte das DEB-Team am Mittwoch bereits auf einen prominenten Akteur verzichten müssen.

jom

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