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15.05.2019, 23:56

DEB-Team mit viertem Sieg - Seider verletzt

DEB-Team dreht packendes Spiel! Viertelfinale in Sicht

Im Hexenkessel von Kosice setzte sich die deutsche Nationalmannschaft durch zwei späte Tor mit 3:2 durch, führt die Gruppe A damit weiter an und hat das Viertelfinale so gut wie sicher. In einer engen Partie hatten die Slowaken mehr Spielanteile. Doch in den letzten beiden Spielminuten drehte das DEB-Team die Begegnung nach Rückstand noch um.

Großer Jubel
Freude nach dem vierten Sieg im vierten Spiel: Das deutsche Team.
© Getty ImagesZoomansicht

Bundestrainer Toni Söderholm musste im Tor den erst am Montag angereisten und am Dienstag beim 4:1 gegen Frankreich angeschlagen ausgeschiedenen Philipp Grubauer ersetzen und entschied sich für Mathias Niederberger, der bereits gegen Großbritannien und Dänemark im Tor gestanden hatte. Darüber hinaus kehrten Benedikt Schopper und Lean Bergmann ins Aufgebot zurück. Überzählig auf der Tribüne Platz nehmen mussten Denis Reul und Stefan Loibl, der als einziger deutscher WM-Teilnehmer noch ohne Einsatzminute ist.

DEB-Team gestaltet Spiel ausgeglichen

Von Beginn an entwickelte sich in Kosice eine umkämpfte Partie, die vor allem von engagierter Zweikampfführung und weniger von spielerischen Highlights und Torchancen gekennzeichnet war. Sowohl ein erstes Powerplay des DEB-Teams - Marian Studenic traf Leon Draisaitl mit einem Kniecheck, musste aber für Beinstellen auf die Strafbank -, als auch ein Überzahlspiel für die Slowaken, nachdem Schopper gefoult hatte, verstrichen weitgehend ereignislos. Die beste Chance im ersten Drittel hatte Matthias Plachta. Der deutsche Außenstürmer krönte einen starken Wechsel in der 14. Minute aus zentraler Position allerdings nur beinahe mit dem 1:0.

Michaelis sehenswert, doch Slowakei kontert

Das deutsche Team startete stark ins zweite Drittel und ging nach einem sehenswerten Spielzug in Führung: Markus Eisenschmid spielte Marc Michaelis vor dem Tor mit einem scharfen Pass frei, der akkurat per Direktabnahme zum deutschen Führungstreffer traf (24.). Auf der Gegenseite hatte David Buc bereits kurz zuvor den Außenpfosten getroffen (23.). Nach dem Rückstand drehten die Gastgeber richtig auf. Richard Panik traf in der 28. Minute per Direktabnahme den rechten Innenpfosten. Kurz danach mussten binnen 23 Sekunden mit Moritz Seider und Moritz Müller gleich zwei deutsche Abwehrspieler auf die Strafbank. Umstritten war indes vor allen Dingen eine zehnminütige Disziplinarstrafe gegen Korbinian Holzer nach angedeutetem Stockstich von Panik, sodass ein dritter deutscher Abwehrspieler nicht zur Verfügung stand.

Die Slowaken nutzten die doppelte Überzahl gnadenlos effektiv aus: Andrej Sekera traf mit einem satten Schuss ins linke Eck bereits sechs Sekunden nach Beginn der doppelten Überzahlspiels (29.). 85 Sekunden später überwand Libor Hudacek Keeper Niederberger über die Fanghand (30.). Anschließend aber zeigte sich das DEB-Team vom Doppelschlag keineswegs geschockt. Leo Pföderl scheiterte in Überzahl gleich zweimal im Slot an Marek Ciliak (35.). Knapp 60 Sekunden vor Drittelende kam auch Eisenschmid frei vor Ciliak nicht im Keeper vorbei.

Nagy verletzt Seider - Eisenschmid gleich spät aus

Moritz Seider (2.v.re.)
Musste verletzt vom Eis begleitet werden: Moritz Seider (2.v.re.).
© Getty Images

Im Schlussabschnitt machten die die Slowaken zunächst erneut Druck. Als Yasin Ehliz wegen Haltens auf der Strafbank saß, kamen die Hausherren zu einigen Schussgelegenheiten, die Niederberger und seine Vorderleute aber unschädlich machten. Als Deutschland wieder komplett war, verzog der aufgerückte Seidenberg nur knapp (47.). In der 53. Minute checkte der slowakische Kapitän Ladislav Nagy Toptalent Moritz Seider unnötig von hinten in die Bande, dabei verletzte sich der 18-Jährige und musste vom Eis geführt werden. Das Unparteiischen-Gespann Siderenko/Frano aus Weißrussland und Tschechien hatte wohl nicht die Mut, die eigentlich fällige große Strafe gegen Nagy auszusprechen, sodass es lediglich ein zweiminütige Überzahl gab, die ohne Treffer verstrich.

In den finalen fast drei Minuten nahm Söderholm, der sich nach dem Foul an Seider sichtlich verärgert gezeigt hatte, Niederberger früh zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis (58.). Und der freigespielte Eisenschmid erzielte mit einer satten Direktabnahme fast zwei Minuten vor der Schlusssirene das 2:2 (59.). Doch damit noch nicht genug: Leon Draisaitl gelang 37 Sekunden vor Ende in Weltklassemanier mit einem knallharten Schuss ins kurze Eck von Ciljak sogar noch der Siegtreffer.

Das deutsche Team trifft in den kommenden drei Partien auf die favorisierten Kanada (Samstag, 16.15 Uhr), USA (Sonntag, 16.15 Uhr) und Finnland (Dienstag, 12.15 Uhr).


Statistik zum Spiel:

Deutschland - Slowakei 3:2 (0:0, 1:2, 2:0)

Deutschland: Niederberger (Düsseldorfer EG/35 Länderspiele) - Holzer (Anaheim Ducks/NHL/59), Moritz Müller (Kölner Haie/147); Yannic Seidenberg (Red Bull München/166), Seider (Adler Mannheim/5); Schopper (Straubing Tigers/21), Nowak (Düsseldorfer EG/25); Jonas Müller (Eisbären Berlin/38) - Ehliz (Red Bull München/73), Hager (Red Bull München/142), Pföderl (Nürnberg Ice Tigers/38); Kahun (Chicago Blackhawks/NHL/58), Draisaitl (Edmonton Oilers/NHL/52), Tiffels (Kölner Haie/37); Plachta (Adler Mannheim/84), Michaelis (Minnesota State University/24), Eisenschmid (Adler Mannheim/17); Noebels (Eisbären Berlin/74), Fauser (Grizzlys Wolfsburg/48), Mauer (Red Bull München/79); Bergmann (Iserlohn Roosters/15)
Slowakei: Ciliak - Sekera, Cernak; Marincin, Jaros; Koch, Fehervary; Cajkovsky - Tatar, Kristof, Panik; Nagy, Sukel, Studenic; Dano, Hudacek, Lantosi; Lunter, Buc, Liska; Zigo
Tore: 1:0 (23:54) Michaelis (Eisenschmid), 1:1 (28:30) Sekera (Cernak, Tatar), 1:2 (29:55) Hudacek (Panik, Tatar), 2:2 (58:08) Eisenschmid (Seidenberg, Kahun), 3:2 (59:33) Draisaitl (Tiffels)
Zuschauer: 7440
Strafminuten: Deutschland 8 + 10 Disziplinarstrafe (Holzer) - Slowakei 8 + 10 Disziplinar (Nagy)
Schiedsrichter: Sidorenko (Weißrussland), Frano (Tschechien)

jom

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