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26.04.2019, 00:13

Mannheim vor achtem Meistertitel

Neue Dynastie? Adler und Gross vor der Krönung

Vier Jahre nach ihrem letzten Triumph stehen die Adler Mannheim dank der 3:1-Führung in der Finalserie gegen Titelverteidiger EHC Red Bull München ganz dicht vor ihrer achten deutschen Meisterschaft. Zugleich wäre es Titel Nummer sieben für die Kurpfälzer im Rahmen der 1994 gestarteten DEL, sodass die Adler mit dem bis dato alleinigen DEL-Rekordchampion Eisbären Berlin gleichzögen. Angesichts der Dominanz in der abgelaufenen Saison ist den Mannheimern nun sogar zuzutrauen, wie zuletzt München mit drei Meisterschaften in Folge eine Sportdynastie zu begründen.

Vor dem achten Meistertitel: Die Adler Mannheim gegen den EHC Red Bull München.
Vor dem achten Meistertitel: Die Adler Mannheim gegen den EHC Red Bull München.
© imagoZoomansicht

Nur drei Mannschaften gelang es in der Geschichte der DEL bislang, ihren Titel zu verteidigen. Die Adler waren 1997 und 1998 die ersten, denen dies gelang. Es folgten die Eisbären, die während ihrer goldenen Jahre zwischen 2005 und 2013 unter dem heutigen Münchner Coach Don Jackson gleich sieben Meistertitel einfuhren. Nach zwei Jahren Pause gelang Jackson zuletzt auch noch mit den Oberbayern der Titelhattrick; etwas, das zuvor nur er selbst mit Berlin 2011 und 2013 - und zuvor die Adler zwischen 1997 und 1999 - geschafft hatten.

Kurios indes: Erst im Sommer 1998 hatte SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp die Mannheimer in einer Phase finanzieller Probleme übernommen und danach - nicht zuletzt aufgrund großer pekuniärer Unterstützung, inklusive neuer Multifunktionsarena - zu einem europäischen Vorzeigeklub im Eishockey transformiert. Doch obwohl die Adler seither über weite Strecken den Branchenkrösus der DEL darstellten, gelang es dem nun von Hopp-Sohn Daniel geleiteten Klub in der SAP-Ära nicht mehr, einen Titel zu verteidigen. Nach dem Titel von 1999 und dem Erfolg 2001 folgten stattdessen längere Durststrecken, unterbrochen nur durch die Siege 2007 und 2015.

Gross und der "Jackson-Fluch"

Dafür, dass die Adler nun die nächste dominante Phase eines Klubs nach den Eisbären und München einläuten könnten, steht vor allen Dingen ein Name: Pavel Gross. Als Spieler gehörte der 50-Jährige selbst zu den Spielern, die mit Mannheim den Titelhattrick zwischen 1997 und 1999 schafften. Als Trainer allerdings entwickelte Gross beinahe schon eine Art Finalfluch. Denn obwohl er als Coach des finanziell im Vergleich mit Mannheim längst nicht so üppig ausgestatteten VW-Werksteams Grizzlys Wolfsburg seit 2010 äußerst erfolgreich arbeitete, konnten die Grizzlys bei ihren drei Finalniederlagen 2011 (0:3 gegen Berlin) und 2016 und 2017 (0:4, 1:4 gegen München) gerade einmal eine einzige von zwölf Partien gewinnen.

Nachdem Don Jackson, der Coach jedes der drei siegreichen Finalgegner von Gross? Teams gewesen war, mit seinen Münchnern in der aktuellen Serie in Spiel eins ein wenig glücklich mit 1:0 gewonnen und seine Finalbilanz gegen Gross so auf 12:1 ausgebaut hatte, musste sich der Deutsch-Tscheche wohl erst einmal auch selbst ein wenig beruhigen. "Wir müssen den Kopf hochhalten. Da müssen wir jetzt durch. Das ist halt so", meinte er, eigentlich mit Blick auf seine Spieler.

Doch dank des wohlverdienten Selbstvertrauens nach dem höchsten Punkteschnitt in einer Hauptrunde in der DEL-Geschichte (2,23) und anschließend dem glattesten Weiterkommen in einer "Best-of-seven"-Serie im Halbfinale gegen Köln (4:0 mit gerade einmal drei Gegentoren) besannen sich Gross und die Seinen in den Spielen zwei bis vier (4:0, 3:1, 4:0) auf die Tugenden, die sie in der Saison 2018/19 bislang zu einer Mannschaft machten, für die die DEL eine Nummer zu klein war: Enorme defensive Disziplin (plus ein starker Keeper in Dennis Endras), Kompaktheit, physische Stärke sowie enormer Zug nach vorne - dank exzellenten Individualisten wie Shootingstar Markus Eisenschmid (acht Tore), dem ehemaligen Stanley Cup-Sieger Andrew Desjardins (neun Treffer) oder auch Moritz Seider (18), dem wohl besten deutschen Verteidiger-Talent seit Christian Ehrhoff.

Trotz Rekordsaison: Raum für Steigerung gegeben

Wenn die Adler am Freitagabend vor heimischem Publikum in der SAP Arena, oder auch in den Tagen danach, nun ihren siebten DEL-Meistertitel feiern sollten, dann ist es sehr gut möglich, dass dies nicht nur das Ende für den Gross'schen Finalfluch bedeuten, sondern gleich auch noch den Grundstein für eine neue Titeldynastie legen wird. Denn der aktuelle Kader ist aufgrund laufender Verträge bestenfalls zur Hälfte die Wunschzusammenstellung von Gross, der erst im Sommer 2018 übernommen hatte. Selbst für den Fall, dass Seider oder Eisenschmid schon bald der Ruf der NHL ereilen wird, besteht die Möglichkeit, dass der als akribisch arbeitend geltende Gross in seiner zweiten Saison noch einigen Raum für Verbesserungen finden wird. Die Konkurrenz in der DEL dürfte dies mit Schrecken vernehmen - selbst im München eines Don Jackson

Joachim Meyer

 
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