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10.04.2019, 09:30

Vorschau: NHL, Play-offs 2019, Eastern Conference

Ein großer Favorit und sieben Herausforderer

Tampa Bay geht als hoher Favorit ins Titelrennen, hat allerdings mit Columbus gleich einen unangenehmen Gegner. Boston und Toronto wärmen derweil ihre Rivalität auf. Titelverteidiger Washington hat ein vermeintliches Play-off-Küken vor der Brust. Zudem will Pittsburgh um Superstar Crosby Meistertrainer Trotz und seine "deutschen" Islanders das Fürchten lehren. Die Runde eins in der Eastern Conference...

Tampa Bay Lightning (1. Atlantic Division) - Columbus Blue Jackets (2. Wildcard)

Nikita Kucherov
128 Punkte: Tampa Bays Scoring-Maschine Nikita Kucherov.
© Getty ImagesZoomansicht

Tampa Bay Lightning: Mit 62 Siegen in 82 Spielen stellte der Lightning die Bestmarke der Detroit Red Wings aus der Saison 1995/96 ein. Die Offensive Tampas war dabei besonders herausragend: Mit 325 Toren erzielten Art-Ross-Trophy-Gewinner (128 Punkte) Nikita Kucherov, Steven Stamkos & Co. satte 36 mehr als die beide zweiterfolgreichsten Teams (Calgary und San Jose). Tempo und Durchschlagskraft des Teams von Coach Jon Cooper sind enorm. Hinzu kamen auch noch die besten Special Teams der Liga (Powerplay: 28,2 Prozent; Penalty Killing: 85 Prozent Erfolgsquote). Die Defensive mit den Weltklasseverteidigern Victor Hedman und Ryan McDonagh sowie Andrei Vasilevskiy im Tor (Fangquote: 92,5 Prozent) steht dem kaum nach.

Echte Schwächen sind mittlerweile kaum mehr auszumachen. Da ist vielleicht ein Tick fehlende Robustheit zumindest in der so technisch starken und schnellen Offensive. Und war machen die Nerven, wenn es besonders darauf ankommt? Im Conference-Finale 2018 gegen den späteren Champion Washington Capitals führte Tampa nach 0:2-Serienrückstand schon mit 3:2, ehe die Capitals mit zwei Shutouts in Spiel sechs und sieben den Finaleinzug des Lightning doch noch vereitelten.

Artemi Panarin
Scharfschütze: Columbus' Stürmer Artemi Panarin.
© Getty ImagesZoomansicht

Columbus Blue Jackets: Apropos Nerven: Die Blue Jackets bewiesen solche bereits in der Schlussphase der Saison, als mit sieben Siegen aus den letzten zehn Spielen erstmals in der Franchise-Geschichte der dritte Play-off-Einzug in Serie geschafft wurde. Was Columbus allerdings als einziges NHL-Team noch niemals erreichte, ist es, auch eine Play-off-Serie zu gewinnen. Hierfür setzte General Manager Jarmo Kekäläinen an der "Trade Deadline" Ende Februar alles auf eine Karte und holte unter anderem Matt Duchene und Ryan Dzingel aus Ottawa. Die Kadertiefe, die schon davor ein Plus war, ist damit mehr denn je ein großer Trumpf. Mit Artemi Panarin (87 Punkte), aber auch Cam Atkinson (41 Tore) oder Verteidiger Seth Jones und Keeper Sergei Bobrovsky verfügt der erfahrene Coach John Tortorella, der einst mit Tampa den Stanley Cup gewann (2004), über mehrere Stars.

Neben einem schwachen Powerplay (15 Prozent) hatten die auf vielen Positionen noch immer recht unerfahrenen Blue Jackets auch allgemein immer wieder Mühe, Durchschlagskraft zu erzeugen. Gerade in den drei Hauptrundenpartien gegen Tampa traf Columbus gerade einmal dreimal, kassierte selbst aber satte 17 Gegentreffer. Einziger Trost: Mit Duchene und den anderen Nachverpflichtungen sind die Jackets nun ein verändertes Team.

Hauptrunde: 8:2, 4:0, 5:1

kicker-Tipp: Gegen wohl jedes andere Team der Eastern Conference wäre Columbus, das 2018 Washington in Runde eins nahe an eine Niederlage brachte, ein äußerst schwerer Prüfstein. Der Lightning allerdings meistert die Aufgabe und gewinnt mit 4:1.


Boston Bruins (2. Atlantic Division) - Toronto Maple Leafs (3. Atlantic Division)

Brad Marchand
Giftiger Gegenspieler: Bostons Brad Marchand knackte erstmals die 100-Punkte-Marke.
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Boston Bruins: Schon 2018 trafen beide Teams in Runde eins aufeinander, Boston kam erst in Spiel sieben weiter. Die Bruins indes sind erneut eines der komplettesten Teams der NHL: Die Defensive gehörte mit 215 Gegentoren zu den besten der Liga, mit 259 Treffern war es auch um das Scoring gut bestellt. Kein Wunder, denn die Topreihe mit Brad Marchand (erstmals 100 Punkte), Leader Patrice Bergeron und Filigrantechniker und Torjäger David Pastrnak gehört zu den besten der NHL. Die Defensive um die Offensivverteidiger Charlie McAvoy, Torey Krug sowie den kaum altern wollenden Kapitän Zdeno Chara steht für Stabilität, Disziplin, aber auch Mobilität.

Die Bruins sind eines der kompaktesten Teams der NHL, haben nur wenige Schwächen. Eine: Im Gegensatz zum Powerplay, das mit 25,9 Prozent Erfolgsquote das drittbeste der Hauptrunde war, war das Penalty Killing (knapp 80 Prozent) nur Durchschnitt. Hinter der Top-Reihe sowie Krug, McAvoy, David Krejci und Jake DeBrusk fehlte es zudem an Tiefe im Scoring-Bereich. Mit John Moore und Kevan Miller fehlen zudem zum Start der Endrunde voraussichtlich zwei wichtige Defensivverteidiger.

Morgan Rielly
Offensivstarker Verteidiger: Torontos Morgan Rielly.
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Toronto Maple Leafs: Vor einem Jahr holte Toronto gegen Boston einen 1:3-Serienrückstand auf, verlor aber im entscheidenden siebten Spiel. Nun ist der Kader mit John Tavares verstärkt, auch wenn zugleich Spieler wie James van Riemsdyk oder Tyler Bozak weichen mussten: Das große Plus ist daher weniger die Tiefe, sondern die Scoring-Power in der Spitze: Trotz Tavares, Auston Matthews oder 20 Tore- und 70-Punkte-Verteidiger Morgan Rielly war Mitch Marner der mit 94 Punkten beste Scorer - was die große Breite der Maple Leafs in Sachen offensiver Elitespieler belegt.

Das Problem von Coach Mike Babcock ist nicht das Toreschießen seines Teams: Wohl aber ist der Kader der Maple Leafs noch immer recht unerfahren. Mit der Verpflichtung von Jake Muzzin an der Deadline hofft man auf mehr Stabilität in der Abwehr. Allerdings: Mit Jake Gardiner und Travis Dermott kehrten zwei der wichtigsten, weil - hinter Rielly - mobilsten Verteidiger verletzungsbedingt gerade erst zurück.

Hauptrunde: 5:1, 2:4, 6:3, 3:2

kicker-Tipp: Toronto hat dank Tavares an Qualität hinzu gewonnen. Doch auch die Bruins präsentieren sich nicht nur dank Nachverpflichtung Charlie Coyle noch einmal verbessert und sind auf dem Papier das etwas reifere Team. Boston siegt mit 4:2.


Washington Capitals (1. Metro Division) - Carolina Hurricanes (1. Wildcard)

Alex Ovechkin
NHL-Top-Torjäger: Washingtons Alex Ovechkin erzielte 51 Treffer in der regulären Saison.
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Washington Capitals: Nur zum Start der Saison strauchelte der Titelverteidiger ein wenig. Letztlich aber sicherten sich die Capitals abermals den Division-Titel: Alex Ovechkin mit einer weiteren 50-Tore-Saison, die spielstarken Center Evgeni Kuznetsov und Nicklas Bäckström sowie der erneut herausragende Topverteidiger John Carlson (70 Punkte) sind weiter die großen Stützen eines insgesamt ausgewogen und erfahrenen Teams. Die große Stärke der US-Hauptstädter war in den Playoffs 2018 insbesondere die Fähigkeit, bei Bedarf die wichtigen Tore erzielen zu können.

Die Defensive allerdings war in der Hauptrunde, ein wenig anders als noch unter Meistertrainer Barry Trotz, eine Achillesferse: 249 Gegentore bedeuteten die meisten aller Play-off-Teilnehmer außer Toronto (251) und San Jose (261). Ohne Philipp Grubauer (nun Colorado) machte sich bei Meistertorhüter Braden Holtby ein wenig fehlende Konstanz bemerkbar. Auch das Penalty Killing präsentierte sich vergleichsweise unterdurchschnittlich (Rang 23; 78,9 Prozent).

Sebastian Aho
Der Star in Carolina: Center Sebastian Aho.
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Carolina Hurricanes: Erstmals seit der Saison 2008/09 zog Carolina in die Play-offs ein, es war die längste Durststrecke in der NHL! Mit Sebastian Aho, der mittlerweile als Center agiert, verfügt Carolina über einen echten Star (83 Punkte). Teuvo Terävainen (76) stand seinem finnischen Landsmann in Sachen Produktion jedoch kaum nach. Die Verpflichtung von Nino Niederreiter (30 Punkte in 36 Spielen) zu Saisonmitte entpuppte sich als Volltreffer. Eine Stärke ist auch die noch recht junge, aber qualitativ starke Defensive um Dougie Hamilton (18 Tore) oder Justin Faulk, Jaccob Slavin und Brett Pesce. Im Saisonverlauf entpuppte sich auch der aus Detroit gekommene Keeper Petr Mrazek als echte Verstärkung.

Allerdings: Hinter Aho oder Niederreiter fehlt Coach Rod Brind'Amour - gerade im Vergleich mit Washington - die Tiefe gerade in der Offensive. Nur Dallas und die Islanders erzielten von allen Playoff-Teams weniger Tore erzielt als die Hurricanes (245). Desweiteren fehlt Erfahrung: Nur Kapitän Justin Williams (37), Jordan Staal (30) und Backup Curtis McElhinney (35) sind 30 Jahre oder älter.

Hauptrunde: 6:5 n.P., 3:1, 4:1, 3:2

kicker-Tipp: Mit Michal Kempny fehlt den Capitals ein wichtiger Abwehrspieler bis zum Saisonende. Doch Ovechkin & Co. wissen mittlerweile, wie man Serien gewinnt. Carolina dagegen muss diese Erfahrung erst machen. Washington gewinnt mit 4:1.


New York Islanders (2. Metro Division) - Pittsburgh Penguins (3. Metro Division)

Thomas Greiss
Sicherer Rückhalt: Der deutsche Islanders-Goalie Thomas Greiss.
© Gett#Zoomansicht

New York Islanders: Vor der Saison tippte kaum jemand darauf, dass die Islanders, die Tavares ohne Gegenleistung gen Toronto hatten ziehen lassen müssen, auch nur in die Nähe der Play-offs kommen würden. Doch Washingtons Meistertrainer Barry Trotz bewies an neuer Wirkungsstätte seine herausragenden Qualitäten. Mit gerade einmal 196 Gegentoren stellten die Islanders die beste Defensive der NHL und blieben das einzige Team, das weniger als 200 Gegentore kassierte.

Die Offensive allerdings war das erwartete Problemfeld: Nur Dallas (210) erzielte von allen Play-offs-Teams weniger Treffer als die Islanders (228). Auch die Special Teams präsentierten sich unterdurschnittlich. Das Powerplay rangierte mit nur 14,5 Prozent sogar nur auf Platz 29.

Die Islanders gehen als das "deutscheste" Team in die Endrunde: Keeper Thomas Greiss (43 Spiele, Fangquote: 92,7 Prozent) bildete mit dem Schweden Robin Lehner (46; 93,0) das herausragender Torhüterduo der Hauptrunde. Werden sich beide auch in den Play-offs ständig abwechseln? Nur auf 36 Einsätze kam derweil der zweimalige Meister mit Pittsburgh, Tom Kühnhackl (vier Tore, fünf Vorlagen), der aber just zu den Play-offs gegen seine Ex-Kollegen wohl in Sturmreihe zwei neben Brock Nelson und Josh Bailey beginnen wird. Dennis Seidenberg dagegen müsste für seinen ersten Saisoneinsatz wohl schon auf eine mittelgroße Verletzungsmisere in der Abwehr hoffen. Der 37-Jährige trainiert zwar seit Saisonbeginn mit dem Team mit, unterschrieb aber erst Ende Februar einen Vertrag.

Sidney Crosby
Viel Erfahrung und Qualität: Pittsburghs Superstar Sidney Crosby.
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Pittsburgh Penguins: Der Meister von 2016 und 2017 aus Pittsburgh musste bis in die letzte Woche um den Play-off-Einzug bangen. Die Offensive gehört indes weiter zu den besten der NHL (273 Tore). Sidney Crosby erreichte gar erstmals seit 2013/14 die 100-Punkte-Marke. Auch Phil Kessel (82 Zähler), Evgeni Malkin (72 in nur 68 Spielen), 40-Tore-Mann Jake Guentzel oder Verteidiger Kris Letang (56 Punkte in 65 Spielen) wecken immer wieder Erinnerungen an die Titelgewinne von 2016 und 2017. Mit 24,6 Prozent Effizienz gehörte auch das Powerplay zu den fünf besten der Liga. Keeper Matt Murray ist zwar verletzungsanfällig, aber auch meisterschaftserprobt.

Das große Problem der Penguins war die Defensive. Von allen Play-off-Teams kassierten nur Toronto (251) und Colorado (246) mehr Treffer (241). Allerdings: Nach großen Verletzungsproblemen im Saisonverlauf, gerade in der Abwehr, präsentiert sich der Kader zum Start der Endrunde nahezu gesund. Ein Problem in der Offensive war derweil die etwas schwankenden Leistungen mancher Stars (Malkin, Kessel), aber auch generell fehlendes "Secondary Scoring".

Hauptrunde: 6:3, 3:2 n.P., 2:6, 1:2 n.P.

kicker-Tipp: In den Play-offs ist kaum eine Mannschaft so erfahren und abgebrüht wie Pittsburgh. Die Islanders indes können sich zwar auf ihr Defensivsystem verlassen, doch insgesamt fehlt Tiefe und Durchschlagskraft. Die Penguins gewinnen mit 4:2.


Lesen Sie hier die Play-off-Vorschau der Western Conference


Joachim Meyer

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© imago (2)/Getty Images

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