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06.03.2019, 16:30

Individuelle NHL-Trophäen im Visier

Draisaitl & Greiss: Schreiben zwei Deutsche Geschichte?

Das ultimative Ziel eines jeden Eishockey-Profis ist der Gewinn des Stanley Cup. In der NHL aber werden auch individuelle Leistungen mit Trophäen geehrt. Ein in Deutschland geborener Spieler konnte eine solche bislang noch nicht abstauben. Das könnte sich nach der Saison 2018/19 ändern: Mit Leon Draisaitl (Edmonton Oilers) und Thomas Greiss (New York Islanders) gibt es gleich zwei vielversprechende Kandidaten, die Geschichte schreiben könnten...

Draisaitl: Ein "Teufelskerl" jagt Ovechkin

Leon Draisaitl
Kandidat für die "Maurice Richard Trophy": Stürmer Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers.
© imagoZoomansicht

Leon Draisaitl ist derzeit ligaweit in aller Munde: Der gebürtige Kölner trifft und trifft und trifft. In elf Spielen in Folge trat der 23-Jährige als Scorer in Erscheinung (neun Tore, acht Assists). "Zur Zeit geht alles rein. Ich klopfe auf Holz, dass es so weitergeht", so der 1,89 Meter große Mittelstürmer. Insgesamt hat Draisaitl bereits 41 Saisontreffer auf dem Torekonto - er ist damit der zweitbeste Schütze in der besten Eishockey-Liga der Welt. Nur der amtierende Stanley-Cup-Sieger Alex Ovechkin liegt mit 45 Treffern noch vor ihm. Das Rennen um die "Maurice Richard Trophy", die alljährlich an den besten Torjäger der regulären Saison vergeben wird, ist somit noch völlig offen. Titelverteidiger ist Ovechkin - der 33-jährige Russe konnte diese Trophäe als ausgewiesener Scharfschütze bereits siebenmal gewinnen.

Als ein solcher galt Draisaitl eigentlich nicht. Die große Stärke des Centers sind kluge und präzise Pässe. In seiner erst knapp fünfjährigen NHL-Karriere legte der 23-Jährige bereits 174 Tore auf, deren 42 sind es in der laufenden Saison. Neu ist, dass der Kölner nun auch am laufenden Band Tore liefert. 22,8 Prozent seiner Schüsse landen im Ziel - eine deutliche Steigerung seiner Effektivität im Vergleich zu den Vorsaisons (4,1, 14,3, 16,9, 12,9 Prozent). "Er hat sein Spiel auf ein anderes Niveau gehoben", lobte Edmontons Trainer Ken Hitchcock den Deutschen und fügt an: "Er ist ein Teufelskerl."

Er ist ein Teufelskerl.Trainer Ken Hitchcock über Leon Draisaitl

Und mittlerweile auch in Nordamerika einer der ganz großen Superstars. Deutsche Rekorde hat Draisaitl längst gebrochen. Den Tore-Rekord von Marco Sturm etwa, der bislang bei 29 Treffern lag. "Wir hatten als Deutsche schon einige gute NHL-Spieler. Ich möchte mich nicht wegen irgendwelcher Statistiken mit Leuten wie Marco Sturm vergleichen", wiegelt Draisaitl ab. Behält der Linksschütze seine Produktivität bei, käme er nach 82 Hauptrunden-Spielen auf 51 Treffer. Bei den Oilers wäre er damit der erste 50-Tore-Schütze seit 1987, als mit Wayne Gretzky der beste Spieler aller Zeiten 62 Treffer markierte.

Ob allerdings auch die Endrunde mit Draisaitl stattfinden wird, ist noch völlig offen. Die Oilers haben sieben Punkte Rückstand auf einen Play-off-Platz. Der Mittelstürmer gilt derzeit als Lebensversicherung neben Kapitän Connor McDavid (33 Tore, 59 Assists, 92 Scorerpunkte). Sollte Edmonton den Cut nicht schaffen, könnte Draisaitl die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM 2019 in der Slowakei unterstützen. "Es ist noch ein bisschen zu früh. Der Fokus liegt in den nächsten Wochen ganz klar darauf, die Play-offs doch noch irgendwie zu schaffen", so Draisaitl.


Greiss: Mit Meister-Coach zum Top-Torwart

Thomas Greiss
Kandidat für die "William M. Jennings Trophy": Torwart Thomas Greiss von den New York Islanders.
© imagoZoomansicht

Thomas Greiss ist gar Top-Favorit auf eine individuelle NHL-Trophäe. Die "William M. Jennings Trophy" wird an den Torwart oder das Torhütergespann (mindestens 25 Saison-Einsätze) mit den wenigsten Gegentoren nach der regulären Saison vergeben. Das erste Kriterium hat der gebürtige Füssener mit 34 Spielen und 30 Starts bereits erreicht - er teilt sich die Einsätze mit dem Schweden Robin Lehner (38 Spiele, 36 Starts) recht gleichmäßig auf. Bei der Anzahl der Gegentore liegen die New York Islanders mit erst 156 Gegentoren (2,36 Gegentreffer/Spiel) knapp vor den Boston Bruins (161 Gegentore, 2,44 Gegentreffer/Spiel). Die "Jennings Trophy" ist somit in greifbarer Nähe.

Für die New Yorker ist genau das ein fast nicht für möglich gehaltener Wandel. Noch in der Vorsaison stellte das Franchise aus Long Island mit 293 Gegentoren (3,57 Gegentreffer/Spiel) die Schießbude der gesamten Liga. Zudem verabschiedete sich im Sommer mit John Tavares der Superstar und langjährige Kapitän zu den Toronto Maple Leafs. Für den Wandel aber sorgte der neue Chefcoach Barry Trotz, der gemeinsam mit Torwarttrainer Mitch Korn vom Stanley-Cup-Champion aus Washington zu den Isles wechselte.

Uns macht die harte Arbeit aus. Jeder ist dabei, spielt stark und gibt alles.Thomas Greiss, Goalie New York Islanders

"Er hat einen großen Einfluss", bestätigt Greiss, den der kicker zum Interview in New York traf. "Wir haben gute Torwarttrainer, die uns im Training scharf halten. Er (Mitch Korn, d. Red.) war schon bei einigen Mannschaften, hat schon eine lange Karriere in der NHL, ist sehr schlau und weiß, was er machen muss." Auch Trotz habe dem Team eine neue Eishockey-DNA eingeimpft: "Die Kultur und einfach die Einstellung in der ganzen Mannschaft", habe sich unter dem Meister-Trainer geändert. "Letztes Jahr waren die meisten von uns Passagiere. Jetzt sind alle dabei, arbeiten hart zurück und verteidigen auch. Sie nehmen viele Chancen weg. Uns macht die harte Arbeit aus. Jeder ist dabei, spielt stark und gibt alles."

Mit einer starken Fangquote von 92,8 Prozent sowie einem Gegentorschnitt von 2,23 zählt Greiss zu den besten Goalies in der NHL und bildet zusammen mit Lehner (92,7 Prozent, 2,19) das beste Gespann der Liga. Zwar haben die Islanders keine klare Nummer 1, dafür bleiben durch die stetige Rotation beide Keeper frisch. "So wie es läuft, funktioniert es gut", erklärt der 33-jährige Allgäuer. "Wir gewinnen Spiele, wir beide haben beide gute Statistiken, die Mannschaft spielt gut, also kann man sich nicht beschweren. An den Rhythmus gewöhnt man sich über das Jahr." Für die DEB-Auswahl kommt Greiss in diesem Sommer nicht in Frage: Als Spitzenreiter der Metropolitan Division ist die Playoff-Qualifikation so gut wie sicher. Bis dahin hat der 1,85 Meter große Linksfänger noch die realistische Chance, der erste in Deutschland geborene Spieler zu werden, der eine persönliche NHL-Auszeichnung erhält.

Christian Rupp

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Vereinsdaten

Vereinsname:Edmonton Oilers
Anschrift:Edmonton Oilers
11230 - 110 Street
Edmonton, Alberta, Canada T5G 3H7
Internet:http://www.edmontonoilers.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:New York Islanders
Anschrift:New York Islanders
1535 Old Country Road
Plainview, New York, USA 11803
Internet:http://www.newyorkislanders.com/


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