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16.05.2019, 21:54

Der Titelverteidiger in den Western Conference Finals

Störfaktor Durant? Currys große Chance

Obwohl Superstar Stephen Curry von den Golden State Warriors eines der globalen Gesichter der NBA ist, scheiden sich an seiner sportlichen Reputation die Geister. Das wird an seinen Auftritten in den Play-offs festgemacht - jetzt könnte Curry die Kritiker zum Schweigen zu bringen.

Stephen Curry und Kevin Durant
Ob Steph Curry (li.) seine starke Form auch an der Seite von Kevin Durant beibehalten wird?
© Getty ImagesZoomansicht

Nicht Michael Jordan, nicht Magic Johnson, nicht Kobe Bryant, nicht LeBron James, sondern Stephen Curry. Als er 2016 zum zweiten Mal als "MVP" der Regular Season ausgezeichnet wurde, hatte der Spielmacher jede einzelne Erststimme erhalten - das gab es noch nie.

Längst hatte die gesamte NBA einmal mehr die Zeichen der Zeit erkannt. Die auf dem Parkett keiner so mitgestaltete wie Curry, der - das ist eigentlich keine Debatte mehr - als bester Dreipunkte-Schütze in die Basketball-Geschichte eingehen wird.

Identifikationsfigur Curry

Fabelrekorde in Sachen Wurfanzahl und -quote, irrwitzige Kabinettstückchen und eine Erscheinung - "nur" ca. 1,90 Meter Körpergröße und relativ schmächtig -, mit der sich ein Großteil der Fans wohl besser identifizieren kann als mit einem Super-Athleten wie LeBron James. Curry ist das, was man ohne zu übertreiben als Superstar bezeichnen kann.

In puncto "cultural Impact" also sowieso, sportlich aber auch. Zumindest in der Regular Season. In den Play-offs teilen sich die Analysten in zwei Lager. Es war kein Aufschwung über Nacht, als sich die Warriors 2015 erstmals seit Jahrzehnten zum NBA-Champion krönten - und keiner stand so für die kommende Dynastie wie ihr revolutionärer Point Guard. Ein regelrechter Hype entstand. Und doch wurde Bankspieler Andre Iguodala 2015 zum "Finals MVP" gewählt - den Stimmberechtigten war der Final-Auftritt Currys seinen bisherigen Leistungen nicht ebenbürtig genug.

Die 3:1-Führung

Ein Jahr später war es Curry, der nach 73 Siegen (Regular-Season-Rekord!) als einstimmiger MVP sinnbildlich die 3:1-Führung in den Finals verspielte und in Game 7 vor heimischer Kulisse gerade in der engen Schlussphase abtauchte. Dass er dem damals triumphierenden "King James" in Sachen Popularität den Rang abgelaufen hatte, konnte er sportlich nicht bestätigen.

Die Meisterschaften 2017 und 2018 durfte dann zwar wieder Steph bejubeln, sie werden allerdings primär mit einem anderen Namen in Verbindung gebracht: Kevin Durant. Der kam nach der Finals-Pleite 2016 aus Oklahoma City und nahm - vom uneigennützigen Curry gestattet - die Rolle der ersten Geige ein. Zwar sprechen die Siegquoten in jeweiliger Abwesenheit nach wie vor dafür, dass Curry für die Warriors schwieriger zu ersetzen ist - Durant, 2017 und 2018 Finals MVP, wird aber allgemein als der bessere Spieler erachtet.

Mit Leitwolf Durant, dessen Performances 2019 immer besser, aber auch immer vereinnahmender wurden, schien beim Titelverteidiger in der laufenden Post-Season vieles zu stehen und zu fallen. Wohl auch deshalb - gerade Curry und Thompson kamen seltener in ihren Rhythmus - wirkten die Warriors hier und da ungewohnt anfällig. Dabei gilt der kommende Free Agent Durant als sicherer Abgang. Seit einer Verletzung in Game 5 der Conference-Semifinals gegen die Houston Rockets ist er außen vor.

0 Punkte in der ersten Halbzeit

Steph Curry und Seth Curry
Familien-Duell: In den Conference Finals gegen Portland trifft Steph Curry (li.) auf seinen Bruder Seth.
© Getty ImagesZoomansicht

Die Geschichte des schwächelnden "Play-off-Curry" drohte weitererzählt zu werden - doch er konterte seine punktlose erste Halbzeit in Game 6 gegen Houston mit 33 Zählern in der zweiten. Selbst die Kritiker mussten den Hut ziehen. Mit 36 Curry-Punkten wurden die Portland Trail Blazers um Bruder Seth im Auftaktspiel der Conference Finals deutlich auf Distanz gehalten, in den Medien war vom "alten Steph" die Rede. Also von dem, der im Vor-Durant-Streichorchester die erste Geige gespielt hatte.

Ohne Durant wirkten die Warriors irgendwie gelöster, motivierter, unberechenbarer - und keiner profitierte so wie Curry. "KD" ist mindestens noch für Game 2 fraglich - und falls doch einsatzbereit, dann wohl noch nicht bei 100 Prozent.

Was nicht passieren wird: Dass der Titelverteidiger auf seinen besten Spieler aufgrund einer möglichen besseren Teamchemie verzichtet, wann auch immer Durant zurückkehren wird. Sein wichtigster Spieler, der "alte" Steph, sollte seinen Tatendrang der letzten Spiele aber unbedingt beibehalten - mit zwei dominanten Superstars könnten die Warriors umso gestärkter aus der Sache herauskommen.

Auf dem Weg zu seinem vierten Titel eröffnet sich für den formstarken und inzwischen 31-jährigen Curry zudem die Möglichkeit, mit entsprechenden Auftritten auch rein sportlich endgültig in die Phalanx der historischen Basketballelite vorzustoßen.

nba

 
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Vereinsdaten

Vereinsname:Golden State Warriors
Anschrift:Golden State Warriors
1011 Broadway
Oakland, California, USA 94607
Internet:http://www.nba.com/warriors/


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