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16.05.2019, 15:19

BBL, Play-off-Vorschau, Viertelfinale

Vechta vs. Bamberg: Rasta-Euphorie oder geballte Erfahrung?

Vor wenigen Jahren noch wäre die Frage nach dem Ergebnis einer (bislang fiktiven) Play-off-Serie zwischen Bamberg und Vechta sehr einseitig beantwortet worden. Doch die Dinge haben sich geändert, Bamberg gegen Vechta ist die Realität im Mai 2019.

SC Rasta Vechta (4.) - Brose Bamberg (5.)

T.J. Bray gegen Rodney Stuckey (re.)
Alarmstufe Orange im Rasta Dome! T.J. Bray fordert mit Vechta Rodney Stuckey und Bamberg.
© imago imagesZoomansicht

Saisonverlauf: Während der einstige Serienmeister Brose auf einen turbulenten Saisonverlauf mit Höhen und Tiefen zurückblickt, ist Rasta pünktlich zum 40-jährigen Klubjubiläum das Sensationsteam schlechthin in der BBL. Aufsteiger und dann gleich Vierter; mit nur zehn Niederlagen zwei weniger als der Play-off-Gegner, der als Fünfter die schlechteste Hauptrunden-Platzierung seit Jahren verbuchte.

Seit dem neunten und vorerst letzten Meistertitel in Bamberg gab es zwei Geschäftsführer und vier Trainer sowie eine Anpassung des Etats nach unten. In der laufenden Saison übernahm der junge Italiener Federico Perego und sorgte für sportlichen und atmosphärischen Aufschwung. Unter Perego gewann Brose den Pokal im Thriller-Finale gegen Alba Berlin - gekrönt durch Nikos Zisis' Dreier vier Sekunden vor Schluss. Unter Perego stieß Bamberg auch ins Final Four der (nach wie vor zweitklassigen) Champions League vor - um dort jedoch gegen Bologna und Gastgeber Antwerpen zu enttäuschen.

Rasta startete nach dem dritten Erstliga-Aufstieg nach 2013 und 2016 mit drei Niederlagen ins BBL-Abenteuer, drehte den Spieß jedoch schnell um und ließ in dieser Hauptrunde mit Siegen über die übermächtigen Bayern und auch Alba aufhorchen. Und so hielten sich die Niedersachsen stabil in den Top 4, cool gecoacht vom jungen Spanier Pedro Calles, der dafür auch zum "Trainer des Jahres" gekürt wurde.

Aktuelle Form: Während sich Bamberg mit zwei Derbysiegen über Würzburg und Bayreuth zuletzt einigermaßen erholt zeigte von den derben Niederlagen beim CL-Final-Four, gewann Rasta nach einem 67:104-Debakel in Berlin vier der letzten sechs Saisonspiele.

Schlüsselspieler: Vechta hat mit T.J. Bray den Zweiten im MVP-Ranking in seinem Team. Der Shooting Guard und Princeton-Absolvent weist mit 14,8 Punkten (41 Prozent Dreierquote), 7,9 Assists (Liga-Bestwert) und 3,1 Rebounds bärenstarke Werte auf. In den Augen seines Trainers beherrscht er die Pick-and-Roll-Offense wie wohl kaum ein anderer im europäischen Basketball. Bester Scorer ist Austin Hollins (16,1), zugleich bester Balldieb der BBL (2,3 Steals). Max DiLeo ist einer der gefürchteten Defense-Spezialisten der Liga. Schlecht für Rasta: Mit Center Clint Chapman (13,6 Punkte) und Power Forward Seth Hinrichs (12,9) fallen zwei Stützen verletzt aus.

Tyrese Rice
Einer der Bamberger Routiniers: Topscorer Tyrese Rice.
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Brose kann immer noch auf eine Gruppe abgezockter Baller verweisen, die jede Menge Erfahrung mit in diese Serie bringen. CL-MVP Tyrese Rice zum Beispiel, der in der Liga über 15 Punkte im Schnitt auflegte und damit knapp vor Augustine Rubit lag. Auch Bryce Taylor, Elias Harris und erwähnter Zisis wissen, wie ein enges Basketball-Spiel zu gewinnen ist.

Ausblick: Die Verletzungen bei Vechta, die Erfahrung bei Bamberg - trotz des Heimvorteils für den Neuling spricht einiges für die Oberfranken. Bei der Play-off-Auftaktveranstaltung unter dem Motto #freakzone strotzte Brose fast wie in alten Tagen vor Selbstvertrauen. OB Andreas Starke sprach sogar schon von der Vorfreude auf das Duell mit den Bayern. "Wir können das Double erreichen, stehen vor einem 3:0 gegen Vechta und wissen, dass kein Sieg süßer schmeckt als der gegen die Bayern", tönte der SPD-Politiker. Coach Perego hielt den Ball flacher: "Wir sind wettbewerbsfähig."

Rasta freut sich unbändig auf die Play-offs. Der selbst ernannte "geilste Klub der Welt" hat die #alarmstufeorange ausgerufen und will Bamberg natürlich ein Bein stellen. "Wor geiht dat noch hen?", ja wo soll das noch hinführen im Tollhaus von Vechta? Vielleicht spielt neben der Euphorie auch die geistige und körperliche Frische eine Rolle. Zum Vergleich: Mit nur 34 Ligaspielen auf dem Kilometerstand dürfte der Neuling etwas mehr Sprit im Tank haben als der Platzhirsch, der in drei Wettbewerben 58-mal aufs Parkett musste.

Hauptrunde: 1:1 nach Siegen. Vechta gewann im Januar mit 85:67 in Bamberg, verlor dann aber im März zu Hause mit 95:101 n.V. gegen Brose.

kicker-Tipp: Die geballte Erfahrung wird knapp den Ausschlag zu Gunsten der Bamberger geben, die Tyrese Rice zu einem 3:2-Seriensieg führen wird.


Die Spiele im Überblick

Spiel 1: Sonntag, 19. Mai (18.30 Uhr) in Vechta
Spiel 2: Mittwoch, 22. Mai (19 Uhr) in Bamberg
Spiel 3: Samstag, 25. Mai (20.30 Uhr) in Vechta
Spiel 4 (falls nötig): Dienstag, 28. Mai (19 Uhr) in Bamberg
Spiel 5 (falls nötig): Donnerstag, 30. Mai (18 Uhr) in Vechta

Andi Holzmann

 
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