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24.03.2019, 16:21

Kommentar von Carsten Schröter-Lorenz

Ohne Bayern und Berlin: BBL vergibt Chance durch Mogelpackung

Die Basketball-Bundesliga (BBL) und der Deutsche Basketball Bund (DBB) haben ein großes gemeinsames Ziel: den deutschen Spitzenbasketball bei einem größeren Publikum populärer zu machen. Beim diesjährigen Allstar Day der Liga ging der Schuss nach hinten los. Ein Kommentar von kicker-Redakteur Carsten Schröter-Lorenz.

Gruppenfoto mit Maskottchen: Der Allstar Day fand 2019 in Trier statt.
Gruppenfoto mit Maskottchen: Der Allstar Day fand 2019 in Trier statt.
© picture allianceZoomansicht

Als das Duell zwischen den Teams National und International am Samstagabend in Trier nach 40 zähen Minuten 142:142 stand, entschied sich der Veranstalter gegen die übliche fünfminütige Verlängerung. Stattdessen wurde der Sieger am Allstar Day 2019 durch einen Shootout von der Dreipunkte-Linie ermittelt - unter Beteiligung der beiden Trainer in Hemd und Anzug.

Dieser erstmals spontan beschlossene Modus bescherte den einheimischen Allstars den erst zweiten Sieg im elften Vergleich mit den ausländischen Profis. Wie beim Elfmeterschießen standen die Spieler beider Teams Arm in Arm an der Mittellinie und fieberten mit dem jeweiligen Schützen. Ein origineller Abschluss - einer ansonsten missratenen Veranstaltung.

Fünf der zehn von den Fans in die beiden Startformationen gewählten Profis waren nicht zu sehen

Das war im Vorfeld absehbar, obwohl die Arena am kleinen Traditionsstandort im Südwesten der Republik mit 5900 Menschen volle Auslastung verzeichnete. Fünf der zehn von den Fans per Voting in die beiden Startformationen gewählten Profis waren in Trier nicht zu sehen. Der Grund: keine höhere Gewalt in Form einer plötzlichen Grippewelle, sondern ein offenbar zu enger Terminplan für die Topteams und Zugpferde Alba Berlin und Bayern München. Die Hauptstädter qualifizierten sich am Freitagabend in Andorra für das Finale im Eurocup, dem sportlich zweithöchsten internationalen Wettbewerb. Ein beachtlicher Erfolg für eine deutsche Mannschaft.

Damit fehlten bei der traditionellen Show-Veranstaltung der heimischen Liga, die vor allem auch neues Zuschauerklientel begeistern und anlocken soll, jedoch vier bekannte und wichtige Gesichter: der renommierte, von den Fans eigentlich zum International-Coach gewählte spanische Basketballlehrer Aito Garcia Reneses, der im letzten Jahr zum wertvollsten Spieler (MVP) der Hauptrunde gewählte US-Amerikaner Luke Sikma sowie die beiden deutschen Nationalspieler Niels Giffey und Johannes Thiemann.

Warum blieb die BBL mit dem Allstar Day nicht bei ihrem Stammtermin im Januar?

Carsten Schröter-Lorenz
kicker-Redakteur Carsten Schröter-Lorenz
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Giffey und Sikma sollten wie drei Bayern-Cracks zum Tipp-Off auf dem Trierer Parkett stehen. Dabei handelt es sich um Danilo Barthel, Kapitän beim amtierenden Meister, MVP der letztjährigen Finalserie gegen Berlin sowie Leistungsträger in der deutschen Nationalmannschaft, Maodo Lo, ebenfalls eine feste Stütze im DBB-Team sowie Derrick Williams. Der US-Amerikaner kam im Sommer nach fast 500 NBA-Einsätzen zu den Bayern und ist mit seiner außergewöhnlichen Athletik die Attraktion schlechthin in der BBL.

Auf solche Spitzenakteure konnten sich die Fans zu Recht freuen. Wer dafür ein Ticket gekauft hatte, bekam jedoch nur eine Mogelpackung präsentiert - bei allem Respekt vor den kurzfristig nominierten Nachrückern. Zugegeben, der Rahmenterminkalender im Spitzenbasketball mit vier verschiedenen Europacups - allein in der Euroleague-Hauptrunde absolvieren die Bayern 30 Spiele - und den neuen Länderspielfenstern während der Saison ist kompliziert. Dennoch war vorher klar, dass Ende März in einigen europäischen Wettbewerben Play-offs anstehen würden. Wie für Alba - und Würzburg, das am Mittwoch das Viertelfinal-Rückspiel gegen Bakken Bears im viertklassigen Europe Cup bestreitet. Warum blieb die BBL mit dem Allstar Day nicht bei ihrem Stammtermin im Januar?

Der Allstar Day steht nach kicker-Informationen auf dem Prüfstand

Offenbar fand die Liga auch für ihr Nachholspiel zwischen Würzburg und den Bayern keinen anderen Termin als den morgigen Montag und musste dafür akzeptieren, dass die Bayern-Stars wegen der Belastungsdichte dem Allstar Day fernbleiben. Sie waren aber sehr wohl in Trier. Am Freitagabend, um pflichtgemäß wenigstens zwei Stunden lang Videos für die BBL und TV-Partner Telekom aufzunehmen. Am Samstagmorgen flogen sie via Luxemburg nach München zurück, wo abends trainiert wurde.

Alles irgendwie absurd und dem Ziel, den deutschen Spitzenbasketball einem größeren Publikum schmackhaft zu machen, sicher nicht zuträglich. In dieser Form muss der Allstar Day, der früher auch schon über 16.000 Zuschauer in die KölnArena lockte, auf den Prüfstand. Und ist es nach kicker-Informationen auch schon. Der Dreier-Shootout könnte also als vorläufiger Schlusspunkt des Show-Ereignisses in die Geschichte eingehen.

Wirkliche Begeisterung entfacht ohnehin nur harter, sportlich hochwertiger Wettkampf. Da hat die BBL mit den Play-offs um die Meisterschaft und das vielversprechende deutsche Nationalteam bei der WM im September weiterhin gute Chancen, beim Publikum zu punkten.

 

2 Leserkommentare

derbaernandi
Beitrag melden
25.03.2019 | 09:32

das unterschreibe ich so nur teilweise

Klar, wäre der ASD mit Bayern- und ALBA-Spielern hochwertiger - nur waren auch die Nachrücker mitunter [...]
Turboschwimmer
Beitrag melden
25.03.2019 | 00:32

Wen interessiert Basketball in Deutschland?!

Basketball ist und wird bis in alle Ewigkeit eine Randsportart in Deutschland bleiben.
Und wenn [...]

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