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27.04.2019, 12:57

Welche Ansprüche Fahrgäste bei Verspätungen und Ausfällen haben

Busse und Bahnen: Diese Rechte haben Reisende

Die Fahrgäste von Bussen und Bahnen haben im Fall von Verspätungen und Annulierungen bestimmte Ansprüche: Sie reichen von der Rückerstattung des Fahrpreises bis hin zu Verpflegung und Hotelunterkunft. Man muss sie nur geltend machen.

Zug
ICE im Bahnhof: Nicht immer erfolgt die Abfahrt pünktlich. Fahrgäste können dann Rechte geltend machen.
© DBZoomansicht

Busse und Bahnen werden als umweltfreundliche Alternativen zum Auto geschätzt. Mit der Zuverlässigkeit ist das aber so eine Sache. Nicht immer läuft der Zug pünktlich im Bahnhof ein, nicht immer erreicht er zur vorgesehenen Zeit das Ziel. Ähnlich sieht es mit Fernbussen aus.

Die Fahrgäste stehen aber nicht rechtlos da. Welche Ansprüche sie haben, ist konkret in der sogenannten EU-Fahrgastrechte- Verordnung geregelt: Kommt der Zug mit mindestens 60 Minuten Verspätung am Ziel an, gibt es eine Entschädigung in Höhe von 25 Prozent des einfachen Fahrpreises. Ab zwei Stunden erhöht sich dies auf 50 Prozent. Wer eine Hin- und Rückfahrkarte besitzt, für den ist die Hälfte des Gesamtpreises Basis für die Berechnung - auch dann, wenn "höhere Gewalt" die Verspätung verursacht hat. Die Arag-Rechtsschutzversicherung verweist hier auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH, Az.: C-509/11, 26.09.2013).

Auch für Zeitfahrkarten gibt's Geld

Auch Inhaber einer Zeitfahrkarte (Monatskarte, Job-Tickets) werden ab 60 Minuten entschädigt. In diesem Fall gelten je nach Grad der Verspätung unterschiedliche Pauschalen. Im Falle einer Nahverkehrs- Zeitkarte in der 2. Klasse gibt es beispielsweise 1,50 Euro. Das Bahnunternehmen kann aber eine Bagatellgrenze von bis zu vier Euro festlegen, unterhalb der keine Entschädigung ausgezahlt wird.

Erreicht der Zug über eine Stunde zu spät das Ziel, hat der Fahrgast noch weitergehende Ansprüche. Dazu gehört beispielsweise Verpflegung und, wenn nötig, auch die Übernachtung in einem Hotel. Ebenso müssen Telefonate angeboten werden. Ist schon vor der Abfahrt absehbar, dass der Zug nicht pünktlich ankommen wird, so hat der Kunde die Wahl: Er kann darauf verzichten, die Fahrt anzutreten und sich den Preis erstatten lassen. Oder: Er tritt die Reise zu einem späteren Zeitpunkt an.

Ein Nachweis ist nötig

Um eine Entschädigungsleistung zu erhalten, muss der Fahrgast allerdings einen Nachweis für die Verspätung liefern. Die Arag-Experten raten dazu, sich von der Eisenbahngesellschaft eine entsprechende Bescheinigung ausstellen zu lassen. Ansprechpartner sind das Zugpersonal oder ein Servicecenter wie der DB Service Point. Für Ansprüche gegen die Deutsche Bahn braucht es neben der Originalfahrkarte ein Fahrgastrechte-Formular (unter www.bahn.de), beides muss entweder im Reisezentrum abgegeben oder an die Deutsche Bahn geschickt werden.

Fernbus
Fernbus: Auch hier haben Reisende im Fall von Verspätungen oder Annullierungen Ansprüche.
© Flixbus/ampnetZoomansicht

Fernbus zu spät - und jetzt?

Auch Passagiere von Fernbussen haben Rechte. Wird eine Tour von mehr als 250 Kilometern annulliert, ist die Fahrt überbucht oder verzögert sich die Abfahrt um mehr als zwei Stunden, muss der Beförderer die Fortsetzung der Reise - eventuell mit geänderter Streckenführung - oder eine Erstattung des Fahrpreises anbieten. Versäumt er das, kann der Kunde eine zusätzliche Entschädigung in Höhe von 50 Prozent des Fahrpreises einfordern.

Wird eine nach Fahrplan über dreistündige Fahrt gestrichen oder startet sie mit einer Verspätung von mehr als 90 Minuten, haben Kunden Anspruch auf einen Imbiss oder Erfrischungen und, wenn eine Übernachtung erforderlich ist, auch auf ein Hotelzimmer für bis zu zwei Nächte und maximal 80 Euro pro Nacht und Fahrgast. Letzeres wird aber nicht bezahlt, wenn die Verzögerung wetterbedingt war oder von Naturkatastrophen verursacht wurde.

Schlichtungsstelle als hilfreiche Instanz

Für den Streitfall empfehlen die Arag-Experten die "Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e.V." (SÖP, soep-online.de) als hilfreiche Instanz. Voraussetzung ist allerdings, dass das betreffende Unternehmen Mitglied bei der SÖP ist. Das Schlichtungsverfahren ist für den Reisenden kostenlos.

ule

 

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