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17.12.2018, 13:19

Von Euro 1 bis Euro 6d

Wo finde ich die Schadstoffnorm?

Vor dem Hintergrund drohender Fahrverbote ist es gut zu wissen, welche Schadstoffnorm das Auto erfüllt. Ob Euro 1, Euro 5 oder Euro 6d-Temp - die Info ist den Fahrzeugpapieren zu entnehmen. Indes sorgt ein weiterer Aufreger in der Causa Diesel für Verunsicherung.

Auspuff, Fahrzeugschein
Schlüsselnummer: In den Fahrzeugpapieren steht, welche Abgasnorm das Auto hat.
© ADAC, ule

Auch wer nicht in einer Gegend wohnt, die aktuell von Diesel-Fahrverboten betroffen ist, kann irgendwann mit einer solchen Zufahrtsbeschränkung konfrontiert werden. Nicht auszuschließen ist es ja, dass die motorisierten Wege einmal in eine entsprechend reglementierte City führen. Dann sollte Klarheit über die exakte Schadstoffnorm des Wagens bestehen. Euro 4, Euro 5, Euro 6b, Euro 6d-Temp, Euro 6d - die Nuancen sind fein.

Nicht mit der Umweltplakette verwechseln!

Wichtig zu wissen, aber noch immer nicht jedem Autofahrer bekannt: Die Umweltplakette, die in Rot, Gelb oder Grün an der Windschutzscheibe klebt, gibt nicht Aufschluss über die Schadstoffklasse! Sie regelt nur die Einfahrt in die sogenannten Umweltzonen.

Umweltplaketten
Das ist was anderes: Die Umweltplaketten an der Windschutzscheibe nennen nicht die Schadstoffnorm!
© GTÜ/ampnetZoomansicht

Wer sich über die Abgasnorm informieren will, muss hingegen einen Blick in den Fahrzeugschein werfen, der heute "Zulassungsbescheinigung Teil 1" heißt. In Papieren, die vor 2005 ausgestellt worden sind, sind die letzten beiden Ziffern im Feld "Schlüsselnummer zu 1" relevant, in neueren Dokumenten stehen sie im Feld "14.1" verzeichnet. Vereinfacht gesagt, markieren die Zahlen 00 bis 88 die Emissionsnormen Euro 1 bis Euro 4, während die Schlüsselnummern 35A0 bis 35M0 für ein Euro-5-Fahrzeug stehen. 36N0 bis 36Y0 wiederum kennzeichnet Euro 6.

Die Schlüsselnummern im Detail

So stellt sich die Situation im Detail dar, wobei NEFZ noch den Neuen Europäischen Fahrzyklus meint, der inzwischen durch das realitätsnähere WLTP-Verfahren abgelöst worden ist:

Euro 1: Schlüsselnummern 01, 02, 03, 04, 09, 11, 12, 13, 14, 16, 18, 21, 22, 77

Euro 2: 25, 26, 27, 28, 29, 34, 35, 40, 41, 49, 71

Euro 3: 30, 31, 36, 37, 42, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61

Euro 4: 32, 33, 38, 39, 43, 62, 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70

Euro 5a: 35A0 bis 35E0

Euro 5b: 35F0 bis 35M0

Euro 6: 36N0 bis 36V0

Euro 6b: 36W0 bis 36Y0(NEFZ), 36BA bis 36 BC (schon WLTP-geprüft)

Euro 6c: 36ZA bis 36ZF, 36AA bis 36AF (WLTP)

Euro 6d-Temp: 36ZG bis 36ZI, 36BG bis 36BI (WLTP)

Euro 6d: 36ZJ bis 36ZL, 36AJ bis 36AL (WLTP)

Fahrzeugschein
Feld 14.1 gibt Auskunft: 36W0 bedeutet, dass das betreffende Fahrzeug die Schadstoffnorm euro 6b erfüllt.
© uleZoomansicht

"36W0" (Foto) würde also bedeuten, dass das Auto die Schadstoffnorm Euro 6b erfüllt.

Wirklich sicher scheint man nach derzeitigem Stand mit Euro 6d-Temp zu sein. Strengstes Level ist Euro 6d, das ab 2020 verbindlich wird.

Nicht mehr "safe" mit Euro 6?

Aber was heißt schon sicher? Jüngster Aufreger in der Causa Diesel ist ein in der letzten Woche ergangene Urteil des EU-Gerichts. Darin haben die Richter befunden, dass die Lockerung der Stickoxid-Grenzwerte für Euro-6-Diesel nach Einführung der neuen Abgastests unzulässig sei. Geklagt hatten die Städte Paris, Brüssel und Madrid. Befürchtung der abgasgeplagten Metropolen ist es, dass laxe Limits auch solchen Fahrzeugen die Zufahrt in Sperrbereiche ermöglichen könnten, die den geltenden Emissionswerten eigentlich nicht standhalten.

Wie kann das sein? Die neuen Messverfahren sehen wirklichkeitsnähere und somit härtere Tests im realen Fahrbetrieb (Real Driving Emissions, kurz RDE) vor. Während einer Übergangszeit billigt die EU den Euro-6-Automobilen nun höhere Grenzwerte zu, als sie auf dem Prüfstand ermittelt werden. Bis Anfang 2020 darf der Prüfstandswert (80 mg/km) um das 2,1-fache überschritten werden, also 168 mg/km betragen. Danach sinkt der Konformitätsfaktor auf das 1,5-fache, gestattet also nur noch 120 mg/km.

Kommission, Europäisches Parlament und Europarat müssen die Verordnung jetzt neu regeln. Letztlich hat das Gericht nicht die Erhöhung der Grenzwerte selbst infrage gestellt, sondern das damit verbundene Verfahren. Welche Auswirkungen das Urteil auf deutsche Dieselfahrer bzw. potenzielle Dieselkäufer hat, ist noch unklar. Die Verunsicherung dürfte aber weiter zunehmen.

ule

 

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