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10.04.2019, 16:24

Die tschechische VW-Tochter legt in der Golf-Klasse nach

Skoda: Aus Rapid wird Scala

Der biedere Rapid war kein Erfolgsmodell, doch mit dem Scala will Skoda jetzt in der Kompakt-Klasse durchstarten. Ein Schnäppchen ist der Tscheche aber nicht.

Skoda Scala
Das ist Skodas neuer Vertreter in der Golf-Klasse: Der Scala geht vorerst ab 21.450 Euro an den Start.
© Hersteller

Skoda wagt in der Kompaktklasse einen Neustart und benennt den Rapid in Scala um. Ob es allein am etwas betulichen Namen lag, dass der Vorgänger im Golf-Format nicht den erwarteten Erfolg eingefahren hat, sei dahingestellt. Wahrscheinlich war eher sein etwas biederer Auftritt ausschlaggebend. Doch auch der ist Geschichte: Der eigentlich auf der Polo-Plattform aufbauende Scala ist deutlich frischer und flotter gezeichnet und der kurze vordere Überhang verleiht dem auf 4,36 Meter gewachsenen Kompakten einen sportlichen Auftritt. Dass die dreieckigen Scheinwerfer ein bisschen an Seat erinnern, war sicher nicht beabsichtigt. Keinerlei Verwechslungsgefahr besteht dagegen am Heck: Die Scheibe ist derart weit nach unten gezogen, dass darauf sogar der breite "Scala"-Schriftzug Platz gefunden hat.

Mehr Platz für Passagiere und Gepäck

Hinter der optional elektrisch betätigten Heckklappe verstecken sich 467 Liter Stauraum - 50 Liter mehr als bisher. Wer die Rückbank nicht benötigt, kann Platz für bis zu 1410 Liter Gepäck schaffen, und dank des umklappbaren Beifahrersitzes gehen auch zweieinhalb Meter lange Gegenstände rein.

Skoda Scala
Wird noch günstiger: Das eigentliche Basismodell folgt im Lauf des Jahres und kostet dann ab 17.350 Euro.
© HerstellerZoomansicht

Skoda-typisch reisen auch die Passagiere im Scala vorne wie hinten kommod und dürfen sich über jede Menge Bein- und Kopffreiheit freuen; allein die Polster könnten etwas straffer sein. Die rückwärtigen Gäste dürfen sich über Fondsitzheizung und bis zu vier USB-Anschlüsse freuen - allerdings alle nach dem neuen USB-C-Standard. Alternativ steht zum Smartphone-Auftanken eine induktive Ladeschale zur Verfügung.

Noch mehr Hightech gefällig? Mit digitalen Instrumenten, einem bis zu 9,2 Zoll großen Infotainmentsystem (Serie sind 6,5 Zoll), Online-Zugang, Lenkradheizung und beheizbarer Windschutzscheibe, Spurhalte-Assistent, Panoramaglasdach, Voll-LED-Scheinwerfern, automatischer Einparkfunktion und Abstandstempomat setzt der Scala in der Kompaktklasse ein Zeichen und verabschiedet sich vom Image einer Billig-Alternative.

Weg vom Billig-Image

Das merkt man auch auf der Rechnung: Mindestens 21.450 Euro werden für das ab Mitte Mai erhältliche Einstiegsmodell fällig, das in der zweiten von drei Ausstattungslinien vorfährt. Unter der Haube steckt ein 115 PS starker 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner, der an eine leichtgängige Sechsgang-Handschaltung gekoppelt ist und mit seinen 200 Newtonmetern Drehmoment überraschend flott und leise ans Werk geht. Günstiger wird der Scala erst im Laufe des Jahres, dann reicht Skoda eine 95-PS-Ausbaustufe des kleinen Motörchens nach, die dann - in der mager bestückten und kaum aufrüstbaren Basisversion - 17.350 Euro kostet.

Skoda Scala
Weit nach unten gezogen: Auf der Heckscheibe hat sogar der "Scala"-Schriftzug noch Platz gefunden.
© HerstellerZoomansicht

Aktuelle Alternativen sind zwei Vierzylinder: Der 1.5 TFSI mit Zylinderabschaltung entwickelt 150 PS und 250 Newtonmeter und ist naturgemäß merklich spritziger; der Hundertersprint verkürzt sich verglichen mit dem Dreizylinder von 9,8 auf 8,2 Sekunden, der Verbrauch bleibt mit Fünf-Normlitern gleich. In der Zwangsehe mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe wirkt der 1,5er unter Last aber ein wenig angestrengt. Entspannt und gelassen arbeitet dagegen der Diesel. Der 1.6 TDI ist mit 115 PS keine Spaßmaschine, dafür aber ein Sparmobil: 4,2 Liter verspricht Skoda im Durchschnitt.

Erdgas-Scala fürs grüne Gewissen

Über einen elektrifizierten Scala spricht Skoda derzeit nicht, fürs grüne Gewissen folgt aber noch in diesem Jahr aber eine Erdgas-Version mit 90 PS. Kein Wort verlieren die Tschechen bislang auch über eine Power-Version. Dass sie für den Scala aber ein trotz adaptiver Dämpfer reichlich straffes, 15 Millimeter tieferes Sportfahrwerk anbieten, spricht für ein zukünftiges RS-Modell. Dafür sollte allerdings auch die recht indirekte Lenkung nochmal überarbeitet werden, die einem sauberen Kurvenstrich etwas im Wege steht.

Michael Gebhardt

Skoda Scala in Kürze:

Wann er kommt: Im Mai 2019

Wen er ins Visier nimmt: VW Golf, Ford Focus, Opel Astra, Peugeot 308, Renault Mégane, Hyundai i30, Kia Ceed etc.

Was ihn antreibt: Dreizylinder-Benziner mit 115 PS, Vierzylinder-Benziner mit 150 PS, Vierzylinder-Diesel mit 115 PS

Was er kostet: Ab 21.450 Euro

Was noch folgt: Basismodell mit 95-PS-Dreizylinder, Erdgasvariante, eventuell ein sportliches RS-Modell

Nachfolger für den Rapid - Ab 17.350 Euro - Start im Mai
Scala: Skoda wagt den Neustart
Skoda Scala
Macht mehr her

Am Vorgänger Rapid erschien nicht nur der Name etwas betulicher. Der auf 4,36 Meter gewachsene Nachfolger Scala ist deutlich frischer und flotter gezeichnet.
© Hersteller

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