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01.04.2019, 14:34

Allrad-SUVs mit sauberem Selbstzünder - Benziner als sportliche Alternative

Im Vergleich: Hyundai Santa Fe, Skoda Kodiaq und Cupra Ateca

Auch wenn der Diesel mit einer Imagekrise zu kämpfen hat: Im gefragten Segment der SUVs ist er für viele Kunden nach wie vor die erste Wahl. Zumal dann, wenn ihn die strenge Abgasnorm Euro 6d-Temp zukunftssicher macht. Zwei Kandidaten, die diese Vorgabe erfüllen, sind Hyundai Santa Fe 2.2 CRDi und Skoda Kodiaq 2.0 TDI. Und falls es doch ein Benziner sein soll, dient sich der Cupra Ateca als Alternative für sportlich orientierte Fahrer an.

Cupra Ateca, Skoda Kodiaq, Hyundai Santa Fe
Drei Allrad-SUVs: Der Cupra Ateca (o.l.) nutzt einen Benziner, Skoda Kodiaq (o.r.) und Hyundai Santa Fe (u.) sind mit Diesel unterwegs.
© HerstellerZoomansicht

SUVs erfreuen sich einer ungebrochenen Nachfrage. Und: Der Diesel war nie tot, er wird es auch so schnell nicht werden. Dazu tragen inzwischen technische Lösungen wie der SCR-Katalysator bei, der die Abgase reinigt und damit das Erreichen der schärferen Euro-6d-Temp-Norm ermöglicht. Auch die beiden im Vordergrund des Tests stehenden Allrad-SUVs von Hyundai und Skoda sind nun bestens für die Diesel-Zukunft gerüstet. Der Santa Fe 2.2 CRDi und der Kodiaq 2.0 TDI gefallen zudem leistungs- und durchzugsmäßig dank ihrer bis zu 200 PS starken Dieselmotoren, deren bulliges Drehmoment bei mindestens 400 Newtonmeter liegt. Letzteres führt zum Fahren in niedrigen Touren bei sparsamem Praxisverbrauch.

Siebensitzer mit dritter Sitzreihe

Optisch wirkt der Hyundai Santa Fe etwas wuchtiger, dazu trägt auch die um sieben Zentimeter größere Außenlänge (4,77 Meter) als beim Kodiaq bei. Aber auch der mächtige Kühlergrill mit seinen hochgesetzten schmalen Tagfahrlicht-LEDs unterstreicht diesen Eindruck. In der Ausstattungsstufe "Premium" zählen feines Leder, Klimaautomatik, Head-up-Display und Fahrerassistenten zum Serienumfang. Die Digitalinstrumente im Cockpit sind gut ablesbar. Die dritte, hochklappbare Sitzreihe kostet 1400 Euro Aufpreis, aber inklusive Klimasteuerung und Niveauregulierung. Ganz hinten fühlen sich nur Kinder oder kleine Jugendliche einigermaßen wohl; der Zugang in den Fond ist erschwert. Die vielseitige Variabilität wird unter anderem von der verschiebbaren Bank in der zweiten Reihe unterstützt.

Hyundai Santa Fe
Hyundai Santa Fe 2.2 CRDi 4WD: Zum Preis von 53.600 Euro hat er fast Vollausstattung an Bord.

Ins Gepäckabteil des Santa Fe passen rund 100 Liter weniger als in den außen etwas kompakteren Kodiaq. Der schafft 650 Liter Fassungsvermögen, maximal kommt er auf 2065 Liter, das sind gut 400 Liter mehr als beim Kontrahenten aus Korea. Auch im Innenraum bietet der Tscheche, der mit Integralsitzen vorn überrascht, vergleichsweise viel Platz - das gilt dank des größeren Radstands auch für den Fond, dazu sind die Rückenlehnen in der Neigung verstellbar. Skoda verlangt für die dritte Sitzreihe 750 Euro; Sitzfernentriegelung (90 Euro) und doppelter Ladeboden (190 Euro) müssen extra bezahlt werden. Insgesamt macht der Kodiaq durch besonders edle Materialien und eine noch bessere Verarbeitung auf sich aufmerksam.

Verbrauch: Der Kodiaq liegt in der Praxis vorn

Bei den Fahrleistungen hat der leichtere Kodiaq die Nase vorn, den Sprint von 0 auf 100 absolviert er in 8,7 Sekunden und ist damit um eine Sekunde schneller als der Santa Fe. Im Alltag spielt das freilich keine große Rolle, auch nicht, ob sich die Spitze bei 203 oder 210 km/h (Kodiaq) einstellt. Eher schaut der Kunde auf die Tankrechnung: Im Mix verbraucht der Skoda Kodiaq mit 5,6 l/100 km weniger als der Santa Fe mit 6,3 Litern. Beim realitätsnäheren WLTP-Wert schneidet der Hyundai dagegen günstiger ab, nämlich 6,6 zu 7,1 l/100 km. Aber in der Praxis liegt der um 130 Kilo schwere Santa Fe bei acht Liter, der Kodiaq bei günstigen sieben Liter. Werte um zehn Liter bleiben den Sportfahrern überlassen.

Was die Motoren betrifft, gibt es freilich weitere Unterschiede zu konstatieren. Der 2,2-Liter-Turbodiesel im Hyundai agiert nicht so kultiviert wie der Zweiliter-TDI im Kodiaq. Beim Beschleunigen spüren eilige Fahrer ein Turboloch, auch wirkt der CRDi akustisch angestrengter als der TDI. Die neue Achtgang-Wandlerautomatik im Santa Fe schaltet jedoch einen Deut komfortabler als das DSG im Kodiaq, soll heißen ruckfreier.

Skoda Kodiaq
Skoda Kodiaq: Das bis zu siebensitzige Skoda-SUV ist als 2.0 TDI sauber nach Euro 6d-Temp.
© Hersteller

Ebenfalls weitgehend ausgewogen ist die Hyundai-Abstimmung. Auf leichte Richtungswechsel reagiert aber die Lenkung (um die Mittellage) behäbiger. Bemerkenswert gut absorbiert das adaptive Fahrwerk des Kodiaq Unebenheiten, es ist angenehm im Komfortmodus, straffer und mit direkter ausgelegten Lenkung im Sportmodus.

Santa Fe mit Vollausstattung

Unter dem Strich spricht für den Santa Fe, dass er sich keine größeren Schwächen leistet und für den allerdings höheren Preis von 53.600 Euro fast mit einer Vollausstattung glänzt. Nicht ganz unwichtig unter dem Strich: die Fünf-Jahres-Garantie. Der Skoda Kodiaq 2.0 TDI 4x4 Sportline punktet mit seinem günstigen Preis von 43.860 Euro. Wenn der Käufer das Ausstattungsniveau des Hyundai Santa Fe 2.2 CRDi 4WD Premium ungefähr erreichen will, müsste er gut 6000 Euro drauflegen. Dann wären Dreizonen-Klimaautomatik, Soundsystem und noch mehr Assistenten an Bord.

Benziner-Alternative: Cupra Ateca

Im Preissegment der SUVs wie Skoda Kodiaq und Hyundai Santa Fe gibt es eine - ebenfalls neue - Alternative für besonders sportlich ambitionierte Fahrer, die von Seats sportlicher Marke Cupra kommt: Der Cupra Ateca 2.0 TSI 4Drive kostet 42.850 Euro. 221 kW/300 PS und 380 Newtonmeter Drehmoment schon ab 1.800 und bis zu 5.500 Touren sorgen hier für eine formidable Leistungsentfaltung. In nur 5,2 Sekunden schnellt der Tacho von 0 auf Tempo 100, die Spitze liegt bei knapp 250 km/h. Die Gänge sortiert passend das Siebengang-DSG. Allerdings muss sich der Cupra-Ateca-Käufer mit etwas weniger Platz begnügen als in den größeren Modellen beziehungsweise Siebensitzern. In deren Revieren wildert Seat künftig mit dem Tarraco.

Cupra Ateca
Cupra Ateca: Er kommt von Seats neuer, sportlicher Marke Cupra und wird von einem 2.0-TSI-Benziner angetrieben.
© Hersteller

Auf 4,38 Metern Länge bietet der angriffslustige Cupra Ateca dennoch viel Raum für die Insassen und fürs Gepäck; ins Stauabteil passen 470 bis zu 1579 Liter. Der Verbrauch des Benziners liegt mit 7,4 l/100 km im ECE-Verbrauchsmix freilich höher als bei der Dieselbrigade. Von Haus aus umfassend ausgestattet finden sich nur wenige sinnvolle Positionen auf der Wunschliste, die den Basispreis erhöhen. Darunter die per Fußbewegung elektrisch zu betätigende Heckklappe (510 Euro), das Winterpaket (410 Euro) oder ein hochwertiges AudioTM-Soundsystem (540 Euro). Ach ja: Straff abgestimmt ist der Cupra, sogar in der Komforteinstellung. Aber gerade das mögen sportive Kunden.

Ingo Reuss

Hyundai Santa Fe 2.2 CRDi: 200 PS, 440 Nm, 6,3 l/100 km Dieselkraftstoff im NEFZ-Mix, ab 47.900 Euro, Basispreis der Baureihe 35.470 Euro

Skoda Kodiaq 2.0 TDI 4x4: 190 PS, 400 Nm, 5,6 l/100 km Diesel im NEFZ-Mix, ab 43.860 Euro, Basispreis der Baureihe 28.200 Euro

Seat Cupra Ateca 2.0 TSI 4Drive: 300 PS, 380 Nm, 7,4 l/100 km Super im Mix, ab 42.850 Euro

 

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