2. Bundesliga

Duisburgs Neuzugang Sebastian Neumann: "Ich höre eben erst auf, wenn der Schiedsrichter abpfeift"

Duisburg: Mehr taktische Variabilität mit dem Neuzugang

Neumann: "Ich höre erst auf, wenn der Schiri abpfeift"

Soll für Stabilität beim MSV sorgen: Sebastian Neumann.

Soll für Stabilität beim MSV sorgen: Sebastian Neumann. imago

"Erstmal steht nun aber arbeiten auf dem Plan", sagt der Neuzugang, der am Sonntag sein erstes Training für die Zebras absolvierte und dabei mit Sechser Lukas Fröde auf einen alten Bekannten aus Würzburg traf. Neumanns Auftrag beim MSV dürfte klar umrissen sein: Mehr Konkurrenzdruck auf die etablierten Verteidiger Dustin Bomheuer und Gerrit Nauber ausüben - und für mehr taktische Variabilität sorgen. Bereits in der vergangenen Saison experimentierte Trainer Ilia Gruev mit einer Dreierkette in der Abwehr, nun hat er einen weiteren zentralen Verteidiger im Kader, der diese Rolle ausfüllen kann. "In Würzburg habe ich vergangene Saison regelmäßig Dreierkette gespielt", sagt der gebürtige Berliner, der nach eigenem Bekunden unbedingt zurück in die 2. Liga wollte. "Die Ziele vom MSV und mir decken sich", glaubt Neumann. "Und natürlich möchte ich spielen und Verantwortung übernehmen."

Die Erfahrung dafür bringt der 27-Jährige mit, in Würzburg brachte er es zum Kapitän und Publikumsliebling. "Ich hatte dort die bisher besten zwei Jahre meiner Karriere", schwärmt er. "Ich höre eben erst auf, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Das gefällt den Fans natürlich."

Den Kampfgeist musste sich Neumann allerdings in harter Arbeit bewahren. 2014 diagnostizierten Ärzte eher zufällig eine angeborene Herzkrankheit, die Karriere stand vor dem Ende. Mittlerweile spielt er problemlos mit einem eingepflanzten Defibrillator, den Neumann meist nur "meinen Schutzengel" nennt. "Meines Wissens nach bin ich der einzige Profifußballer, der so etwas hat", sagt er und betont: "Ich hatte noch nie Probleme. Ich habe keine Angst."

Jim Decker