Champions League

Neuer und Lewandowski: Für Trainer Hansi Flick das beste Duo der Welt

Was die Bayern haben und den anderen fehlt

Neuer und Lewandowski: Für Flick das beste Duo der Welt

Maßgeblich am vierten CL-Sieg in dieser Saison beteiligt: Bayern-Keeper Manuel Neuer (l.) und Torjäger Robert Lewandowski.

Maßgeblich am vierten CL-Sieg in dieser Saison beteiligt: Bayern-Keeper Manuel Neuer (l.) und Torjäger Robert Lewandowski. imago images (2)

Gerade einmal 15 Minuten waren gespielt, da musste er schon - gegen Koita - eingreifen. Wie in den vergangenen Wochen häufiger als gewohnt, war Manuel Neuer gefragt und gefordert. Nach dem Geschmack von Trainer Hansi Flick "zu oft", wie er nach dem 3:1 gegen Salzburg sagt. Wohlwissend, dass zwischen den bayerischen Pfosten ein Torhüter steht, der sich seit Jahren von den anderen seines Fachs unterscheidet. Und klar: auch abhebt. "Er ist in der Form seines Lebens", schwärmt Bayerns Chef-Coach. Es sei Neuers Präsenz, beim Eins-gegen-eins "wird das Tor immer kleiner", auch seine "wahnsinnigen Reflexe". Seine Fähigkeiten am Fuß werden beinahe als selbstverständlich betrachtet.

Neuer ist unglaublich. Er ist der Beste der Welt.

RB-Coach Jesse Marsch

"Es ist sensationell", sagt Flick, "wie er Großchancen pariert und uns Gegentore erspart." In der ersten Hälfte verhinderte Neuer einen drohenden Rückstand, nach der Pause sicherte er den Vorsprung. Mehrmals. "Neuer ist unglaublich", betont auch Salzburgs Cheftrainer Jesse March: "Er ist der Beste der Welt. Er versteht das Spiel, er weiß, was am besten ist und hat den richtigen Rhythmus." Der Nationaltorwart weiß, wann er rauskommen muss; er kann Rückpässe unter Bedrängnis verarbeiten; das Spiel verlagern und es schnell machen.

Wo er den Münchnern den Rücken freihielt, ließ Salzburgs Torwart Cican Stankovic einen Distanzschuss von Thomas Müller klatschen - nach vorne, direkt vor die Füße von Robert Lewandowski. 1:0. Wenngleich es keiner großen Kunst des Polen bedurfte - er war zur Stelle. So banal es klingen mag: Die eine Mannschaft hat hinten Neuer und vorne Lewandowski - die andere Mannschaft hat sie nicht. Und so führte in einem weitgehend ausgeglichenen Spiel, in dem die Österreicher die besseren Chancen hatten, der FC Bayern. Weil die beiden Besten ihres Fachs, die bei den FIFA-Best-Awards als Top-Favoriten antreten, den Unterschied ausmachen.

Keine beeindruckende Neuigkeit, aber jedes Mal wieder aufs Neue beeindruckend

"Ja", antwortet ein grinsender Flick kurz und knapp auf die Frage, ob Neuer und Lewandowski das Beste sind, das es derzeit auf diesen Positionen auf der Welt gibt. "Ja", wiederholt er. Kein Zweifel. Das mag zwar im Moment keine beeindruckende Neuigkeit sein, aber was dieses Duo leistet, ist jedes Mal aufs Neue beeindruckend. Der Stürmer zog durch seinen 71. Champions-League-Treffer mit Real-Legende Raul in der ewigen Königsklassen-Torjägerliste auf Platz 3 gleich (mehr Chancen hatte der Pole nicht, aber diese eine nutzte er eben); der Keeper und Kapitän vereitelte mehrere Hochkaräter (15. Koita, 70. Berisha, Mwepu). Schon am vergangenen Wochenende gegen Werder Bremen hielt er mehrmals das Remis fest.

Auf ihn und den Polen ist Verlass. Seit mehr als einem Jahr. Man erinnere sich nur an die Krise in der vergangenen Saison. Dass der FCB in dieser Phase damals nicht noch tiefer sank, lag vor allem an den beiden, weil sie oft mit ihrem individuellen Können aus schwachen Mannschaftsleistungen am Ende noch erträgliche Ergebnisse machten. So ist es nun mal: Die einen haben Neuer und Lewandowski, die anderen nicht.

Georg Holzner

Bilder zur Partie Bayern München - RB Salzburg