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Neuer und der große Unterschied zu Lewandowski

Nationalelf in Marbella

Neuer und der große Unterschied zu Lewandowski

Erster Medientermin in Marbella: Manuel Neuer.

Erster Medientermin in Marbella: Manuel Neuer. picture alliance / GES/Markus Gilliar

Es geht auch anders, "ganz entspannt", wie Manuel Neuer sagt. Während beim Kollegen Robert Lewandowski (33) der Berater die Zusammenarbeit zwischen dem FC Bayern und dem Torjäger schon in den Geschichtsbüchern versenkt hat, sei es bei ihm, dem Keeper, "ohne Turbulenzen" gelungen, die 2011 begonnene Kooperation bis 2024 auszuweiten. Diese Dauer, bei Lewandowski ein wesentlicher Streitpunkt und bei Thomas Müller klaglos akzeptiert und seit Anfang Mai ratifiziert, "war mit mein Wunsch", erklärte Neuer, denn "es sind im Prinzip ja zwei Jahre". Zudem zähle er mittlerweile 36 Lebensjahre, und da seien zwei Jahre "eine gewisse Weile". Hinterher wollen er und FCB-Sportvorstand Hasan Salihamidzic sich "in die Augen sehen und ganz normal wie Männer unterhalten", wenn Neuers Leistung und Fitness noch stimmten. "Deshalb", so Neuer, "war es mein Wunsch gewesen, dass wir nicht noch einen langfristigeren Vertrag über 2024 hinaus gestalten."

Absolut rational bewertet der Kapitän des FC Bayern die Causa Lewandowski. "Robert Lewandowski hat klare Vorstellungen, wie auch der Verein klare Vorstellungen hat", leitet Neuer ein, weist auf das noch gültige Angestelltenverhältnis mit der Nummer 9 bis 2023 hin, deshalb sei er also "noch an den Verein gebunden". Sollte allerdings beim Weltfußballer der Wunsch bestehen, den Verein zu verlassen, "wird es Gespräche geben, und dann muss der Verein abwägen, ob es Sinn macht, Lewy zu verkaufen - oder ob man ihn doch behält".

Neuer vertraut in Kaderplanung

Im Falle eines Verkaufs komme es auf die Neuverpflichtungen für die Sturmposition an. "Der Verein hat immer einen guten Kader zusammengestellt, und wir hatten immer eine Topmannschaft in den letzten Jahren", fügte Neuer an, und deshalb sei er "sicher", dass "die richtigen Entscheidungen" getroffen würden. Eine Bestätigung dieser These sollte darin liegen, dass Neuer in einer auch international konkurrenz- und titelfähigen Mannschaft eine wichtige Voraussetzung für seine Vertragsverlängerung sah und als Führungsspieler eine gewisse Einsicht in die Personalplanungen haben sollte.

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Gegen Italien, England und Ungarn "liegt die Latte etwas höher"

Da sich der Torhüter im Rahmen des Regenerationstrainingslagers der deutschen Nationalmannschaft zu seiner Person und zu Lewandowski äußerte, wurde der eigentliche Grund des Marbella-Aufenthaltes - Montag An-, Freitag Abreise - noch thematisiert, der Aktivurlaub mit vormittäglichem Training und anschließendem Regenerieren. "Viel Zeit bleibt nicht mehr", sagte der Kapitän der DFB-Auswahl mit Blick auf die anstehenden vier Partien in der Nations League, die Delegationen aus Italien (zweimal), England und Ungarn seien vergleichbar mit Topgegnern in der Vorbereitung auf die WM. Gegen solche Herausforderer "liegt die Latte etwas höher", sagt Neuer, zudem beschwingten gute Ergebnisse in solchen Vergleichen mit Hochkarätern aus der globalen Fußballwelt. Mit der Perspektive WM in Katar sagte Neuer: "Das Programm ist schon sehr voll."

Karlheinz Wild