Nationalelf

Manuel Neuer: "Man hat gesehen, dass wir nicht so weit sind"

DFB-Kapitän will gegen Italien eine "Rakete zünden"

Neuer stellt klar: "Man hat gesehen, dass wir noch nicht so weit sind"

Konnten wieder keinen Sieg feiern: Manuel Neuer (Mi.) und Deutschland.

Konnten wieder keinen Sieg feiern: Manuel Neuer (Mi.) und Deutschland. IMAGO/Matthias Koch

Direkt einige der ersten Sätze von DFB-Kapitän Manuel Neuer sprachen Bände. "Die Zielstrebigkeit nach vorne hat gefehlt", konstatierte der Nationaltorhüter bei RTL und zählte weitere Unzulänglichkeiten auf. Beispielsweise "die Leichtigkeit und Positionierung im Ballbesitz, sodass wir unangenehmer werden", sei kaum vorhanden gewesen. "Und wenn die Leichtigkeit und der Überraschungseffekt fehlen, bekommst du nicht viele Chancen."

Spielbericht

Neuer war dabei nicht nur ein frustrierter Schlussmann, der wahrscheinlich mehr zu tun bekommen hatte, als ihm lieb war. Der FCB-Torhüter parierte mehrfach stark, weswegen Hansi Flick ihn erneut als "Weltklasse"-Keeper bezeichnete - und er fand auch klare Worte. Trotz des Festhaltens an der Parole, dass die DFB-Auswahl auf dem Weg zur WM weiter in einem Entwicklungsprozess stecke, befand Neuer: "Heute hat man gesehen, dass wir noch nicht so weit sind - und wir daraus lernen müssen."

Wir haben es nicht geschafft, schnell mit Überzeugung nach vorne zu spielen. Wir haben zu viele Fehler gemacht.

Hansi Flick

Flick sah dies ähnlich, erinnerte aber auch daran, nicht umsonst im Vorfeld darauf hingewiesen zu haben, dass die Begegnung mit den unangenehmen Ungarn "das schwerste Spiel nach England" sei. Die Magyaren hätten das bewiesen, "sie waren eng und sehr kompakt gestanden, haben auch gut umgeschaltet. Wir haben es nicht geschafft, schnell mit Überzeugung nach vorne zu spielen. Wir haben zu viele Fehler gemacht. Von daher müssen wir mit dem Ergebnis zufrieden sein."

Vorne fehlt "die Überzeugung"

Der Nationaltrainer verwies ebenso auf den Prozess im Team, konnte aber keinen Hehl daraus machen, dass alle enttäuscht waren, das habe er auch in der Kabine den Gesichtern ablesen können. Sein größter Kritikpunkt war, dass im Angriff "ein bisschen die Überzeugung" fehle, lange Bälle seien ehrlicherweise das beste Mittel in der Offensive gewesen. Dass Torschütze Jonas Hofmann nach seinem vierten Treffer im 13. Länderspiel aufgrund einer vergebenen Großchance in Minute 72 zum 2:1 schlicht "sehr enttäuscht" war - "vor allem aufgrund dieser einen Aktion" -, drückte dies ebenso aus.

Ohne Alibis schaffen zu wollen, meinte Flick: "Wir wollten drei Punkte holen, das haben wir nicht geschafft und daher sind wir enttäuscht." Neuer blickte schon nach vorne und versprach wieder "gute Seiten" gegen Italien am Dienstag (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker). Dann wolle er mit der Mannschaft "eine Rakete zünden". Flick hoffte darauf - schließlich soll nicht das nächste 1:1 eingefahren werden.

mje

DFB-Rekord-Kapitäne: Ballack spürt Neuers Atem