Bundesliga

Neuer Spielraum durch den Micoud-Verkauf

Bremen: Klaus Allofs denkt nun auch wieder über einen Stürmer nach

Neuer Spielraum durch den Micoud-Verkauf

Dabei erkärte er der Prominenz das weitere Vorgehen: Der Verkauf von Johan Micoud nach Bordeaux habe das Konto des Klubs aufgestockt, was Spielraum für weitere Transferaktivitäten lässt.

"Wir sind nicht auf den Kauf eines weiteren Stürmers fixiert", betonte Allofs auch gegenüber dem kicker. "Doch nun könnte es schon eher passieren, dass wir im Angriff noch etwas tun." Was der Werder-Geschäftsführer in diese zurückhaltenden Worte kleidet, um nicht alle Karten auf dem Transfermarkt aufzudecken, sieht so aus: Werder hat sich mit Diego, dem 21-jährigen Brasilianer (hat auch einen italienischen Pass) vom FC Porto, für sechs Millionen Euro bereits einen Micoud-Nachfolger besorgt, will sich indes noch einen weiteren Stürmer beschaffen. Die Rechnung: Rückkehrer Mohamed Zidan (24) wird nach seinen Lehrmonaten in Mainz als Valdez-Ersatz eingeplant. Trotz chronisch anders lautender Meldungen soll Miroslav Klose unter allen Umständen gehalten werden. Als "feste Größe" bezeichnet ihn Allofs. Und auch auf Ivan Klasnic wird gesetzt, zumal der HSV als potenzieller Bewerber sich noch nicht gemeldet hat. Dazu soll, gerade auch wegen der erhöhten Anforderungen in der Champions League, ein vierter Stürmer kommen. "Eher nicht aus Nationen bei der WM", deutet Allofs an.

Etwa drei bis vier Kandidaten stehen auf der Liste. Doch es sei noch nichts spruchreif. Boubacar Sanogo vom 1.FC Kaiserslautern sei, so bestätigte Allofs, einer der Aspiranten.

Im Fall Micoud war es nach wochenlanger Funkstille auf einmal sehr rasch gegangen. Drei Millionen Euro Ablöse plus ein Gastspiel der Franzosen - so der aus Werder-Sicht lukrative Preis für den Regisseur, der nach vier Jahren Bremen (123 Bundesliga-Spiele, 31 Tore, an 69 Toren beteiligt) zurück in seine Heimat nach Bordeaux wechselt. Es sei ihm schwer gefallen, ließ sich der "Große Jo" zitieren. "Bei Werder habe ich großartige Momente erlebt." Und die Norddeutschen würdigten Micoud. Bei dem erzielten Erlös fiel es Allofs leicht, "der Bitte des Spielers, nach Frankreich wechseln zu dürfen, nachzukommen."

Hans-Günter Klemm