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WM 2022: DFB-Kapitän Manuel Neuer erklärt Deutschlands Protestaktion

Am Rande der Auftaktniederlage gegen Japan

Neuer erklärt Deutschlands Protestaktion - Bizeps-Kritik an der FIFA-Binde

Erst die Geste, dann die Niederlage: Den WM-Auftakt setzte Deutschland in den Sand.

Erst die Geste, dann die Niederlage: Den WM-Auftakt setzte Deutschland in den Sand. Getty Images

"Für mich ist es schwer zu verstehen, wie es so kommen konnte", äußerte sich der Schlussmann der deutschen Nationalmannschaft, beim zweiten Gegentreffer nicht unbeteiligt, über die doch recht überraschende Niederlage zum WM-Auftakt des DFB-Teams gegen Japan. Ähnlich hätte der 36-Jährige das Verbot der FIFA für das geplante Tragen der "One Love"-Kapitänsbinde bewerten können.

"Das Timing war Wahnsinn", unterstrich Neuer die fragwürdige Art und Weise der Intervention des Weltverbandes, der beim Verstoß gegen diese wohl nicht nur Gelbe Karten verteilt hätte. Und so fügten sich der Schlussmann des FC Bayern und seine Teamkollegen, die am Mittwochnachmittag dennoch nicht untätig bleiben wollten.

Innerhalb der Mannschaft sei es Konsens gewesen, nach dem kurzfristigen Binden-Verbot mit einer anderen Aktion antworten zu wollen. "Wir stehen weiter für Menschenrechte. Das war ein Fingerzeig", so Neuer über die Hände, die sich die deutschen Spieler beim Mannschaftsfoto demonstrativ vor den Mund hielten. Nach dem Motto: Von der FIFA zum Schweigen gebracht.

Zunächst sei sogar die Überlegung gewesen, das bereits während der Hymne zu tun. "Doch für uns ist es immer ein gutes Gefühl, wenn wir uns bei der Hymne umarmen", erklärte der DFB-Kapitän. Dann kam die Idee mit dem Teamfoto.

Der gewählte Zeitpunkt war allerdings unglücklich, denn die Geste war im World-Feed der FIFA, der die TV-Anstalten beliefert, nicht zu sehen. Fotoagenturen und soziale Medien fingen die vorgehaltenen Hände aber zu Genüge ein.

Am Arm trug Neuer schließlich nicht die viel diskutierte "One Love"-Binde, sondern eine von der FIFA vorgeschriebene, deren Aufdruck ein schwarzes Herz und schüttelnde Hände zeigt. Doch nicht deshalb ließ der Weltmeister von 2014 kein gutes Haar an der Alternative: "Die saß viel zu locker. Das kann kein guter Hersteller sein", stänkerte Neuer - und das, obwohl er ja "keinen schwachen Bizeps" habe.

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