Motorsport

Neuer DS 7: Facelift für das Luxus-SUV

Ein Diesel, drei Plug-in-Hybride - Preise ab 42.490 Euro

Neuer DS 7: Facelift für das Luxus-SUV

Premium-SUV: Nach dem Facelift ist aus dem DS 7 Crossback einfach der DS 7 geworden. 

Premium-SUV: Nach dem Facelift ist aus dem DS 7 Crossback einfach der DS 7 geworden.  Hersteller

Die Marke DS ist nicht nur stolz auf ihre Modelle, sondern auch auf ihre Klientel. Ein großer Teil der überwiegend männlichen Kunden gehöre zu den gutgestellten Selbständigen, heißt es. Die Botschaft von der kaufkräftigen Kundschaft ist auch rund um den überarbeiteten DS 7 zentral gewesen. Kein Wunder, schließlich würden die Premium-SUVs der französischen Stellantis-Marke für die "Verkörperung des Pariser Luxus-Savoire-Faire" stehen, wie Pressesprecherin Dorothea Knell betont.

In diesen Tagen rollt der DS 7 nach einem recht umfangreichen technischen und optischen Update zu den Händlern. Erhalten bleibt dabei eine nichtelektrifizierte Diesel-Version (96 kW/130 PS), die ab 42.490 Euro ausgeliefert wird.

Rechtzeitig ausgeliefert

Ansonsten fokussiert sich das Angebot auf insgesamt drei Plug-in-Hybride. Die ersten Kunden sollen ihren Teilzeitstromer noch im Dezember erhalten, gerade noch rechtzeitig vor dem Ende der staatlichen Förderung also.

Der Einstieg erfolgt mit dem frontgetriebenen DS 7 E-Tense 225 (Systemleistung 165 kW/225 PS, ab 49.590 Euro), sein Antrieb ist ebenso bereits bekannt wie der des Allradlers DS 7 E-Tense 4x4 300 (220 kW/300 PS, ab 54.790 Euro).

DS 7 

Deutsch-französische Verwandtschaft: Der DS 7 teilt sich die EMP2-Plattform mit Peugeot 308/3008 und Opel Grandland. Hersteller

Die neue Spitzenvariante DS 7 E-Tense 4x4 360 arbeitet ebenfalls mit 4WD-Technik. Ein 1,6-l-Turbo-Vierzylinder mit 147 kW/200 PS kooperiert mit zwei Elektromotoren, einem an der Vorderachse (81 kW/110 PS) und einem an der Hinterachse (83 kW/112 PS). Gemeinsam bringt es das Team auf eine Systemleistung von 220 kW/360 PS. Aufgerufen werden mindestens 62.490 Euro, dann allerdings schon für das gehobene Level "Performance Line+"; die Top-Ausstattung "La Premiere" kostet stolze 71.490 Euro.

Mehr Speicherkapazität

Alle drei Plug-in-Hybride nutzen eine 14,2-kWh-Batterie als Stromspeicher, im Vorgängervergleich hat sie eine Kilowattstunde mehr Kapazität bekommen. An der 22-kW-Ladestation ist Aufladen in gut zwei Stunden möglich, an der Haushaltssteckdose dauert das Prozedere siebeneinhalb Stunden.

Optisch soll der Neue "charismatischer" daherkommen, wie es heißt, dazu gehören ein modifizierter Kühlergrill und eine veränderte Lichtsignatur. Dabei gelangt das neueste Pixel-LED-Licht zum Einbau. Insgesamt haben die Designer die Linien schärfer gezeichnet und sind "zurückhaltender mit Chrom" umgegangen, wie Produktmanager Tijl Verhelst sagt.

DS 7

Plug-in-Trio: Den DS 7 gibt es in drei verschiedenen E-Tense-Ausführungen. Hersteller

Die geringe Tieferlegung der Karosserie und die breitere Spur fallen nicht ins Auge, verbessern aber den sportlichen Touch speziell bei Kurvenfahrt, wobei die französischen Techniker weiterhin den Komfort in den Mittelpunkt stellen.

Schon auf den ersten Kilometern genießen Fahrer und Mitfahrer die komfortable Fahrwerksabstimmung und das niedrige Geräuschniveau. Nur wenn der Benziner beim Beschleunigen stark gefordert wird, wirkt er besonders beim Basis-Plug-in-Hybrid akustisch schon mal aufdringlich. Kraftvoller und gleichzeitig ruhiger gehen die beiden stärkeren Allrad-Versionen zu Werke zu Werke. Leise arbeitet der Antrieb vor allem, wenn im Modus "Eco" oder "Komfort" zurückhaltend gefahren wird und erst recht, wenn der DS 7 elektrisch, also lokal emissionsfrei, unterwegs ist.

65 Kilometer elektrische Reichweite

Die E- Reichweite beträgt bis zu 65 Kilometer, der Stromverbrauch wird mit 16 bis knapp 18 kWh/100 km beziffert. Wenig vernünftig scheint es dagegen, das Plug-in-SUV auf 225 km/h Spitze oder in 8,9 Sekunden (Topmodell in 5,6 s) von Null auf Tempo 100 zu treiben.

Im DS 7 ist auch deshalb gut und entspannt cruisen, weil der Innenraum in puncto Ambiente und Atmosphäre Hochwertiges bietet. Die Insassen fühlen sich bequem untergebracht, das feine Material und die Verarbeitung des DS 7 können sich durchaus in der Premium-Klasse sehen lassen.

Der Blick des Fahrers/der Fahrerin fällt auf das nun schneller arbeitende und serienmäßige Infotainment-System, auch die verbesserte Sprachsteuerung überzeugt. Vom Upgrade profitiert zudem das umgestaltete 12-Zoll-Kombiinstrument, das nun zum Beispiel auch den Energiefluss anzeigt. Die Bedienung mit teilweise ungewöhnlichen Elementen, bis hin zum hoch positionierten Startknopf, ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Fürs Gepäck ist in dem 4,59 Meter langen SUV ebenfalls gut gesorgt: In den Stauraum passen 555 bis maximal 1750 Liter.

DS7

Fahrgastbereich im DS 7: Tadellose Verarbeitung, wertige Materialien. Hersteller

Dass ein Heer von Assistenten mitfährt, ist in diesem Segment so üblich, mit manchen dieser elektronischen Helfer liegt DS vorn dabei. Der Drive-Assist ist mit einem adaptiven Geschwindigkeitsregler ausgestattet, der das Anhalten und Wiederanfahren ohne Eingriff des Fahrers steuert. Er soll die in der Spur gewünschte Fahrlinie halten und dadurch sogar eine Gasse für Rettungskräfte bilden. Die kameragesteuerte aktive Federung passt die Dämpferhärte für jedes Rad in Echtzeit an. Das trägt zu einem dynamischeren und komfortableren Fahrverhalten bei. Das Nachtsichtsystem wird dank der Infrarotkamera im Kühlergrill nun auf größere Entfernungen und das Sichtbarmachen kleinerer Lebewesen hin optimiert. Bei allem technischen Aufwand wundern wir uns allerdings, dass der Autobauer im DS 7 kein Head-up-Display anbietet.

Kleiner Tank

Nach einem Rundkurs über rund siebzig Kilometer Landstraße mit einem kleinen Autobahnanteil zeigt der Bordcomputer des DS 7 E-Tense 225 knapp 6,0 l/100 km an. In den Tank passen allerdings nur 43 Liter, ziemlich wenig für zügiger gefahrene Langstrecken. Nach WLTP-Norm wird der Verbrauch der Plug-in-Modelle bei vollgeladenen Akkus mit 1,2 bis 1,8 l/100 km plus Strom angegeben.

Der DS 7 folgt dem 2018 eingeführten DS 7 Crossback, der seinerzeit die Rolle des ersten eigenständigen Modells der französischen Edelmarke übernommen hat. Inzwischen wurde die DS-Palette zügig ausgebaut, 2019 kam der DS 3 Crossback auf den Markt, 2021 debütierten der große DS 9 und der kompakte DS 4.

Bei den Antrieben setzt die junge Marke auf Strom. Alle vier DS-Modelle sind seit 2020 zumindest elektrifiziert erhältlich, ab 2024 kommen nur noch vollelektrische Modelle neu auf den Markt. Sich zu behaupten, wird nicht ganz leicht sein. Im Oktober hat DS gerade einmal 509 Fahrzeuge verkauft, und das markiert schon eine Bestmarke. Insgesamt sind in den ersten zehn Monaten dieses Jahres 2500 Einheiten neu zugelassen worden. Dabei trifft DS auf eine Situation, in der unter anderem aus Asien, besonders aus China, eine Welle von großen, elektrifizierten beziehungsweise rein vollelektrischen SUVs heranrollt.

Ingo Reuss

DS 7 in Kürze:

Wann er kommt: Ist bereits bestellbar

Wen er ins Visier nimmt: Audi Q3 TFSI e, BMW X1 PHEV, Volvo XC40 Recharge Plug-in-Hybrid

Was ihn antreibt: 1,5-l-Verzylinder-Diesel mit 96 kW/130 PS. Plug-in-Hybride mit 165 kW/225 PS, 220 kW/300 PS und 265 kW/360 PS Systemleistung

Was er kostet: Ab 42.490 Euro

DS 7: 360-PS-Hybrid für das Luxus-SUV