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Neuer DEL-Rekordscorer Reimer: Ein Star wider Willen

Nürnbergs Routinier kann gleich nächsten Meilenstein erreichen

Neuer DEL-Rekordscorer Reimer: Ein Star wider Willen

Steht nicht gerne im Mittelpunkt: Nürnbergs DEL Rekord-Scorer Nürnbergs Patrick Reimer.

Steht nicht gerne im Mittelpunkt: Nürnbergs DEL Rekord-Scorer Nürnbergs Patrick Reimer. imago images/Eibner

Nach seinem Spiel für die Geschichtsbücher wurde Patrick Reimer nass gemacht. Als der neue Rekord-Scorer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) in voller Montur die Nürnberger Kabine betrat, stürmten seine Teamkollegen brüllend auf ihn zu und deckten ihn mit einer Selters-Dusche ein.

Reimer: "Dann können wir uns wieder auf andere Themen konzentrieren"

Dass aus den Flaschen kein Sekt spritzte, war Reimer nur recht. Höchst ungern steht der Kapitän der Nürnberg Ice Tigers im Mittelpunkt, deswegen war er auch erleichtert, dass die Punktezählerei nun vorbei ist. "Das ist sicherlich eine Wahnsinnszahl", sagte der Nationalspieler über seinen Scorer-Punkt Nummer 798 beim 3:2-Auswärtssieg in Krefeld bei MagentaSport: "Ich bin froh, dass es jetzt geschafft ist, dann können wir uns wieder auf andere Themen konzentrieren." Schon am Freitag steht das nächste Heimspiel gegen Schwenningen an, inklusive einer Ehrung für Reimer. "Am Ende des Tages dürfen sich andere mit mir freuen. Da freue ich mich dann drüber. Mehr ist es dann aber auch nicht", sagte er.

Reimi ist ein eher ruhiger, aber ein sehr ehrgeiziger Typ. Jeder, der den Reimi kennt, wusste, dass er den Rekord knacken wird.

Ex-Bundestrainer Marco Sturm

So ist Patrick Reimer: bescheiden, bodenständig, uneitel. Und auch deshalb gönnt ihm die ganze Eishockey-Szene diesen persönlichen Erfolg. Nicht nur die Teamkollegen hatten dem Angreifer schon auf dem Eis überschwänglich gratuliert, auch die Schiedsrichter klopften ihm anerkennend auf dem Helm, und sogar das Krefelder Publikum applaudierte.

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Bei seinen zwei Scorerpunkten, mit denen er seinen früheren Düsseldorfer Teamkollegen Daniel Kreutzer in der ewigen Rangliste überflügelte, zeigte der Silber-Held von Pyeongchang, der am 10. Dezember 39 Jahre alt wird, seine spielerische Klasse. Bei der 1:0-Führung schoss das Schlitzohr den Puck aus kurzem Winkel über die Schulter von Krefeld-Torhüter Oleg Shilin hinweg ins Tor. Beim zwischenzeitlichen 3:1 durch Gregor MacLeod täuschte er einen Schuss an und verdiente sich mit dem anschließenden Pass einen weiteren Zähler.

2004/05 als "Rookie of the Year" ausgezeichnet

In der Saison 2003/04 feierte Reimer sein Profi-Debüt, damals im Trikot der Düsseldorfer EG. Eine Saison später schaffte er den Sprung in den DEL-Kader der Metro Stars und avancierte von Beginn an zum Stammspieler. Nach zehn Toren und zwölf Assists in 52 Spielen der regulären Saison wurde er zum "Rookie of the Year" ernannt. Seit dieser Zeit hat der Instinktspieler die Lust am Eishockey nie verloren - im Gegenteil. Als nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie die berufliche Existenz vieler Profis auf der Kippe stand, kämpfte er als Mitbegründer der Spielervereinigung Eishockey (SVE) an vorderster Front für die Rechte der Kufencracks.

1000 DEL-Spiele: Bald winkt Reimer der nächste Meilenstein

Dafür will Reimer kein Lob, genauso wenig wie für seine Rekorde. Doch spätestens in vier Spielen wird der Allgäuer wieder im Mittelpunkt stehen, wenn er die 1000-Spiele-Schallmauer in der Liga durchbricht. 996-mal lief er bisher in der DEL auf, bis zu einer neuen Bestmarke liegt allerdings noch ein ordentliches Stück Weg vor ihm: Denn Rekordmann  Mirko Lüdemann hat zwischen 1993 und 2016 1197 DEL-Spiele für die Kölner Haie absolviert. Genug vom Eishockey hat er aber noch lange nicht: "Wenn die Leistungen stimmen, wird man sich vielleicht noch auf ein Jahr einigen können."

sid/dpa/jer

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